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Zwischen Teufel und Beelzebub

03.04.2009 | 17:05 Uhr

Krefelder Rat ebnet Steinkohlekraftwerk den Weg

Die Politiker im Seidenweberhaus waren am Donnerstag nicht zu beneiden. Sollten sie dem Teufel Umweltbelastung oder dem Beelzebub Arbeitsplatzgefährdung die Hand reichen ? Dass der Krefelder Stadtrat sich nach vierstündiger Debatte mit 80-prozentiger Mehrheit dazu durchgerungen hat, lieber der Luftverpestung, die ja so infernalisch in der Seidenstadt gar nicht werden kann, weil sie der vorherrschenden Windrichtung zu Folge schwerpunktmäßig den Duisburger Westen trifft, den Vortritt zu lassen, hatten die meisten Auguren nicht anders erwartet. Mit den Stimmen der (umgefallenen) CDU, von SPD und FDP hat das Gremium seiner kommunalen Exekutive freie Bahn gegeben, die im vergangenen Jahr beschlossene Bausperre für das Uerdinger Grundstück aufzuheben, auf das die Bayer-Tochter Currenta und die Anlagenbauer von Trianel möglichst bald ein Steinkohlekraftwerk pflanzen wollen.

Was der Rat den beiden Unternehmen als Voraussetzung mit auf den Weg gegeben hat, löste dortselbst eitel Freude aus. „Einen großen Schritt voran gekommen”, frohlockten gestern die künftigen Betreiber im so genannten Chempark. Denn statt ein alternatives und zeitgemäßes Verfahren der Energiegewinnung festzuschreiben, haben die Politiker der Errichtung der Kohlendioxid-Schleuder nur die Erfüllung zweier Auflagen vorgeschaltet: Die Kohlelager müssen eingehaust werden, und das Brennmaterial muss im Hafen Krefeld angelandet werden. Wozu, nebenbei bemerkt, erst ein Anleger gebaut werden muss.

Viele Chemiewerker haben in den vergangenen Wochen die Befürchtung formuliert, eine abschlägige Entscheidung entziehe ihren Arbeitsplätzen den Boden. Gerade in dieser unsicheren Zeit ist das nur allzu verständlich. Aber auch und gerade, weil sich Arbeitnehmer auf kaum noch etwas verlassen können, muss betont werden: Eine Garantie, dass der nächste Stellenabbau nicht ohnehin längst geplant ist, hat sich der Krefelder Rat nicht eingehandelt. Dafür aber die Garantie, dass die Luft am Niederrhein wieder dicker wird.

MARTIN ZIECKE

m.ziecke@nrzwaz.de

Martin ZIECKE

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Kommentare
15.04.2009
20:57
Zwischen Teufel und Beelzebub
von kaeptnahoj | #9

# F.Driesen
Die Bürgerinitiative Saubere Luft sammelt Geld für die Klage. Jede Spende ist herzlich willkommen, denn es werden für die erste Instanz ca. 30.000 Euro gebraucht. Es gibt eine Spendenquittung, die steuerlich absetzbar ist, und für den Fall, dass keine Klage stattfindet wird der Betrag anteilig zurück überwiesen. Gehe einfach auf die Homepage der BI Saubere Luft oder komme zum nächsten Treffen am ersten Freitag des Monats um 19:00 h , genaue Zeit und Ort werden in der NRZ/WAZ bekannt gegeben.

15.04.2009
19:49
Zwischen Teufel und Beelzebub
von F.Driesen | #8

Klar, Krefeld bekommt wegen dem Wind nicht viel davon mit, alles kommt zu uns nach Duisburg, viele machen hier Wind weil es um Arbeitsplätze geht, das ist alles nur Gerede von den Gewerkschaften, die eh keiner braucht, diese sollten am besten alle verpflichtet werden in die nähe des Kraftwerkes zu Ziehen, deren Kinder werden es dann den Eltern Danken, es reicht, der Chemie Park verursacht doch schon genug Dreck, Arbeitsplätze werden weniger aber der Dreck bleibt. Der Witz ist, dass keiner Umdenken will, da hat einer so ein Teil Geplant, dass es bessere Anlagen gibt interessiert hier keinen, am ende ensteht eh kein neuer Arbeitsplatz aber das Teil steht. Normal müsste man jetzt ordentlich Geld sammeln und bis zum letzten Klagen, gegen die Stadt Krefeld und die Verantwortlichen für das Kraftwerk, nicht nur die Firmen auch als Privatleute
Ich würde sofort einen Monatslohn Spenden, damit diese Drecksschleuder nicht gebaut wird

12.04.2009
21:13
Zwischen Teufel und Beelzebub
von Migger | #7

> Und was ist mit dem Feinstaub

Jung, stell Dich nicht so an. Das ist die Region. Ab diesem Jahr werden alle Steinstaublungen entschädigt. Blüm (CDU) hatte da gesetzlichen Grenzen eingefügt, weil´s sonst zu teuer geworden wäre.

Aber jetzt kann man locker alle Steinstaub Geschädigten zahlen. Nur - es gibt kaum noch welche, die meisten sind schon tod.

