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Interview

„Dem Bürger wird Sand in die Augen gestreut“

28.12.2010 | 19:19 Uhr
„Dem Bürger wird Sand in die Augen gestreut“
Foto: Klaus Micke

Essen.Der Chef der unter Beschuss stehenden Entsorgungsbetriebe, Klaus Kunze, über gesalzene Streugutpreise, fehlende winterliche Gelassenheit und sein Gespür für Schnee.

Herr Kunze, „Fräulein Smillas Gespür für Schnee“ ist legendär. Aus aktuellem Anlass fragen wir mal: Ist Ihres abhanden gekommen?

Nein, ist es nicht. Dass es Mitte November kälter wird, lässt sich schon kalendarisch nachvollziehen. Dass aber so eine Schneewalze und dann noch so früh auf uns zukommt, konnte doch keiner ahnen. Wir haben nachgeprüft: Seit 105 Jahren hat es in Deutschland so eine Schneemenge nicht gegeben! Deshalb: Gespür für Schnee haben wir, das ist unser Job, aber wir können nicht hellsehen, sonst würden wir nicht bei den Entsorgungsbetrieben arbeiten, sondern im Varieté.

Video
Streuwagen drehen wieder ihre Runden. Unsere Reporterin war mit einem in Essen unterwegs.

Aber die Klagen über den Streudienst der EBE nehmen kein Ende. Sie haben als Chef jetzt sogar Ihren geplanten Urlaub gestrichen…

Was vor allem meiner Frau sehr weh getan hat. Aber ich habe nun mal die Verantwortung, da will ich mich nicht herausstehlen. Und ich will den Mitarbeitern zeigen: Ich lasse euch nicht hängen, ich stelle mich vor euch und eure Arbeit. Denn als andere sich über Weihnachten am Gänsebraten gütlich getan haben, saßen die auf dem Bock und haben die Straßen freigemacht.

Sagen wir mal: So frei wie möglich. Es gibt nicht wenige, die klagen, überall liefe die Sache mit dem Schnee toll, nur in Essen nicht…

Das ist eindeutig falsch. In manchen anderen Städten wird in der Tat der Streuplan reduziert, die fahren nur noch die Hauptstraßen ab. Wir haben das nie getan, sondern mindestens Granulat gestreut, also abstumpfende Mittel. Und nach wie vor Salz an den Gefahrenstellen, das ist mit der Polizei so abgesprochen.

Und dass sich bei Ihnen der ganze Winterfrust entlädt…

...beruht schlicht auf einer Unkenntnis der Faktenlage. Dem Bürger wird Sand in die Augen gestreut, selbst aus dem politischen Bereich – ohne dass man sich hinsichtlich der Fakten mal bei uns rückversichert. Wir werden für Dinge verantwortlich gemacht, für die wir nichts können. Wir scheuen keine Kritik, aber wir wollen fair behandelt werden und deutlich machen können, wie es wirklich war.

Nämlich wie?

Wir haben nach den Erfahrungen des letzten Winters unsere Salzlager-Kapazitäten deutlich erhöht – um 500 auf jetzt 2.000 Tonnen. Die standen bereit, inklusive vertraglicher Optionen für weitere 7.500 Tonnen.

Dann kam der Wintereinbruch…

...und mit jedem kompletten Durchlauf in den Streuplänen A und B sind 120 bis 150 Tonnen Salz weg.

Das sind ja schon zwischen sechs und siebeneinhalb Prozent der Gesamtmenge…

Deshalb geht auch sofort am nächsten Tag die Bestellung raus, um das Lager wieder aufzufüllen. Wir versuchen „à jour“ zu bleiben, auch wenn uns das nicht immer gelingt, das gebe ich ja zu. Aber im November wurde prompt bestellt und anfangs auch prompt geliefert.

Und die ersten Verzögerungen bei den Lieferterminen?

Gab es nach anderthalb Wochen. Das ist nicht gleich ein Riesenproblem, schließlich gibt es ja die 2.000 Lagertonnen als Puffer. Aber nach zweieinhalb Wochen kam dann das Fax unseres größten Lieferanten: „Tut uns leid“, hieß es da, „die Lagerkapazitäten sind erschöpft. Ich melde mich, wenn ich wieder liefern kann – Zeitpunkt ungewiss“. Tja, und mit dem hatten wir einen 5000-Tonnen-Deal.

