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Tierschutzverein

Abschied als Tierschutz-Chef

22.05.2012 | 06:00 Uhr
Hans Jürgen Holler.Foto: Kerstin Kokoska

Essen. Der Tierschutzverein Groß-Essen ohne Hans Jürgen Holler? So richtig kann sich das keiner vorstellen. Seit über 40 Jahren steht der heute 77-Jährige an der Spitze der Essener Tierschützer. Doch wenn sich der Verein heute (22.05.) um 18 Uhr zu seiner Jahreshauptversammlung in der Aula des Berufskollegs an der Blücherstraße trifft, wird der pensionierte Schuldirektor die rund 3000 Mitglieder darauf einstimmen, „dass es für mich das letzte Jahr als Vorsitzender sein wird. Ich möchte aufhören, es ist an der Zeit, das Amt abzugeben“.

Nein, leicht wird ihm dieser Schritt nicht fallen. Hans Jürgen Holler hat mit seinen vielen Mitstreitern den Tierschutzverein, vor allem das Albert-Schweitzer-Tierheim an der Grillostraße, zu einer der führenden Tierschutz-Adressen im Ruhrgebiet gemacht. 25 Mitarbeiter kümmern sich heute um mehr als 400 „Abgabe- und Fundtiere“, oder die Tiere aus Beschlagnahmungen: Hunde, Katzen, Kaninchen & Co.

"Die Zusammenarbeit ist gut"

Der Etat liegt inzwischen bei gut einer Million Euro und wird von Mitgliedern, Spendern und Sponsoren getragen, 189.000 Euro kommen von der Stadt. Die finanzielle Akquise ist für den Verein jedes Jahr ein Drahtseilakt. Vor allem vor den Ferien, wenn Hunde und Katzen die Urlaubsplanung stören und der Strom ins Tierheim nicht abreißt, „kommen wir regelmäßig an unsere Grenzen“, sagt Holler.

Ob sich die Stadt nicht stärker beteiligen könnte, schließlich erspart der Tierschutzverein der Kommune auch Kosten? Holler möchte nicht klagen, „die Zusammenarbeit ist gut“, auch mit den Ratsfraktionen gebe es selten Dissens. Dass Essen mit dem Tierschutzverein kostengünstig fährt, will der Vereinsvorsitzende aber auch nicht verschweigen: „Dortmund muss jährlich 600.000 Euro für sein städtisches Tierheim aufwenden.“

Tierheim als gemeinnützige Gesellschaft

Trotz aller Harmonie – manchmal würde sich Hans Jürgen Holler mehr Unterstützung wünschen. Die Registrierungspflicht für Katzen beispielsweise, die helfen sollte, die Zahl der wild lebenden Tiere zu reduzieren, wurde von der Politik abgelehnt: „Das hat mich schon geärgert. In anderen Städten hat man da ganz gute Lösungen gefunden.“ Stattdessen gab es 2000 Euro vom Land für ein Kastrationsprogramm für etwa 150 Katzen: „Das hat die Situation etwas entspannt.“

"Coolster Hund" gesucht

Dies alles zeigt, „dass der Job des Vereinsvorsitzenden fast schon einer beruflichen Tätigkeit gleicht“. Die finanzielle und personelle Verantwortung sei manchmal eine Belastung, viele Kontakte seien zu pflegen, viele Gespräche zu führen, „das darf man nicht unterschätzen“. Ein Ziel hat sich Hans-Jürgen Holler für sein letztes Amtsjahr noch vorgenommen: Das Tierheim soll in eine gemeinnützige Gesellschaft umgewandelt werden, um das Haus etwas vom Verein zu lösen: „Das wird uns mehr Sicherheit geben.“

Hans-Karl Reintjens



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