Nur mal so, wenn wir nur Feinstaub reden.

11.04.2009
21:31
Zwischen Teufel und Beelzebub
von kaeptnahoj | #6

Und was ist mit dem Feinstaub und dem sonstigen Niederschlag aus giftigen Schwermetallen? Gab es den auch schon bei Hannibals Alpenüberquerung?

09.04.2009
15:40
Zwischen Teufel und Beelzebub
von Karl Dall | #5

Man kann den Krefelder Rat nur beglückwünschen wegen seiner weisen Entscheidung zum Kohle kraftwerk.

CO2 ist ein vollkommen ungiftiges und unschädliches Gas. Es trägt nicht zum vom Menschen gemachten Klimawandel - den gibt es gar nicht - bei, sondern es ist wichtig für die Bildung von Biomasse.

Auch in den letzten 10 000 Jahren seit der Eiszeit sank die Temperatur um mehrere Grad Celsius und schwankte regelmäßig zwischen Warm- und Kaltzeiten bei einem von der IPCC unterstelltem linearen CO2-Konzentrationsverlauf, woraus zu schließen ist, dass sich die These eines Treibhauseffektes nicht begründen lässt.

Die letzte kleine Eiszeit ist genau so gut historisch dokumentiert, wie die mittelalterliche Warmzeit oder die römische Warmzeit. Kein Computermodell kann bis heute auf der Basis der Erwärmung durch CO2 die Klimaschwankungen der letzten 1000, 10 000 oder 600 Millionen Jahre simulieren.

Hannibal konnte in der ausgehenden römischen Warmzeit mit Elefanten die Alpen überqueren und die Römer gruben in den Alpen in 2800 m Höhe nach Eisen und anderen Erzen. Eis begrub im Laufe der Geschichte die Stolleneingänge, erst im Mittelalter und in der modernen Warmzeit kamen sie wieder zum Vorschein. Bis heute wächst kein Weizen auf Grönland außerhalb Gewächshäusern wie es im Mittelalter zur Zeit der Besiedlung durch die Wikinger der Fall war. Auch die viel höheren Baumgrenzen in den Gebirgen Europas, Asiens und Nordamerikas sind ein Beispiel dafür. Nie mehr seit dem Ende der kleinen Eiszeit sind die Flüsse und Kanäle Hollands und Englands längere Zeit zugefroren und die Gletscher, die bis dahin gewachsen waren, zogen sich entsprechend dem Zyklus bis zum Ende des 20. Jahrhunderts wieder zurück. Seit einigen Jahren fällt die Temperatur wieder und die Gletscher der Südhalbkugel wachsen wieder.

Über die Photosynthese ist CO2 trotz des geringen Gehaltes in der Luft ein wesentlicher Baustoff für das Pflanzenwachstum. Deshalb ist CO2 auch kein Schadstoff und verschmutzt nicht die Atmosphäre. Mehr CO2 und höhere Temperaturen fördern das Pflanzenwachstum und sichern die Ernährung von Mensch und Tier. Warmzeiten sind ein Segen für ehemals mit Eis bedeckte Landflächen wie Grönland und haben schon immer in der Geschichte zu mehr Lebensqualität, technischer und kultureller Entwicklung geführt, wie z.B. in der Römerzeit und im Mittelalter. Kälte während der Völkerwanderungszeit oder kleinen Eiszeit führte zu Hunger und Tod.

03.04.2009
20:22
Zwischen Teufel und Beelzebub
von kaeptnahoj | #4

Leider haben viele immer noch nicht verstanden, oder wollen es nicht verstehen, weil sie vom Betriebsrat oder sonstwem zu solch abstrusen Kommentaren aufgefordert werden, dass es nicht darum geht, ein Kraftwerk zu verhindern, sondern um eine KOHLE-Kraftwerk. Gegen ein wesentlich saubereres Gaskraftwerk hätte niemand etwas einzuwenden.

Selbstverständlich ist ein neues Kohlekraftwerk um ca. 25 % sauberer als ein solches, das schon 50 Jahre alt ist. Wenn Trianel aber ein Kraftwerk baut, das doppelt so viel Energie erzeugt wie das alte, liegt der Ausstoß am Ende nach Adam Riese bei 150 % dessen, was die alten Kessel jetzt schon in die Umwelt blasen. Das bedeutet, daß die absolute Luftverschmutzung - und das ist es doch, was die Anwohner letztlich interessiert - sich um 50 % erhöhen wird. Genauere Informationen kann jeder im Internet auf den Seiten der Bürgerinitiativen (z.B. www.bi-saubere-luft.de) erhalten.

Es ist problemlos, ein Gaskraftwerk zu bauen, das Konsortium Trianel hat dies an vielen anderen Stellen sebst bewiesen. Trianel hat die modernsten und effektivsten Gasturbinenkraftwerke errichtet, aber hier soll mit dem Kohlekraftwerk eine völlig veraltetete Technologie zur Anwendung kommen.

Den Kraftwerksgegnern geht es darum, eine weitere Mehrbelastung an Schadstoffen hier im Bereich zu verhindern. Wir sind hier jetzt schon an der Spitze der Umweltbelastung, und da sollte es doch logischerweise das Bestreben aller sein, diese nicht weiter zu steigern, sondern diese vielmehr zu verrringern.