Man möchte meinen: Ist halt Marktwirtschaft, dann liefert eben der nächste.

Von wegen. Wir haben eine europaweite Ausschreibung gemacht, dazu sind wir bei mehr als 200.000 Euro Auftragsvolumen verpflichtet. Und weil wir die Vorjahre im Auge hatten, baten wir darum, man möge uns möglichst eine Garantie geben, dass wir das Salz auch kriegen. Dazu war gar keiner bereit. Wir haben überhaupt gar keine Antwort bekommen!

Vielleicht lag’s am Preis?

Ich sag’ Ihnen was: Normalerweise kalkulieren wir mit 70 Euro die Tonne, vorige Woche bekamen wir ein Angebot aus Holland und sind gefragt worden, wie viel würdet ihr zahlen? „Bis 200 Euro“ lautete unsere Antwort, und das war wohl in Ordnung. „Liefere ich.“ Nach zwei Stunden bekamen wir einen Rückruf: Da hatte der das Salz für 300 Euro woanders vertickt. Heute kriegen wir dann ein neues Angebot: 600 Euro pro Tonne…

Nennen Sie mal Namen. Wer lässt Sie da hängen, obwohl er sich vorher vertraglich gebunden hat?

Nein, das möchten wir nicht. Es ist ein Duisburger Unternehmen, das von anderen Städten übrigens im vergangenen Jahr verklagt worden ist. Wir haben uns das verkniffen, weil wir uns den Lieferkanal nicht verstopfen wollten. Wir arbeiten immer noch mit denen zusammen.

Ein Salzlieferant, der nicht mehr zur Verfügung steht, wenn er am Pranger steht? Da werden die ersten bald die Vergesellschaftung der Streumittel fordern. Wie viel Salz streuen Sie in einem gewöhnlichen Winter?

Winterchaos in Essen

Vor dem letzten Ausnahmewinter 2009/10 waren es maximal 1.500 bis 2.000 Tonnen. Im letzten Winter dann 4.500, die haben wir diesen Winter schon jetzt auf die Straße gebracht. Immerhin, heute kam eine Lieferung mit 150 Tonnen.

Material für eine komplette Tour, mehr nicht. Was also tun: Im Sommer demnächst mehr Salz bunkern?

Klar können wir uns irgendwo 100.000 Tonnen hinlegen. Dann sagen alle: Wer soll das denn bezahlen, das sind immerhin sieben Millionen Euro. Die muss ich jetzt bezahlen und kriege das Geld erst wieder, wenn das Salz auf der Straße liegt. Das heißt: Wenn jetzt fünf Jahre lang grüne Wiese kommt, Weihnachten mit 14 Grad und Regen, so wie das früher oft der Fall war, schleppe ich den Betrag mit mir rum. Ich habe nun mal zwei Gesellschafter, Stadt und Remondis, die sehen unseren Betrieb auch unter wirtschaftlichen Aspekten.

Würde es helfen, wenn man den Streuplan ausdünnt?

Dann geht ja noch weniger! Der Streuplan ist im Wesentlichen der des öffentlichen Nahverkehrs: 890 Kilometer im Streuplan A und weitere 110 im Streuplan B. Macht zusammen 1000 von 3000 Straßenkilometern in Essen. Der Gedanke dahinter ist der, dass man im Winter sagt: Leute, lasst das Auto stehen, nutzt Bus und Bahn.

Ein Appell der nicht weiterhilft, wenn auch die Evag nicht fährt. Braucht es also mehr Räumfahrzeuge?

Wir verfügen über 24 große und 12 kleine Fahrzeuge mit Räumschildern, die großen je zur Hälfte mit Kunststoff und Metallschildern, bei den kleinen vor allem Kunststoff mit Metallkante. Die schaffen eine größere Schneemenge, und man kann damit schneller fahren. Und da der Wagen dann leichter ist, kann hinten mehr Streusalz drauf. Die Metallschilder mögen mancherorts besser wirken, machen aber auch die Straßen schneller kaputt, dann kriegen Sie da wieder Dresche. Im Übrigen bedeuten mehr Fahrzeuge natürlich auch mehr Personal. Wir arbeiten jetzt schon mit 150 Mitarbeitern in drei Schichten.

Am Ende geht’s also immer ums Geld.

