Westen zeigt auf der „boot” Flagge
22.01.2010 | 17:26 Uhr 2010-01-22T17:26:00+0100
Homberg/ Rheinhausen/ Düsseldorf. Wirtschaftskrise, sparsame Kunden - wie Rheinhauser Anbieter kreativ auf die Herausforderung reagieren. Segelclub Bayer Uerdingen präsentiert Yacht.
Wirtschaftskrise und neues Kundenverhalten prägen auch die vordergründig sorgenfreie Welt des Wassersports. Der Nachwuchs bricht weg, den Altkunden sitzt der Euro nicht mehr so locker (wir berichteten), und der Internet-Einkauf löst bei vielen das Shopping vor Ort ab. Die Rheinhauser und Homberger Firmen und Institutionen, die sich ab heute auf der internationalen Branchen-Leitmesse „boot" in Düsseldorf präsentieren, beschreiten verschiedene Wege, damit umzugehen.
Der Verkauf übers Internet nimmt zu
Ingo Bernhards vom Surfshop „Surf-Sport Rheinhausen" etwa fährt sein Messe-Engagement deutlich zurück und setzt verstärkt auf das Online-Geschäft: „Den Stand fahren wir dieses Jahr etwas kleiner. Das ist auch eine Reaktion darauf, dass es hier für uns letztes Jahr eher mau gelaufen ist." Im großen und ganzen aber nicht: „Die Verkäufe im Ladengeschäft sind stabil, und der Umsatz über unseren Online-Shop wächst sogar. Daran sieht man auch, dass die Bedeutung von solchen Messen abnimmt."
Den umgekehrten Weg - vom Netz in die Läden und zur Messe - geht scheinbar der „Marine Shop Online" (MSO) aus Rheinhausen: Die 2003 gegründete Firma, ursprünglich ein reiner Internet-Versender für Motorboot-Ersatzteile, ist erstmals auf der Messe vertreten und sucht dort auch nach Händlern als neue Vertriebspartner.
Gründer Arndt Meerkamp will das nicht als Trendwende, sondern nur als Ergänzung verstanden wissen: „Es gibt halt auch noch Kunden, die man nicht über das Internet erreicht, sondern nur über ihren Händler vor Ort, dem sie seit Jahren treu sind." Das sei als zusätzliches Geschäftsfeld interessant; Kerngeschäft bleibe aber der Online-Direktvertrieb: „Sowas gab es in dieser Branche sehr lange nicht, und das wirbelt den Markt ziemlich durcheinander, weil es für eine bisher nicht gewohnte Preistransparenz sorgt."
Wohl dem, der nicht auf den Umsatz schielen muss, weil er den Wassersport als Hobby betreibt. Wie etwa die 870 Mitglieder des Krefelder „Segelklub Bayer Uerdingen" - rund ein Drittel von ihnen kommt aus Duisburgs Westen.
„Wir haben einen guten Draht über die Ortsgrenze: die Schulpartnerschaft mit dem Rumelner AEG, unsere Vereinsfreundschaft mit den WRK'lern am Toepper - ein Strich auf dem Stadtplan ist halt nicht so eine wirksame Grenze wie der Rhein", meint Pressewart Siegfried Döring. Er muss es wissen - er gehört zu besagtem Drittel.
Meister aus Rheinhausen ist mit an Bord
Neben dem Messestand, seit 38 Jahren Tradition und diesmal mit der neuen Fahrtensegel-Yacht des Clubs, der 46 Fuß langen „Oeding" als Highlight, die am Samstag, 30. Januar, um 15 Uhr auf der Messe feierlich getauft wird, ist der Verein auch auf drei Messebühnen präsent: In Halle 13 stellen die Uerdinger heute, Sonntag, Montag und kommenden Freitag ihre Freizeit- und Breitensport-Aktivitäten vor. In Halle 14 gibt es an allen neun Messetagen Vorträge. Die Themen reichen von Jugendförderung über Leistungssport bis zum Fahrten- und Hochseesegeln. In Halle 17 stellen sich Samstag, 30. Januar, die deutschen Meister der Segelboot-Klassen Kiel- und Schwertzugvogel, Heinz Lenz und Thomas Schiffer vor. Letzterer ist übrigens auch ein Rheinhauser.
Über den Stand des Schifferberufskollegs Rhein aus Homberg berichten wir in einer der nächsten Ausgaben.
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