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Kleinschwimmhalle

Als das Wasser bis zum Halse stand

20.03.2010 | 08:54 Uhr

Elten. Es ist ein Lehrstück, wie sich eine Bürgerinitiative in einen Sportverein verwandelt, der mittlerweile zu einer echten Institution geworden ist.

Die Geschichte des Vereins „’t Eltense Bürgerbad“ zeigt eindrucksvoll, dass Engagement und Bürgerwille in bestimmten Situationen stärker sein können als vermeintliche wirtschaftliche Zwänge.

Ein Rückblick ins Jahr 1993. Mit dem Haushalt der Stadt Emmerich stand es nicht zum Besten. Eine Schließung der Kleinschwimmhalle in Elten  sollte zur Konsolidierung beitragen.

Oberkreisdirektor Rudolf Kersting und Stadtdirektor Franz Kulka hatten die Rechnung allerdings ohne die Eltener gemacht. Zu einer vom damaligen Ortsvorsteher Hans-Jörgen Wernicke einberufenen Versammlung strömten über 150 Bürger, die sich mit den Plänen der Verwaltung nicht abfinden wollten. „Wir hatten damals höchstens mit 30 Teilnehmern gerechnet, der Ansturm hat richtig Eindruck gemacht“, erinnert sich Theo Berntsen, der seit der Vereinsgründung den Posten des Vorsitzenden inne hat.

Schon auf dieser ersten Versammlung wurde die Idee geboren, einen Verein aus der Taufe zu heben. Die gefundene Lösung hatte nicht nur Charme, sondern erwies sich im Nachhinein als wirtschaftlich fundiert und im Alltag praktikabel umsetzbar.

„Wir haben eine Nutzungsvereinbarung geschlossen. Die Stadt sorgt dafür, dass technisch alles in Ordnung ist. Wir kümmern uns um Organisation und Reinigung“, erklärt Berntsen. Durch die Mitgliedsbeiträge beziehungsweise die Einnahmen bei Überlassung der Schwimmhalle an andere Vereine wird der Pachtbetrag an die Stadt Emmerich aufgebracht.

Wer sich heute die Auslastung des 16,3 Meter langen und rund acht Meter breiten Beckens ansieht, mag sich gar nicht vorstellen, welche Konsequenz eine Schließung nach sich gezogen hätte. Von Grund- über Hauptschule bis zu den Behindertensportgemeinschaften sowie die mittlerweile 747 Mitglieder tummeln sich im Wasser. Apropos Wasser. Fast schon Badewannen-Temperatur herrscht in der Kleinschwimmhalle. „Für die Behindertensportgemeinschaften sind 30 Grad einfach ideal“, weiß Berntsen. Darüber hinaus weist das Becken einen weiteren Clou auf. Durch den vertikal beweglichen Boden ist der Wasserspiegel regulierbar.

Auch momentan kreist in Emmerich wieder der Rotstift wie anno 1993. Dass die Schwimmhalle, die 1969  in Betrieb genommen wurde, erneut ins Visier von Einsparungen kommen könnte, glaubt Berntsen nicht. „Wir arbeiten so kostengünstig, dass niemand ernsthaft den Willen haben kann, die Eltener Schwimmhalle zu schließen“, ist sich der 65-jährige pensionierte Grundschul-Rektor sicher. Der Verein wird  von seiner Seite jedenfalls alles tun, um das Schwimmvergnügen im Silberdorf weiter zu gewährleisten.

Norbert Kohnen

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