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Deutschlands erste Parkour-Anlage entsteht in Kray

01.04.2011 | 19:53 Uhr
Deutschlands erste Parkour-Anlage entsteht in Kray
Foto Alexandra Umbach

Essen.Die deutschlandweit erste „Le Parkour“-Trainingsanlage für den Kultsport aus Frankreich entsteht für rund 10.000 Euro im Volksgarten Kray. Im Mai wird sie eröffnet. Allein in Essen gibt es rund 700 Parkour-Fans.

In Windeseile springt er über Bänke, Steine und andere Hindernisse. Dann nimmt Lukas Römmer Anlauf, sprintet los und bezwingt eine meterhohe Wand. Was er da macht, sieht ge­fährlich, waghalsig und abenteuerlich aus. Doch der 23-Jährige kennt sich aus, macht den Sport bereits seit 2004. Er ist Profi, „Le Parkour“-Profi. So heißt der aus Frankreich stammende Kultsport, der im Ruhrgebiet

Parkour
Sport aus Frankreich

Parkour wurde bereits in den späten 1980er Jahren vom französischen Schauspieler David Belle als Kunst der Fortbewegung unter dem Titel „Le Parkour“ begründet. Bei seinem Vater, einem Vietnamsoldaten, schaute er sich die sogenannte „Méthode Naturelle“ ab, ei­ne von Georges Hébert entwickelte Fluchttechnik zur möglichst effizienten Fortbewegungen im Dschungel Vietnams. Ziel war eine physische und mentale Ausbildung im Einklang mit der Natur. Sie sollte es ermöglichen, sich bietende Möglichkeiten zur abrupten Richtungsänderung oder Meistern von Hindernissen schnell zu erkennen und effizient und si­cher nutzen zu können. Kreativität und der Gedanke von Freiheit stehen beim Parkoursport im Mittelpunkt, für Da­vid Belle vor al­lem in den Pariser Vororten. Dort nutzen er und viele Parkour-Profis den Sport, um jungen Leuten aus schwierigen sozialen und finanziellen Verhältnissen eine sinnvolle Be­schäftigung zu bieten. Denn Parkour fördert nicht nur die motorischen und körperlichen Fähigkeiten, er geht auch auf ge­gebene (bauliche) Strukturen ein und hilft, sich mit ih­nen auseinanderzusetzen. Die Achtung fremder und ei­gener Grenzen und von Besitz wird einem so vor Augen geführt.

Nachahmer findet. Etwa 700 Parkour-Fans gibt es in Essen, ab Mai sicher noch einige mehr. Dann eröffnet die bundesweit erste „Le Parkour“-Trainingsanlage mitten im Volksgarten Kray, direkt an der Autobahn 40.

Dächer, Treppen
und (k)ein Geheimnis

„Die deutsche Parkour-Szene schaut erwartungsvoll nach Kray“, sagt Lukas Römmer. Er übt sechsmal pro Woche, oft im Julius-Leber-Haus der Arbeiterwohlfahrt und in der Sporthalle des Turnverein Ku­pferdreh. Wer ihn im Internet unter seinem Künstlernamen „Usagiarts“ sucht, etwa beim Vi­deoportal „Youtube“, findet Ei­niges von, mit und über den Parkour-Profi. Mal springt er mühelos über Dächer, dann über Treppen und viele andere scheinbar un­überwindbare Hindernisse hinweg. Wie Lu­kas Römmer das macht? Sein Geheimnis ist eigentlich doch keins: „Man braucht für Parkour viel Selbstdisziplin, muss sich auf seinen Körper einlassen, ihn trainieren und spüren, was geht und was nicht.“ Parkour gibt’s seit den 1980er Jahren (siehe Box) und es ist kein Schönwetter-Trend, sondern eher eine Art Kunstform, sich möglichst effizient querfeldein fortzubewegen.

Dass mitten in Kray ein Trainingsort entsteht, der deutschlandweit Nachahmer sucht, ist Lukas Römmer mitzuverdanken. Zusammen mit Parkour-Fans hat er Fürsprecher ge­sucht und sie gefunden – bei der Bezirksvertretung VII. „Ei­gentlich wollten wir an dieser Stelle eine Anlage für Skater errichten“, erzählt Ernst Potthoff.

Der grüne Bezirksvertreter und zugleich Kinderbeauftragte hat sich und seine Kollegen überreden lassen. „Ich hatte keine Ahnung, was Parkour ist und wer das macht“, sagt er. Dann wurden die Politiker von den Parkour-Profis und der Jugendhilfe aufgeklärt und waren „schlichtweg begeistert“, wie sich Ernst Potthoff noch gut erinnert.

 5000 Euro lässt die Bezirksvertretung für den neuen Trainingsplatz springen, noch einmal die gleiche Summe kommt von Grün & Gruga. „Das ist echt riesig“, freut sich Theresa Jenter, die gerade erst mit Parkour angefangen hat. Die 19-Jährige geht noch zur Schule, weiß aber, was sie mal beruflich machen will: Stunt-Double. Das ist ihr großer Traum. Der Parkourssport be­reite sie darauf gut vor, meint sie, und mache „tierisch viel Spaß“. Ei­gene Grenzen durch Parkour zu erkennen, „ist ein unglaubliches Ge­fühl“, beschreibt Theresa, die häufig mit 40 anderen Jungs und Mädchen trainiert.

