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Betuwe-Route

Trasse wird zur Autobahn verlegt - nur symbolisch

19.04.2010 | 18:20 Uhr

Emmerich. Die Betuwe-Route wird zur A 3 verlegt! Das ist zwar kein verspäteter Aprilscherz, aber auch nur die halbe Wahrheit.

Die IG BISS, die eine siedlungsferne Güterschienentrasse fordert, will mit einer symbolischen Gleisverlegung auf sich aufmerksam machen.

Am kommenden Samstag, 24. April, ganz bewusst um fünf vor 12, startet der Protestmarsch mit vier bis fünf Meter langen Gleisen vom Bahnübergang Löwentor in Richtung Autobahn.

„Wenn 100 Bürger kommen, kann man schon zufrieden sein“, bleibt Karl-Heinz Jansen bei einer Prognose bescheiden. Unmissverständlich ist der Appell seines  Mitstreiters Jan-Simon Laarakker: „Alle Anwohner haben die Gelegenheit, ihren Frust kund zu tun.“

Dass sich nach dem Bahn-Gipfel mit DB-Chef Grube der Fall Betuwe erledigt hätte, glaubt die IG BISS überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil: „Das Thema Sicherheit ist überhaupt nicht thematisiert worden, es wurde zu 100 Prozent ausgeblendet“, kritisiert  Laarakker. Dabei drohten hier die fatalsten Konsequenzen:

„Die Betuwe-Route entwickelt sich auf niederländischer Seite immer mehr zur Gefahrgüterroute“, so Jansen. Nichts sei in trockenen Tüchern: „Alles ist mit einem riesengroßen Fragezeichen versehen“, so Jansen: „Man muss die Landtagswahl abwarten“.

Gewänne die SPD, „kommt einiges wieder auf den Prüfstand“, glaubt er. Nach der Wahl ginge die Streichliste richtig los.

Jansen: „Wir wollen den Leuten die Augen öffnen, dass sie nicht nur blindlings den Politikern hinterherlaufen  und einfach glauben, dass alles Unheil abgewendet worden sei. Der Lärm wird extrem werden. Egal, welche Maßnahmen man hier erstellt. So lange keine Fakten vorliegen, bleiben wir am Ball.“

Jansen hat eine dunkle Ahnung. Er könnte sich vorstellen, dass die Bahn auf den drei Gleisen ausschließlich Güterverkehr  rollen lässt und der internationale Reiseverkehr – mit Blick auf die Hochschule Rhein-Waal und Flughafen Weeze – linksrheinisch zwischen Nimwegen und Ruhrgebiet abgewickelt wird.

Und noch ein Termin: Für Donnerstag, 29. April. 19.30 Uhr, lädt die IG BISS zu einer Podiumsdiskussion, u.a. mit dem Bausachverständigen Ralf Laarmann, in den Saal Slütter nach Vrasselt ein.

Norbert Kohnen

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