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Kreisverkehr in Homberg erhält bekanntes Brücken-Kunstwerk

13.01.2010 | 15:37 Uhr
Kreisverkehr in Homberg erhält bekanntes Brücken-Kunstwerk

Duisburg-Homberg. Der geplante Kreisverkehr an der Kreuzung Duisburger- und Moeser Straße soll ein Kunstwerk erhalten, das jahrzehntelang die Berliner Brücke geprägt hatte. Die Künstlerin ist einverstanden.

Mit dem Bau des neuen Kreisverkehrs am Verkehrsknotenpunkt in Homberg ist noch nicht einmal begonnen worden, da steht schon fest, wie die Mittelinsel gestaltet werden soll. Im April will die Stadt die Ampel an der Kreuzung Moerser- und Duisburger Straße abbauen und den Verkehr mit einem Kreisel lenken. Der spart die wartungsanfälligen Ampelanlagen und damit Energie. Weil das nachhaltig ist, kann die Stadt die Kosten von rund 700 000 Euro aus dem Konjunkturpaket bezahlen. Ansonsten wäre der Kreisverkehr, den mangels Masse in der Kasse schon niemand mehr auf der Rechnung hatte, wohl vorerst nicht realisiert worden. Wie sagte der Homberger Bezirksbürgermeister so schön: Die alten Pläne seien wohl aus der Schublade gefallen, als jemand im Rathaus nach seiner Butterbrotdose gesucht habe.

Kreisel im Oktober fertig 

Wenn der Kreisel wie geplant im Oktober fertig ist, sollen die Homberger um ein tonnenschweres wie geschichtsträchtiges Kunstwerk herumfahren, das bisher an anderer Stelle jahrzehntelang das Stadtbild Duisburgs geprägt hat und auch über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist.

Dabei handelt es sich um eine Gruppenplastik mit dem Titel „Begegnungen”, die bis vor zweieinhalb Jahren die „Berliner Brücke” zwischen Ruhrort und Duissern zierte, die 1963 vom damaligen Regierenden Bürgermeister Willy Brandt eröffnet wurde und mit über 1820 Metern zu den längsten Straßenbrücken Deutschlands zählt. Die ein Jahr später installierten Skulpturen am Anfang und am Ende der Brücke mussten 2007 abgebaut werden, weil die Betonsockel nicht mehr standsicher waren. Noch lagern die schweren Bronzeskulpturen, an denen Diebe vor anderthalb drei Köpfe abgetrennt hatten, auf dem Gelände der Feuerwache in Walsum. Eine Duisburger Firma soll sie jetzt restaurieren, dann sollen sie im Kreisverkehr aufgestellt werden. Die Künstlerin Ursula Hanke-Förster hat dafür bereits ihr Einverständnis gegeben.

Rheinübergreifende Symbolik

Die Pläne der Stadt sind ungewöhnlich, wenn man die Erfahrung der Vergangenheit betrachtet. In Rheinhausen hatten Bezirksvertreter vehement versucht, ein Kunstwerk für den Riesen-Kreisverkehr am Ortseingangs-Portal vor der Brücke der Solidarität zu erhalten. Bekommen haben sie beleuchtete und quaderförmig geschnittene Büsche.

Diesmal allerdings scheint sich jemand ernsthaft Gedanken gemacht zu haben. Die Idee der Kulturbetriebe-Leiterin Ute Saalmann hat Tiefgang: Das Kunstwerk „Begegnungen” besteht aus zwei Menschengruppen, die voneinander getrennt sind und zueinander wollen. Die Symbolik an der „Berliner Brücke” bezog sich damals auf die beiden getrennten Teile Deutschlands. Jetzt wird die Symbolik sozusagen auf das durch den Rhein „geteilte” Duisburg umgemünzt: Eine der beiden Menschengruppen soll im Homberger Kreisel, die andere im ebenfalls neuen Kreisverkehr am Duissernplatz in Duisburg-Mitte aufgebaut werden – und zwar so, dass sie zueinander streben.

Ingo Blazejewski

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