„Sicherheit und Spaß
sind kein Widerspruch“

Geplant wird das neue Parkour-Domizil im Volksgarten Kray seit zwei Jahren von Jörg Sender, Sozialarbeiter der Ju­gendhilfe Essen. Die Parkour-Szene in der Stadt kennt er gut und er hat sie in die Planungen mit eingebunden. „Sicherheit und Spaß sollen auf dem neuen Trainingsplatz kein Widerspruch sein “, sagt Sender. Zu oft seien die jungen Parkour-Sportler schon vertrieben worden, vor

Parkour in Essen
Üben im Stadtkern, Kupferdreh und Huttrop

Eigentlich braucht „Le Parkour“ keine speziellen Räume, Plätze und Orte. Hindernisse, die es zu überwinden gilt, gibt’s überall: im Wald, in der Stadt, auf Wiesen und Straßen. Beliebte Trainingsorte bei Jugendlichen sind die „Citymonkey Boulder­halle“ in Haarzopf, die Sporthalle Kupferdreh, der Vorplatz des Grillo Theaters sowie der Burgplatz. Dort trifft man in den Abendstunden häufig junge Parkourfans an. Organisierter ist das Training im Julius-Leber-Haus der Awo an der Meistersingerstraße 50. Donnerstags zwischen 17 und 19 Uhr können Jugendliche dort trainieren. Infos: 59 12 59.

allem von einem ihrer Lieblingsplätze. „Wenn wir auf dem Platz vor der Domschatzkammer üben, wird das nicht gerne gesehen. Dass wir dort nicht erwünscht sind, haben wir schon oft gesagt bekommen“, sagt Lukas Römmer, der die Reaktion aber auch nachvollziehen kann: „Unser Sport sieht gefährlich aus, da kann ich verstehen, wenn man be­sorgt ist, dass etwas passiert.“

Vom neuen Platz werden die Parkour-Sportler künftig nicht verjagt. Der Rohbau steht be­reits, mehrere große und kleine Betonstelen, er­richtet von drei Jugendlichen ohne Arbeit, die bei der Jugendhilfe im Garten- und Landschaftsbau tätig sind. Sie haben fürs Richtfest ohne Dach sogar Überstunden geschoben. „Echt cool“, meint Lukas Römmer.

Mehr Infos gibt’s unter www.myparkour.com oder www.parkour-im-pott.de.

Pascal Hesse

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Kommentare
04.04.2011
22:43
Deutschlands erste Parkour-Anlage entsteht in Kray
von Le-Chat | #6

Liebes Team von DerWesten, lieber Redakteur dieses Artikels,

es tut mir leid Sie in dieser Form darauf aufmerksam zu machen, aber in Ihrem ARtikel befinden sich mindestens 2 markante Fehler:

1) wie bereits etliche meiner Vorgänger richtig bemerkten, ist es nicht korrekt, dass die Anlage in Kray die erste im Bundesgebiet werden wird.
Sie selbst haben bereits über die Eröffnung der Gladbecker Anlage geschrieben und ebenfalls die Eröffnung der Anlage in der Bochumer Hustadt angekündigt!

2) Niemand aus dem Netzwerk Parkour-im-Pott hat seine Zustimmung zur Veröffentlichung des Links gegeben. In dieser Hinsicht kann ich absolut sicher sein.

Ich bitte sie....
- zumindest den Link aus dem Beitrag zu löschen, damit keine falschen Verbindungen von Lesern gezogen werden können
- nach Möglichkeit eine Richtigstellung Ihrer Falschaussage zum bundesweiten Stellenwert der Anlage zu veröffentlichen.

Gerade in einem solchen Segmant passiert es schnell dass man Befindlichkeiten auslöst, falls nicht sauber recherchiert und bericht erstatet wird ;-)

Vielen Dank für einen hoffentlich im Nachgang verantwortlichen Umgang mit empfindlichen Informationen!

04.04.2011
07:13
Deutschlands erste Parkour-Anlage entsteht in Kray
von bb74 | #5

Deutschlands erste Parkuhr-Anlage wurde bereits 1954 eröffnet.In Duisburg! Wurde aber mittlerweile durch Parkscheinautomaten ersetzt.

03.04.2011
20:12
Deutschlands erste Parkour-Anlage entsteht in Kray
von xdiexgedankenxsinnfreix | #4

Deutschlands erster Reporter schreibt für die WAZ!
Auch nur ´ne Ente. Ha, Ha, Ha!

03.04.2011
18:50
Deutschlands erste Parkour-Anlage entsteht in Kray
von PeerBeck | #3

Schade, schade, Herr Hesse - mit dem Recherchieren ist das immer so eine Sache, dann würden die Berichte auch schon mal stimmen.
Dabei hätte man es sich in diesem Fall ganz einfach machen können: Einfach mal die WAZ lesen, konkret die Gladbecker WAZ. Dann hätte man gewusst, dass es in Gladbeck schon seit letztem Jahr eine solche Anlage gibt.

Aber das ist typisch für die WAZ Essen, ganz egal ob Haupt- oder Lokalteil. Alles, was nördlich von Karnap liegt, wird nicht wahrgenommen.

03.04.2011
17:07
Deutschlands erste Parkour-Anlage entsteht in Kray
von F3bp | #2

:::SOWEIT SOON BISSCHEN GUT, nur Schade das der Volontair, der diesen Artikel verfasste, wohl nicht wirklich aufmerksam bei seinem Artikel vorging. Die erwähnten Jugendlichen waren nicht arbeitslos, sondern bei der Jugendhilfe beschäftigt(Angestellte)...... und die erste Anlage....naja, Gladbeck ist glaube ich schon Holland...., aber vielleicht möchte der ************* auch bei Bild eine Anstellung finden. Der Rest wertet 1,2.. Kray auf jeden Fall auf.

03.04.2011
13:37
Deutschlands erste Parkour-Anlage entsteht in Kray
von Krayer2 | #1

Für 700 Leute baut man so einen Mist???? Der in paar Monaten sowieso nicht mehr genutzt und Treffpunkt für Junkies und Säufer sein wird???
WER WAR DENN DA WIEDER BESTECHLICH???

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