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Feinstaubwerte in Elten schon acht mal zu hoch

01.02.2010 | 23:02 Uhr
Feinstaubwerte in Elten schon acht mal zu hoch

Elten. Die Feinstaubbelastung im Luftkurort Elten ist zu hoch. Das Problem ist das verkehrliche Nadelöhr Eltens: die Schmidtstraße. An acht Tagen wurden die Grenzwerte im Januar erreicht. Die maximal erlaubten 35 Tage im Jahr, ist sich Dr. Klaus Vogt sicher, werden erreicht.

Luftkurort Elten? „Nicht in der Schmidtstraße”, sagt ein schmunzelnder Dr. Klaus Vogt vom Lanuv, dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz. Seit Anfang des Jahres laufen die offiziellen Feinstaubmessungen auf Eltens verkehrlichem Nadelöhr. Schon an acht Tagen wurden die erlaubten Höchstwerte von 50 Mikrogramm pro Quadratmeter überschritten. Im Jahr darf das maximal 35 Mal passieren. Und diese 35 Tage – da ist Dr. Vogt sich schon jetzt sehr sicher – werden auf der Schmidtstraße erreicht.

Dr. Klaus Vogt vom Lanuv sagt, die Feinstaubbelastung ist zu hoch. Foto: Dirk Schuster

Das wird Folgen haben. Die Bezirksregierung wird in Abstimmung mit der Stadt Emmerich bis Oktober 2011 einen Luftqualitätsplan nach EU-Richtlinien aufstellen. Das werde sicherlich eine Form der Verkehrsberuhigung mit sich bringen, erklärt Dr. Klaus Vogt. Ob das etwa eine Umleitung des Verkehrs sein wird, steht in den Sternen.

Experte Dr. Klaus Vogt: „Das ist die Hölle”

Normalerweise gibt es einen Höhepunkt zur Rush-Hour am Morgen und einen weiteren langgezogenen zum Feierabendverkehr am Nachmittag. Der nähere Blick auf die Daten verrät Dr. Vogt, dass die Spitzen in Elten sehr flach sind, weil sich die Feinstaub-Belastung den ganzen Tag über auf einem hohen Niveau bewegt. „Die Lkw müssen oft anhalten und geben dann wieder Gas. Das ist die Hölle”, sagt Dr. Vogt.

Ein Blick in den klimatisierten Messcontainer ist weitgehend unspektakulär. Ein Sicherungskasten, eine Leiter, ein Telefon, mehrere Boxen, an denen Daten abzulesen sind und, und, und – nur ein weißes Band, das zeigt sehr eindrucksvoll, wie schmutzig die Luft im Zentrum Eltens ist. Das blanke Band läuft wie bei einem Tonbandgerät durch den Filter und kommt auf der anderen Seite mit pechschwarzen Kreisen heraus: „Das ist der Feinstaub”, sagt Dr. Vogt. Ekelig! Alle 30 Minuten übertragen die Messgeräte die Daten ins Internet und sind unter www.lanuv.nrw.de (Messwerte – Luftqualität) zu sehen.

Wallstraße in Emmerich könnte Messort werden

70 solcher mobilen Stationen, wie sie in Elten stehen, unterhält das Lanuv in NRW. Der Einsatz eines Containers kostet dem Land 50 000 Euro im Jahr. Die Kommunen zahlen für Strom und Telefon. Das Ziel ist stets die Messung von Feinstaub sowie Stickstoffdioxid (NO2). „Beide entstehen durch Verbrennung”, sagt Dr. Vogt. Das Volk denkt häufig als erstes an Kraftwerke als Verursacher, dabei sei eindeutig der Verkehr der Hauptproduzent von Feinstaub und NO2.

Beim NO2 liegt der Grenzwert bei 40 Mikrogramm pro Quadratmeter. „Auch hier haben wir relativ hohe Werte”, sagt Dr. Klaus Vogt.

Die Stadt Emmerich hat ein vom Lanuv im Internet zur Verfügung gestelltes Rechenwerkzeug (ein Screening) bedient, mit dem theoretisch errechnet werden kann, welche Straßen besonders von Feinstaub belastet sein könnten. Dabei kam die Schmidtstraße heraus. Im Oktober 2009 kam Dr. Vogt erstmals für einen Ortstermin nach Elten: „Als wir nach Elten hineinfuhren dachte ich: Wir können wieder umdrehen. Hier ist keine Belastung. Als wir dann zwei Stunden auf der Schmidtstraße geblieben sind, waren wir schockiert über das Verkehrsaufkommen”, erinnert sich Dr. Vogt.

Außerdem hat das Screening Emmerichs ergeben, dass die Wallstraße für eine Messung in Frage kommt: Auch hier verdichte sich der Feinstaub.

Marco Virgillito



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