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"Wir sind Gärtner, Zimmerleute und natürlich Müller"

13.05.2008 | 19:12 Uhr

MÜHLE. Der Verein der "Gerritzens Mühle" lud zum "Deutschen Mühlentag" und gewährte Einblicke in die Welt des Mehlmahlens.

Die ehrenamtlichen "Hobby-Müller" erklärten den interessierten Besuchern die Funktionsweise der altehrwürdigen Gerritzens Mühle. (Foto: Dirk Schuster)

ELTEN. Die Flügel der Mühle am Möllenbölt drehten sich. Darüber waren die Mitglieder des "Mühlenvereins Gerritzens Mühle" froh. Sie gewährten am "Deutschen Windmühlentag" einen Einblick in die faszinierende Welt der Windmühlen und konnten bei guten Wetterverhältnissen zeigen, dass die Mühle trotz ihrer 175 Jahre noch funktionstüchtig ist.

Die Mechanik des Bergholländers

Vereinsmitglied Olaf Gabriel erklärte die Mechanik des "Bergholländers", wie die Mühle wegen ihrer holländischen Bauart genannt wird: "Hier funktioniert alles durch Kraftübertragung. Die Mühlsteine sind an einer Spindel befestigt, die mit der Kraft der Flügel gedreht wird." In der Gerritzens Mühle wird nur noch selten gemahlen: "Es lohnt sich nicht mehr." Bis 1960 war sie noch in Betrieb. "Danach war das industrielle Mahlen billiger", so Gabriel.

Vor drei Wochen haben einige Mühlenliebhaber des 100 Mitglieder umfassenden Vereins die beiden 800 Kilogramm schweren Mühlsteine vom steinharten Mehl gereinigt. "Das war eine anstrengende, aber schöne Arbeit." Unter den "Hobby-Müllern" war auch der Vorsitzende Ludger Zbrug, der froh über die dauerhaft freiwilligen Helfer ist: "Ohne den Einsatz der aktiven Mitglieder würden wir vieles an der Mühle nicht reparieren. Wir sind Gärtner, Zimmerleute und natürlich Müller. Bald werden wir die Fenster auswechseln und Arbeiten an der Mechanik vornehmen müssen." Als sich während seiner Ausführungen plötzlich ein Holzteil aus einem der vier Flügel löste, sagte er schmunzelnd: "Jetzt wird deutlich, dass es ständig etwas zu tun gibt."

Der gemeinnützige Verein besteht seit 1988 und verfolgt das Ziel, die unter Denkmalschutz stehende Mühle zu erhalten und zu pflegen. Zur damaligen Zeit war der Mühlenverein eine Gemeinschaft von Eltenern, die sich gegen den Abriss des "Bergholländers" aussprachen. Was der Verein in 20 Jahren erreicht hat, ist erstaunlich: Von 1960 bis zum Gründungsjahr lag die Mühle nämlich brach und war nicht funktionstüchtig.

Neue Mitglieder gesucht

"Arbeiten an und in der Mühle werden durch Spenden finanziert. Öffentliche Gelder fließen praktisch keine", stellte Zbrug klar. Derzeit muss der Verein mit hohen Energiepreisen für die Beleuchtung kämpfen: "Wir müssem schauen, wo wir sparen können." Aus diesem Grund sind neue Mitglieder, die ihren Teil zur Erhaltung eines Kulturdenkmals beitragen wollen, willkommen.

TOBIAS VAN NÜSS.



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