So ist es. Wenn mir jetzt einer sagt: Kunze, du kannst noch 50 Autos kaufen, lach’ ich mich kaputt. Wir müssen doch an die Kosten denken! Und daran, dass nur 20 Prozent aus dem Stadtetat finanziert werden und 80 Prozent durch die Bürger. Und zwar nicht durch alle Bürger, sondern nur von denen, die an Straßen der Streupläne wohnen. An diesen Hauptstraßen, in Frohnhausen, Holsterhausen, Borbeck oder Bergeborbeck oder sonstwo, wohnen aber die Leute, denen das finanziell eher weh tut.

Ein Webfehler in einem richterlich abgesegneten Abrechnungssystem.

Mag sein, aber es ist nicht unsere Sache, das zu ändern.

Sie glauben jedenfalls, Ihre Infrastruktur reicht aus?

Für den Normalfall: ja. Die Frage ist doch: Wo fängt die Daseinsvorsorge an, wo hört sie auf? Dies ist ein Jahrhundertwinter, machen wir uns doch nichts vor. Natürlich kann ich bei solchen Schneeverhältnissen nicht in jede Straße fahren, ich als Privatmann genauso wenig wie wir als Müllentsorger. Auch da haben wir Angebote gemacht, haben gesagt: Ihr könnt Müllsäcke neben die Tonnen stellen, wir holen die kostenlos ab. Oder wer will, gibt den Müll am Recyclinghof ab. Das war ein gut gemeintes Angebot, aber auch daraus wird uns ein Strick gedreht. Motto: Die EBE verpflichtet den Bürger, den Müll selbst abzugeben.

Sie erkennen auch den Willen, Sie misszuverstehen?

Eindeutig. Augenscheinlich eignen sich die Mitarbeiter der EBE gut dazu, dass man erst mal schön draufhaut – weil die sich ja nicht wehren können. Es ist schwer, es allen Leuten recht zu machen. Ich will auch nicht, dass jetzt das Gefühl entsteht: Die wollen sich von allem nur reinwaschen. Sicherlich läuft nicht alles und bei jedem so, wie wir uns das so vorstellen.

„Demut vor der Natur“ empfiehlt der Bundesverkehrsminister angesichts der Winterkapriolen. Wünschen auch Sie sich mehr Verständnis für Ihren Job und mehr Gelassenheit im Umgang mit den Auswüchsen?

Sie sagen es. Die Bürger haben ein Anspruchsdenken entwickelt, das ich gar nicht beschimpfen will, das aber in extremen Situationen wie diesen zurückgeschraubt werden muss. Jeder meint, alles müsste sofort und fehlerlos klappen, egal unter welch widrigen Verhältnissen. Vor 14 Tagen erst, ruft mich morgens um acht jemand im Büro an und sagt: „Hörnsema, um sieben kommt sonst immer die Müllabfuhr, die waren heute nicht da.“ Ja, habe ich da gesagt, das stimmt, wir haben die Mitarbeiter erst um acht Uhr rausgeschickt, weil es – mit Verlaub – arschglatt war. Ich habe schließlich auch eine Fürsorgepflicht gegenüber 1000 Mitarbeitern und ihren Familien. Aber dafür gab’s kein Verständnis. Nur ein: „Datt darf doch wohl nich wahr sein!“

Wolfgang Kintscher

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Kommentare
31.12.2010
11:28
„Dem Bürger wird Sand in die Augen gestreut“
von jcba | #112

Geplanter Winterurlaub abgesagt, Frau traurig, Lieferrantenabsage, Anspruchsdenken von Bürgern!
Richtige Fragen wären gewesen: Wieviel MA sind tatsächlich im Einsatz wieviel haben aktuell Urlaub, seit wann läuft der Dreischichtbetrieb mit wieviel Fahrzeugeb täglich, wer verhandelt und zeichnet Verträge mit Lieferanten, was kostet die Anmietung von Lagerhallen zur Salzlagerung jährlich, warum wird Salz nicht im Hochsommer beschafft, warum gibt es keine vernünftig Ausrüstung noch nicht mal Schneeketten, wie hoch sind die Mehrkosten dafür, welche aktuellen Änderungsmaßnahmen sind eingeleitet, etc.
Dann kämen endlich mal bewertbare Fakten auf den Tisch, die entsprechende Konsequenzen nach sich ziehen könnten. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, das sich die WAZ mit Kritik auffällig zurückhält.
Verantwortlich sind jedenfalls immer die Herren Kunze / Paß.

