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"Kein Wort der Reue"

17.10.2008 | 18:16 Uhr

GERICHT. Ein Maurer aus Emmerich (39) muss sechseinhalb Jahre ins Gefängnis, weil er zwischen 1999 und Juli 2007 zwei minderjährige Mädchen sexuell missbrauchte und die Verbrechen filmte.

EMMERICH. "Sie haben die Zwölfjährige wie eine Prostituierte behandelt." Klare Worte fand gestern Christian Henckel, Vorsitzender Richter der großen Jugendkammer des Landgerichts Kleve, für einen 39-jährigen Emmericher. Sechs Jahre und sechs Monate Gesamtfreiheitsstrafe wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in insgesamt 19 Fällen lautete der Richterspruch für den teilweise geständigen Maurer.

Er hatte ab 1999 erst seine damals erst elf Jahre alte Nichte, dann von November 2005 bis Juli vergangenen Jahres auch noch die damals zwölfjährige Tochter der Schwester seiner Lebensgefährtin sexuell missbraucht. Dabei filmte er sich selbst und die Kinder mit bis zu zwei Kameras. Die Aufnahmen brannte er später auf CDs.

Opfer wie Sex-Puppen behandelt

Fassungslos sei die Kammer über die innere Einstellung des Angeklagten während der Beweisaufnahme gewesen: "Kein Wort der Reue", betonte Henckel.

Der Emmericher habe besonders bei der heute 14 Jahre alten Schülerin - "es war ein kleines Mädchen", sagte Henckel - das Vertrauen ausgenutzt und sie in über zwei Jahre lang in den Mittelpunkt seiner Pornofilme gestellt. "Es war sexuelle Ausbeutung eines Kindes", so der Richter. "Das Mädchen war ein reines Objekt."

Der Emmericher habe seine Opfer genauso behandelt wie die beiden Sex-Puppen, die bei der Hausdurchsuchung gefunden wurden. Der Maurer hatte den Mädchen für verschiedene Praktiken Geld von 100 bis 300 Euro gegeben, erklärte Henckel. "Perfide", dass er sie quasi zu Ernährerinnen der Familien gemacht hat, denen es damals finanziell schlecht ging. Besonders schlimm sei es gewesen, dass der Angeklagte die Kinder zur Befriedigung seines Geschlechtstriebes missbraucht habe. Die Kammer habe arge Zweifel daran, dass der 39-Jährige die Aufnahmen nicht veröffentlicht oder verkauft habe, betonte der Vorsitzende.

Mutter des Opfers:

Urteil "angemessen"

Der Angeklagte lebte als honoriger Schützenbruder in Elten. Der Staatsanwalt hatte sieben Jahre Gesamtfreiheitsstrafe gefordert: "Der Emmericher hat das Leben von zwei Kindern zerstört." Die Mutter der heute 14-Jährigen fand das Urteil "angemessen".

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