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Palmkätzchen schützt vor Feuer

31.03.2010 | 22:01 Uhr

Emmerich. Auch in Emmerichs Partnerstädten King’s Lynn, Silute und Kirkland wird Ostern gefeiert. Welche Sitten und Bräuche es dort gibt, stellen die entsprechenden Freundeskreise vor.

Brita Weber vom Freundeskreis Emmerich-King's Lynn

Silute in Litauen, Kirkland in den USA und King’s Lynn in England - das sind Emmerichs Partnerstädte. Die NRZ wirft einen Blick auf die dortigen Osterbräuche und -feierlichkeiten. In Kirkland gelten Karfreitag und Ostermontag nicht als Feiertage. Dafür habe der Ostersonntag eine große Bedeutung - fast wie Weihnachten, so Urte Stein, Vorsitzende des Freundeskreises Emmerich-Kirkland. Der „Easterbunny“ (Osterhase) könne es  fast mit „Santa Claus“ aufnehmen.

Eier färben und anmalen - das gehört auch in Amerika zur guten Sitte. Die Osterkörbchen seien schon fast eine Prestige-Frage, so Stein. Schön geschmückt müssen sie sein. Die Kinder bekommen kleine Geschenke. Hoch im Kurs steht hier nicht der Schokohase, sondern ein Plüschhäschen oder auch ein -küken.

Krummittwoch hat einen schlechten Ruf

Ostern ist in Kirkland ein Familienfest. Je nach Religiosität besuchen die Menschen die Kirche. Hierzu machen sie sich schick, die Männer tragen Hut, die Frauen eine Ansteckblume, die Mädchen ein Osterkleid. Oft werden auch Osterkarten verschickt“, schildert Urte Stein.

In King’s Lynn bekommen  die Kinder vor allem Schoko-Eier, weiß Brita Weber, Vorsitzende des Freundeskreises Emmerich-King’s Lynn. Manche Regionen pflegen die   Tradition des Eierrollens. Außerdem ist es Usus, gefärbte Eier über Jahre aufzubewahren. Die „Kunstwerke“ werden als ein Stück Familiengeschichte den folgenden Generationen übergeben.

In einigen Dörfern gibt es öffentliche Osterfeiern, bei denen die Menschen aufwendige Hüte basteln und Kinder ihre Eier dekorieren, die sie dann mit nach Hause nehmen.

Aus kirchlicher Sicht ist Ostern in King’s Lynn von sehr hoher Bedeutung, gerade was den Gottesdienst angeht. Dennoch sehen viele Menschen die Ostertage eher als langes freies Wochenende.

Das Binden von Trockengestecken, den sogenannten Verbos, geht in Litauen auf eine Tradition aus dem 19. Jahrhundert aus der Region nahe Wilna zurück, schildert Alfred Bartminn, Vorsitzender des Freundeskreises Emmerich-Silute. Zunächst nur aus Weiden-, Flieder-, Lebensbau-  und Birkenzweigen bestehend kommen heute für die „Vilniusser Verbos“ 45 Pflanzenarten in Frage. Spezielle Techniken ermöglichen etliche Formen (Walze, Knute, Kranz) in bis zu sieben Farben. Heute gelten die Gestecke als eine Art Volkskunst, die gerade zu Ostern von Bedeutung ist.

Alfred Bartmin vom Freundeskreis Emmerich-Silute Foto: Flintrop

Auf dem Land hängen sich  die Siluter Palmkätzchen unters Dach als Schutz gegen Feuer und Blitzschlag für das Haus. Außer Gründonnerstag und Karfreitag gibt’s in der „Stillen Woche“ auch noch Blaumontag, Weißdienstag und Krummittwoch. Letzterer hat keinen guten Ruf: Tiere, die an diesem Tag zur Welt kommen, wurden früher nicht zur Zucht genommen. Gründonnerstag hingegen galt als segenbringender Tag.

Marco Virgillito

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