31.12.2010
11:19
„Dem Bürger wird Sand in die Augen gestreut“
von SteelerSchneehase | #111

Dann sollten wir das machen und uns am besten mit denen verbünden, die ihre Müllsäcke vor den Türen der Stadtverantwortlichen abladen wollen. Vielleicht sollten wir Essener Bürger mal einen ufstand proben.

Denn die Stadtoberen mit einer Wahlniederlage abwatschen zu wollen hat den gleichen Effekt als wie wenn ich mit meinem kleinen Salzstreuer gesamt Essen eisfrei machen möchte.

31.12.2010
11:03
„Dem Bürger wird Sand in die Augen gestreut“
von sandvik | #110

@109 deine Ambitionen in allen Ehren, aber von der WAZ oder derwesten.de wird sich keiner mit EBE und EVAG anlegen - niemals!!

31.12.2010
10:53
„Dem Bürger wird Sand in die Augen gestreut“
von SteelerSchneehase | #109

Liest man die Kommentare hier auf diesem Portal und auch in der WAZ selbst, so ist der Tenor doch folgender:

Die EBE hat keinen guten Job gemacht. Und damit meine ich nicht die Mitarbeiter im operativen Dienst, sondern die Verantowrtlichen in ihren bequemen Bürosesseln. Und nicht nur diese haben keinen guten Job gemacht, sondern die gesamte Stadtführung. Sie sollten endlich mal aus ihren Elfenbeintürmen herabsteigen und sich ihrer Verantwortung stellen. Die EVAG ist da ja immerhin schon etwas einsichtiger.

Ich finde, es wäre eine tolle Aktion, wenn die WAZ sämtliche Kommentare hier aus dem Portal und aus den Zeitungen den Verantwortlichen vorlegt und diese dazu zwingt endlich mal im Sinne der Essener Bürger zu handeln.

Ich komme auch gerne mit, um dem Ganzen noch etwas Nachdruck zu verleihen.

30.12.2010
23:14
„Dem Bürger wird Sand in die Augen gestreut“
von nameXY | #108

Wenn man gestreut HÄTTE wäre das nicht passiert:

http://www.youtube.com/watch?v=sFZljS7CRlw









http://www.youtube.com/watch?v=sFZljS7CRlw

30.12.2010
18:47
„Dem Bürger wird Sand in die Augen gestreut“
von pianologe | #107

In der Steeler Innenstadt, Fußgängerzone Bochumer Str., kassiert die Stadt von den Anliegern Geld für Leistungen des Winterdienstes nach dem Streuplan B, die definitiv nicht erbracht werden. Streuplan B bedeutet, daß zwischen morgens 06.00 Uhr und abends 22.00 Uhr eine Bereitschaftsdienst für die Räumung der Straßen zu sorgen hat. In den letzten Wochen ist hier nicht einmal geräumt worden. Wenn sich Privatleute so eine Dreistigkeit erlauben würden, wäre der Begriff vollendeter Betrug sicher schon gefallen.

30.12.2010
18:23
„Dem Bürger wird Sand in die Augen gestreut“
von Ricke | #106

Ich hoffe nur, dass sich wirklich alle an den Worten von OB Pass bei der nächsten Kommunalwahl und auch Landtagswahl erinnern werden, wenn sie Ihre Wahl tätigen:
Herr OB Pass sagte doch, die EBE macht einen guten Job.
Fast alle Bürger in Essen sehen das anders, sie sehen dass die EBE einen grottenschlechten Job macht.
Daran sieht man doch, wie sehr hier die Funktionen in einander greifen.
EIne Hand wäscht die andere in Essen, in Essen herrscht Vetternwirtschaft und ich nehme auch an, Korruption. Der Vater sorgt für den Sohn, der eine Parteifreund der SPD für den anderen.

Liebe Leute, hört endlich auf,, der SPD noch irgend erwas zu glauben.Ach ja, welcher Partei gehörte noch der Steuerhinterzieher, der angeblich insolvente Bürger (seine Frau hat allerdings das Vermögen auf Ihren Namen), der Postenzuschanzer und Postenempfänger in Personalunion usw. usw. an? Ach ja ebenfalls ein werter SPD Kollege (Willi Nowack heisst der verdiente Mann).