Die Mehrbelastung betrifft vor allem den lungengängigen Feinstaub, den ein Kohlekraftwerk zwangsläufig produziert, egal wie gut die Filter sind. Weiterhin kommen etliche Schwermetalle hinzu. Das Ganze regnet dann vor allem auf Rheinhausen, Trompet und Schwafheim nieder. Die Bevölkerung hier ist sich der Auswirkungen gar nicht bewusst und sollte gegen solch einen Schmutz nach allen Kräften ankämpfen. Die Großdemonstration ist z.B. eine geeignete Möglichkeit, seinen Protest kund zu tun. Wer sich jetzt nicht wehrt, wird sich später über die Folgen nicht beschweren dürfen. Oder glaubt hier noch irgend jemand, daß die Anwohner des neuen Kohlekraftwerks in Walsum jetzt glücklich sind?

Viele Kommentatoren versuchen das Ganze ins Lächerliche zu ziehen oder negieren die unausweichlichen Folgen. Das ist menschlich ebenso verständlich wie irrational. Die Folgen des Klimawandels werden von keinem ernstzunehmenden Wissenschaftler mehr bezweifelt. Nicht umsonst fordern Klimaforscher den Ausstieg aus der Kohlekraft. Ebenso wurde von Psychologen untersucht, warum der Mensch im Angesicht der unübersehbaren Katastrophe derart unbeweglich bleibt. Jeder kennt das, wenn kleine Kinder sich die Hand vor die Augen halten, denn wenn sie nicht gesehen werden können, kann man sie auch nicht sehen und ihnen nichts tun. So zumindest die kindliche Vorstellung. In einer GEO-Ausgabe im Dezember 2007 gab es einen interessanten Schwerpunkt zu dieser Problematik. DAs Heft ist noch beim Gruner und Jahr Verlag oder bei ebay erhältlich. Ich selbst bin kein Klimaforscher und muss daher versuchen, mich subjektiv und verständlich zu informieren, um nicht auf Gerüchte, Halbwahrheiten oder schlimmstenfalls der Meinung von Lobbyisten angewiesen zu sein. Wer den Aussagen der Grünen oder des BUND als voreingenommen nicht traut, kann sich bei GEO objektiv informieren. Dieses Magazin ist für seine guten Recherchen bekannt und steht nicht im Verdacht, irgendeiner Lobby zu folgen. (Ich bin kein Zeitschriftenwerber oder so, die Zeitschrift ist einfach nur gut)

Selbstverständlich brauchen wir weiterhin Energie, denn keiner will in Höhlen leben und über dem Lagerfeuer kochen. Und da es mit den Gaskraftwerken eine umweltverträglichere Alternative gibt, ist doch das beständige Festhalten an der Kohle um so unverständlicher. Natürlich wird Gas - wie auch alle anderen Rohstoffe, also auch die Kohle - mit der Zeit knapper und teurer, aber unsere Gesundheit und die unserer Kinder sollte uns noch teurer sein.

Und für alle Kohlelobbyisten: Von dem Kohlekraftwerk in Krefeld wird kein deutscher Bergmann satt, die Kohle kommt aus Australien, Kolumbien und Südafrika.

Zu den notariell beglaubigten Zugeständnissen von Trianel: Diese sind kein Geheimpapier und lassen sich nachlesen, so daß sich jeder selbst ein Bild davon machen kann. Es ist ein Witz, was darin steht: nicht eine einzige verbindliche Zusage sondern fromme Absichtserklärungen unter Ausschluß jeglicher Rechtsbindung oder Sanktionsmöglichkeit. Ich weiß nicht, was die Politiker in Krefeld da gelesen haben und nun für bare Münze nehmen. Ich weiß auch nicht, warum der Originaltext in der Zeitung nicht abgedruckt wurde, aber jeder kann ihn sich von Frau Ciesla vom BUND schicken lassen.

Mein Fazit: Ich werde mich weiterhin an dem Protest gegen das Kohlekraftwerk beteiligen und hoffe, daß es noch genügend selbständig denkende Menschen gibt, die es schaffen, sich sachlich zu informieren und dann ebenfalls mitmachen.

03.04.2009
20:15
Zwischen Teufel und Beelzebub
von kaeptnahoj | #3

Die Kohlelobby siegt.

03.04.2009
19:47
Zwischen Teufel und Beelzebub
von Hauer12 | #2

Die Vernunft siegt.

12.01.2009
21:13
Zwischen Teufel und Beelzebub
von Migger | #1

> Und was ist mit dem Feinstaub

Jung, stell Dich nicht so an. Das ist die Region. Ab diesem Jahr werden alle Steinstaublungen entschädigt. Blüm (CDU) hatte da gesetzlichen Grenzen eingefügt, weil´s sonst zu teuer geworden wäre.

Aber jetzt kann man locker alle Steinstaub Geschädigten zahlen. Nur - es gibt kaum noch welche, die meisten sind schon tod.

Nur mal so, wenn wir nur Feinstaub reden.

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