Direkt an der Terrasse vorbei
06.11.2009 | 18:54 Uhr 2009-11-06T18:54:00+0100
Vrasselt. Den Männern, die vorige Tage auf seinem Grund und Boden Vermessungen für neue Straßen entlang der Betuwe-Linie vorgenommen haben, ist Alfred Verhey nicht böse: „Die haben die Aufgabe von der Bahn übertragen bekommen und machen nur Ihren Job. Wir haben uns vernünftig unterhalten."
Klar sei auch, dass die Arbeiter zum Messen sein Grundstück betreten mussten. Was Alfred Verhey indes gewaltig stört ist, dass er als Anwohner der Broichstraße über diese Maßnahme nicht im Vorfeld informiert wurde.
Noch viel weniger passt dem 64-Jährigen, dass seine Wiesen und Äcker entlang der Hueskampsstraße und der Hagenackerstraße für neue Fahrbahnen beschnitten werden.
Diese sollen nach einer Bahnunterführung in der Vrasselter Ortsmitte dort entlangführen, wo jetzt noch Ruhe und Beschaulichkeit herrschen. Verhey: „Wenn meine Grundstücke für die Straßen noch weiter gekürzt werden, bekomme ich Probleme bei der Verpachtung.”
Schließlich seien kleine Felder für Landwirte uninteressant, weil die neuen Traktoren immer größer würden. Der Grundbesitzer: „Das lohnt sich kaum, wenn die zurückzulegenden Wege für diese Fahrzeuge immer kürzer werden.” Auch andere Anwohner seien von den Plänen der Bahn betroffen, weiß der 64-Jährige: „Bei einem Nachbarn führt die Straße praktisch direkt an der Terrasse vorbei.”
Generell sei das jahrelange Hin und Her in Sachen Betuwe „keine freudige Geschichte”, resümiert der Vrasselter und kommt zu der Erkenntnis: „Sich bis zum letzten gegen die Pläne zu sperren, nutzt nichts. In 20 Jahren werden die Grundstücke dann vielleicht enteignet.”
Alfred Verhey ist sich darüber im Klaren, dass das Vorhaben mit einer Unterführung und den weiterführenden Straßen „eigentlich die ideale Lösung” sei. „Aber”, schränkt er ein, „die Betroffenen gucken in die Röhre.”
Die Debatten rund um die Betuwe-Linie würden „nichts außer Ärger” bringen. Dabei könnte aus Verheys Sicht ein kleiner Schritt große Wirkung erzielen: „Die Bahn sollte bei ihren Planungen offener und ehrlicher mit den Menschen umgehen.”
10:00
Viele Bürger werden sich noch wundern und ihr
blaues Wunder erleben. Es wird nach der Verlegung des dritten Gleises nie mehr so sein wie es früher war. Es wird mehr Ärger als je zuvor geben.
ES IST NOCH NICHT ZU SPÄT !