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Muss der OSC sein Millionenprojekt begraben?

29.01.2010 | 17:30 Uhr
Muss der OSC sein Millionenprojekt begraben?

Rheinhausen. Es zeichnet sich immer mehr ab, dass der Sportverein sein Bewegungszentrum im Volkspark nicht realisieren kann. Am Ende droht der OSC mit leeren Händen dazustehen: Kein Kunstrasen, keine Clubhaus-Sanierung, kein neues Zentrum – dafür aber höhere Nutzungsgebühren.

Der OSC Rheinhausen hat schmucke Zukunftspläne. Im Volkspark soll auf 3500qm ein neues Gesundheits- und Bewegungszentrum entstehen. Ein vier Millionen Euro teures Leuchtturm-Projekt mit Modellcharakter für eine rosige Zukunft eines Sportvereins, dem sich durch eine einmalige Investition neue Möglichkeiten und Einnahmequellen eröffnen. Doch wie es sich immer mehr abzeichnet, droht der traditionsreiche Olympische Sportclub mit seinen 3000 Mitgliedern zum großen Verlierer werden.

Kein OSC-Projekt im Haushaltsplan

Eine Million Euro aus dem Konjunkturpaket wären als Anschubfinanzierung für das Zentrum mit Hallen, Fitness-Studio und kleinem Hallenbad notwendig, drei Millionen Euro will der OSC aus Eigenmitteln und Krediten aufbringen. Die Bauskizzen liegen auf dem Tisch, der Finanzierungsplan steht. „Ohne das Geld aus dem Konjunkturpaket könnten wir die Pläne aber wieder in die Schublade stecken”, sagt Clubchef Jürgen Keusemann.

Die OSC-Anlage im Volkspark. Luftbild: Hans Blossey

Ursprünglich hatte die Stadt dem Verein einen neuen Kunstrasenplatz und die Sanierung der beiden maroden Vereinshäuser zugedacht. 670 000 Euro sollten dafür aus dem Konjunkturpaket fließen. Die Politik schichtete Mittel um und wollte dem OSC mit einer runden Million die einzige Chance auf das neue Zentrum ermöglichen.

Am Ende mit leeren Händen dastehen

Allerdings sind die meisten Bundesmittel bekanntlich längst verbraten. Auch im kürzlich vom Oberbürgermeister präsentierten Haushaltsplan taucht kein OSC-Projekt auf, anders als zum Beispiel die umstrittene und von der Bezirkspolitik dreimal abgelehnte Flutlichtanlage für das Rheindeich-Stadion in Homberg.

Für den OSC könnte das bedeuten: kein Bewegungszentrum, kein Kunstrasen, keine Sanierung der beiden maroden und Energie-fressenden Clubhäuser, die der Verein eigentlich für den Neubau aufgeben wollte. Am Ende droht dem OSC, komplett mit leeren Händen dazustehen.

„Wenn es so kommt, wäre das der denkbar schlechteste Fall für uns”, sagt Keusemann. Solange der OSC von der Stadt keine klare Antwort habe, warte und hoffe der Verein weiter, sagt der Clubchef.

Stellungnahme der Stadt verwundert

Die Stadt laviert sich weiter um eine eindeutige Antwort herum. Es sei noch unklar, ob das Projekt mit den Förderrichtlinien des Konjunkturpakets in Einklang stehe, heißt es auf Anfrage der Redaktion aus dem Rathaus. Der Verein müsse noch Unterlagen nachreichen, es gebe noch keine abschließende Verständigung.

Diese Stellungnahme überrascht insofern, als dass die Förderfähigkeit üblicherweise als Erstes abgeklopft wird. Schließlich ist das Vorhaben seit mehr als einem Jahr bekannt. Und sonst hätte sich der Verein – der übrigens davon ausgeht, dass das Projekt mit der Bezirksregierung als Aufsichtsbehörde abgestimmt ist – die ganze Mühe und Vorarbeit sparen können.

Statt mit großen Zukunftsplänen wird man sich in den OSC-Räumen an der Gartenstraße zudem wohl bald mit den düsteren Sparplänen der Stadt beschäftigen müssen: Für die Nutzung der Sportstätten sollen die Vereine künftig deutlich mehr bezahlen. Beim OSC hat man die Mehrkosten noch nicht hochgerechnet. „Klar ist aber, dass wir das aus dem laufenden Haushalt nicht leisten können”, sagt der Clubchef.

Höhere Beiträge für schlechtere Gegebenheiten

Was den Vereinen als Reaktion eigentlich nur übrig bleibt, ist eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge. „Wenn wir die Mehrkosten auf die Mitglieder umlegen würden, müssten sie für schlechtere Gegebenheiten mehr zahlen. Denn womöglich wird ja nichts in unsere Sportstätten investiert”, sagt Jürgen Keusemann. Weniger Qualität und weniger Angebote bedeuten weniger Mitglieder sowie sinkende Einnahmen und Zuschüsse. OSC-Chef Keusemann: „Das manövriert die Vereine in einen Teufelskreis.”

Ingo Blazejewski

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