Das aktuelle Wetter Essen 8°C
Fussball

Awo-Fanprojekt von Rot-Weiss Essen richtet sich neu ein

22.02.2013 | 06:00 Uhr
Awo-Fanprojekt von Rot-Weiss Essen richtet sich neu ein
Fan-Betreuer Lothar Dohr in seinem neuen, neun Quadratmeter großen Büro im Container.Foto: Kerstin Kokoska

Essen.   Das Awo-Fanprojekt von Rot-Weiss Essen an der Hafenstraße ist umgezogen und richtet sich ein. Die neue Bleibe soll ein Provisorium sein und liegt nur ein paar Schritte vom alten Stadion entfernt. Dass die Fans etwas daraus machen werden, davon darf man ausgehen.

Neue Heimat, neue Liebe? Die alte Heimat - das Georg-Melches-Stadion - liegt nur einen Steinwurf entfernt. Viel hat nicht gefehlt, und das Awo-Fanprojekt wäre mit dem Abriss der traditionsreichen Spielstätte auf der Straße gelandet. Nun hat es eine neue Bleibe gefunden in einem Fertigbau aus Containern auf dem ehemaligen Parkplatz P 3 gleich jenseits der Berne. Heimelig wirkt die neue Heimat noch nicht, die kalkweißen Kunststoffwände erinnern an Großbaustelle. „Aber alles ist besser als nichts“, sagt Roland Sauskat vom Fanprojekt. Und wie immer kommt es auch hier darauf an, was man daraus macht.

Dass die Fans etwas daraus machen werden, davon darf man ausgehen - auch ohne Innenarchitekt oder Farbberater. Dass sie die 100 Quadratmeter mit blau-weißem Teppich auslegen, ist jedenfalls eher unwahrscheinlich. Roland Sauskat und seine Kollegin Claudia Wilhelm haben jede Menge Erinnerungsstücke mit herüber gerettet, nicht nur zu Dekorationszwecken. RWE-Embleme, ein wandfüllendes Foto der alten Osttribüne und die Theke aus alten Vereinsgaststätte im GMS, die für immer geschlossen hat. Dazu einen Kühlschrank, zwei Kicker und jede Menge Fan-Utensilien. Noch zerbricht sich Sauskat den Kopf darüber, wie er die vielen Schals an den Wänden befestigen soll. Nägel einschlagen ist verboten. Aber auch dafür wird sich eine Lösung finden lassen. Wie sich noch immer eine Lösung finden ließ.

Kommune sprang als Geldgeber ein

Danach sah es lange nicht aus, als die städtische Grundstücksverwaltung Essen (GVE) fast 30.000 Euro Miete pro Jahr verlangte für die neue Bleibe, die ein Provisorium sein soll. Soviel Geld könne das Fan-Projekt nicht aufbringen, hieß es beim Träger, der Arbeiterwohlfahrt. Schließlich sprang die Stadt ein, 20.000 Euro schießt die Kommune zu, den Rest trägt die GVE. Die Arbeit des Fan-Projekts erschien zu wichtig, als dass die Stadt es sang- und klanglos fallen lassen wollte. Für viele Fans ist es eine wichtige Anlaufstelle, auch für solche, die nicht gerade als pflegeleicht gelten.

Claudia Wilhelm und Roland Sauskat suchen den Kontakt zur Fan-Szene, organisieren Stammtisch oder Fan-Frühstück, zu denen sich regelmäßig Spieler von RWE gesellen - künftig nicht mehr im Stadion, sondern im Container. Platz gibt es genug, nur wenn’s ums Malen von Transparenten geht, wird’s eng. Dafür gibt es in Außengelände und keine unmittelbaren Nachbarn. Ein 1,80 Meter hoher Zaun mit Sichtschutz soll noch gebaut werden. Letzteren werden die Fans selbst gestalten. Und dann wird auch noch ein Name gesucht. Georg Melches soll Pate stehen wie in der alten Heimat. Wie lange das Fan-Projekt in der neuen bleibt? Zwei Jahre. Aber bei Provisorien weiß ma ja nie.

Marcus Schymiczek



Kommentare
22.02.2013
16:28
Awo-Fanprojekt von Rot-Weiss Essen richtet sich neu ein
von dschidschi5 | #1

Für wann ist denn laut Projektplan des das Ende des Projektes vorgesehen?
Denn ein Projekt ist nur dann ein Projekt, wenn es zeitlich begrenzt ist.

20.000 € für Fussballfanatiker auszugeben, die auch noch "...nicht gerade als pflegeleicht gelten.." finde ich übrigens ziemlich viel.

Aus dem Ressort
Essenerinnen betreiben veganen Blog im Internet
Ernährung
„Veganwave“ sieht aus wie ein richtiges Kochbuch und erfreut sich in der Szene einer stets wachsenden Beliebtheit. Vegane Ernährung sei nicht nur gesünder, sondern schmecke einfach besser, finden die Blog-Betreiberinnen Karin Dornbusch und Silke Kreft aus Essen.
Unter Spardruck – Essens Stadttöchter gegen Pauschalkritik
Finanzen
Essens Kämmerer Lars Martin Klieve lässt keine Gelegenheit aus, um den Sparbeitrag der Stadttöchter einzufordern. Nun wehrt sich Dirk Miklikowski, Allbau-Vorstand und Geschäftsführer der städtischen Holding EVV gegen die Pauschalkritik. Er fordert: Der Kämmerer soll „Ross und Reiter“ nennen.
Ärger mit Kfz-Zulassungsstelle – Warten auf den Führerschein
Behörden-Ärger
Seit Monaten beschweren sich Bürger über die langen Wartezeiten unzumutbar lange Wartezeiten bei der Kfz-Zulassungsstelle in Essen-Steele. Die Stadt erklärte die Situation mit der schlechten Personal-Lage. Jetzt droht neuer Ärger: Es gibt Beschwerden über die Organisation in der Zulassungsstelle.
Sperrung aufgehoben - Bahn fährt wieder ins Ruhrgebiet
Bahn
Viele Züge fuhren gar nicht, andere hatten 100 Minuten Verspätung: Auf der starkbefahrenen Bahnstrecke zwischen Düsseldorf und Duisburg ging am Mittwochmorgen nach einem Personenunfall nichts mehr. Der RE1 wurde umgeleitet, der RE2 und der RE6 fuhren nur bis Essen.
Sparzwang - wie die Polizei in Essen ihre Fahrzeuge einspart
Polizei
Reserve gestrichen, Zweiräder reduziert, Pkw-Ausleihe statt fest zugeordnete Wagen: Der Fuhrpark des Essener Präsidiums ist neu aufgestellt. Bis Ende 2015 müssen insgesamt 91 Fahrzeuge weg - 23 stehen aus. „Schief gelaufen ist nichts“, sagt die Polizei, aber auch: „Die schwierigste Phase beginnt.“
Umfrage
Die Zahl der Einbrüche ist in Essen im ersten Halbjahr 2014 kaum zurückgegangen. Wie schützen Sie ihre Wohnung oder ihr Haus vor Einbrechern?

Die Zahl der Einbrüche ist in Essen im ersten Halbjahr 2014 kaum zurückgegangen. Wie schützen Sie ihre Wohnung oder ihr Haus vor Einbrechern?

 
Fotos und Videos