In dieser Partei stinkts gewaltig, noch mehr als der liegengebliebene Müll in Essen. Der Filz lässt grüßen.
Getreu dem Motto, nicht was kannst DU, sondern wen kennst DU?.
Und dann erhalten solch herausragende Personen wie Kunze als Belohnung Ihrer Loyalität eine Geschäftsführerjpob bei der EBE, für jahrelange treue Dienste als Sesselpupser

30.12.2010
14:23
„Dem Bürger wird Sand in die Augen gestreut“
von ruhry | #105

Nach einer Beschwerde bei der EBE wurde ich auf die Müllsatzung der Stadt Essen verwiesen die ich mir dann im Netz durchgelesen habe.
Dort steht u. a. das wenn die bereitgestellte Tonne z. B. vor der Haustür mit dem Müllwagen nicht erreicht werden kann, die Tonne dorthin gebracht werden muß, daß der Fußweg für die Müllmänner nicht länger als 15m sein darf. Ist das nicht der Fall kann die Tonne stehen gelassen werden.
Das hätte man vielleicht mal publizieren oder kommunizieren können.
Ich habe zwar kein größeres Schneeproblem aber die Stadtwerke haben pünktlich zum einsetzenden Schneefall die Straße aufreissen lassen um Rohre neu zu verlegen. Daher kann der Müllwagen unsere Straße nicht durchfahren.

30.12.2010
14:04
„Dem Bürger wird Sand in die Augen gestreut“
von Renne | #104

Hat der böse Winter unsere Verantwortlichen, die doch so gut vorbereitet waren, einfach überrascht....Und die bösen, bösen Salzlieferanten lassen uns auch noch hängen???? Hallo????Noch jemand zuhause? Das in Essen Nebenstraßen schneefrei gehalten werden sollen/können, wird niemand ernsthaft verlangen. Das es im dicken Schneegestöber nicht innerhalb von Minuten schneefreie Straßen geben kann, ist auch jedem klar. Aber mittlerweile hat es seit Tagen nicht mehr geschneit und die Hauptverkehrsadern der Stadt
(z.B. Ruhrallee, Huttropstraße) sind immer noch nicht geräumt und schneefrei und in einigen Bereichen nur eingeschränkt befahrbar. An wirklichen Problemstellen (leichte Anstiege der Fahrbahn etc., z.B. Moltkestraße) wird die Notration Salz scheinbar auch nicht genutzt. Bitte einfach mal den Blick in die Nachbarschaft schweifen lassen; warum klappt es da???? In Dortmund z.B. sind die Hauptstraßen mittlerweile vom Schnee geräumt (!) der säuberlich an Verkehrsinseln aufgetürmt wurde. Das geht in Essen nicht???? Die Mitarbeiter der EBE sind wirklich bemüht (in unserer schwer befahrbaren Straße kam der Müllwagen nicht durch und die Mitarbeiter haben die schweren Tonnen mühevoll dahin gezogen, wo der LKW halten konnte - großes Lob an duie Mitarbeiter!!!!) aber die Einsatzverantwortlichen scheinen den Überblick verloren zu haben. Solch eine dilettantische Leistung ist wirklich bemerkenswert. Aus den Erfahrungen der Vorjahre nichts, aber überhaupt nichts gelernt - das ist das Peinliche an der ganzen Veranstaltung. Und dann noch hinzugehen und anderen die Verantwortung für die eigene Unfähigkeit in die Schuhe zu schieben (Salzlieferanten, falsch parkende Autofahrer, zu große Erwartungshaltung der Bürger usw.) zeugt von einem enorm übersteigerten Selbstwertgefühl. Die Klarstellung zum Winterdienst auf der Webseite der EBE ist der Gipfel der Unverschämtheit und Arroganz.
Positiv an der Situation sind nur die Feiertage und Ferien, die eigentlich wenig Individual-Verkehr auf die Straßen gebracht haben - wenn aber in der nächsten Woche die Ferien enden und die EBE immer noch nicht gehandelt hat, dann wirds richtig spaßig auf Essens Straßen - Ich denke da nur an die Situation vor den Schulen....
In dem Sinne einen guten Rutsch...aber bitte nicht im Straßenverkehr

30.12.2010
13:59
„Dem Bürger wird Sand in die Augen gestreut“
von Meriadoc | #103

Wer sorgt eigentlich dafür, dass diese ganzen Kommentare dem Oberbürgermeister, den Chefs der Ratsfraktionen, der Bezirksregierung etc. zugehen?

Liest denn eigentlich jemand von der WAZ hier mit?

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