Das aktuelle Wetter Duisburg 5°C
Zuwanderung

Elendsquartier in Bergheim

04.07.2012 | 22:00 Uhr
Die Anwohner rund um das Hochhaus beschweren sich über Müll und Unsauberkeit. Foto: Kerstin Bögeholz

Duisburg.  Ähnliche Probleme wie in Hochfeld. Nachbarn beschweren sich über Lärmbelästigung und Müllberge. Die Stadt aber ist noch auf der Suche nach einem Konzept.

Die Probleme mit Armutsflüchtlingen aus aus Osteuropa, in Hochfeld seit zwei Jahren ein Aufreger , sind in Rheinhausen angekommen. Ein siebenstöckiges Mehrfamilienhaus in Bergheim wird seitdem von einem Unternehmen aus Dinslaken hauptsächlich an Zuwanderer aus Bulgarien und Rumänien vermietet, laut Insidern an deutlich mehr Menschen, als dort menschenwürdig unterkommen können. „Einmal im Monat“, berichtet ein Nachbar (Name d.Red. bekannt), „kommt der Vermieter mit Bodyguards und kassiert bar ab.“ 269 Menschen sollen dort in 20 Wohneinheiten gemeldet sein. Die Nachbarn beklagen regelmäßige Ruhestörung, vermüllte Straßen und Grünanlagen.

In der Tat fallen Berge von Müllsäcken auf dem Hof auf. Die Wirtschaftsbetriebe bestätigen, dass man dem Vermieter kürzlich zwangsweise mehr und größere Container zugeteilt hat, um das Problem in den Griff zu bekommen. Ramon van der Maat, Sprecher der Duisburger Polizei , bestätigt, dass „diese Adresse uns seit ungefähr einem halben Jahr oft Arbeit macht.“ Vor allem wegen Lärmbelästigung, sagt er, würden dort oft Streifenwagen gerufen. Ordnungsrechtliche Belange rund um die Wohnungsbelegung seien aber Sache der Stadt.

Der sind laut Sprecherin Anja Huntgeburth hinsichtlich der Wohnverhältnisse als auch der sich belästigt fühlenden Nachbarn die Hände gebunden: Alles innerhalb einer Wohnung, etwa die Anzahl der dort lebenden Menschen, sei eine Sache zwischen Mieter und Vermieter. „Wären das städtische Wohnungen, würden wir den Teufel tun, sie zu solchen Konditionen zu vermieten.“ Sind es aber nicht.

Selbst wenn die hygienischen Zustände in den Häusern tatsächlich zu wünschen übrig ließen, könne die „Abfallaufsicht“ des Ordnungsamtes nur eingreifen, wenn der Außenbereich beeinträchtigt ist. Auch für ein Einschreiten des Jugendamtes wegen „Kindswohlgefährdung“, gäbe es hohe Hürden, die nur in Einzelfällen greifen.

Stadt: „Hände gebunden“

Karsten Vüllings, Bezirksvertreter

Ein Vorschlag von Karsten Vüllings, Bezirksvertreter für die Wählergemeinschaft „BL“: „Würde man diesen Menschen Notunterkünfte bereitstellen, wie es sie in den 1980er und 1990er Jahren für Flüchtlinge und Wohnungslose gab, wären sie schon einmal nicht gezwungen, sich für ein Dach über dem Kopf mit mindestens zweifelhaften Geschäftemachern einzulassen, und um die Zustände in solchen Unterkünften könnte man sich dann effektiv kümmern.“ Geld dafür müsse allerdings aus EU-Töpfen kommen: „Die Probleme durch die EU-Osterweiterung wurden nicht in Duisburg verursacht, aber die Kommunen haben es auszubaden. Das geht so nicht.“

Zugang zu Wohnraum ist auch für Karl-August Schwarthans, Geschäftsführer der AWO-Integrations gGmbH, ein zentrales Problem. Er kennt die Verhältnisse in Rheinhausen, weil viele Bewohner des Hauses seine Beratungsstelle in Duisburg aufsuchen. Ein weiteres Problem: „Weil Deutschland und Österreich als einzige EU-Länder die Bürger der neuen Mitglieder vom Arbeitsmarkt ausschließen, sind diese Leute, wenn sie hier sind, gezwungen, sich irgendwie durchzuschlagen.“

Im Gegensatz zu manchen anderen erwartet Schwarthans deshalb auch keine Verschärfung, sondern eine Entspannung, wenn rumänische und bulgarische Bürger ab 2014 auch in Deutschland volle Freizügigkeit, inklusive Arbeitserlaubnis und Recht auf Sozialleistungen, genießen. In puncto Schulpflicht sieht er die Stadt in Bringschuld: „Aus unseren Beratungen sind uns reichlich Zuwanderer bekannt, die ihre Kinder sehr wohl zur Schule schicken wollen, für die aber keine Schulplätze gibt und die jetzt auf Wartelisten stehen.“

Hochfeld im Brennpunkt

Bezirksbürgermeister Winfried Böckhorst, der im selben Viertel, nur wenige hundert Meter vom „Problemhaus“ entfernt wohnt, erklärte, dass sich die Politik des Problems annehmen will. Wie das konkret aussehen soll, konnte er noch nicht sagen. Als erster Schritt soll Bezirksamtsleiter Rainer Sanner demnächst regelmäßig an dem Arbeitskreis teilnehmen, der unter Federführung von Integrationsreferentin Leyla Özmal ein „Handlungskonzept “ für den Umgang der Stadt mit Zuwanderern aus Osteuropa entwirft - eigentlich für Hochfeld, mittlerweile auch für Rheinhausen.

Hintergrund: Zuwanderung rückläufig

Rumänien und Bulgarien sind seit 2007 Mitglieder der EU. Bis Ende 2013 genießen die dortigen Staatsbürger allerdings, anders als in anderen EU-Ländern, nur „eingeschränkte Freizügigkeit“ in Deutschland: Sie dürfen einreisen, können aber nicht legal arbeiten und haben in der Regel keinen Anspruch auf Sozialleistungen. Dass, wie Karsten Vüllings (BL) vermutet, rumänische und bulgarische Staatsangehörige über eine vorgeschobene Gewerbeanmeldung massenweise nach Rheinhausen einreisen, um uneingeschränktes Bleiberecht zu erlangen, bestätigen die Zahlen der Stadt Duisburg nicht: Nur 25 bulgarische und ganze 17 rumänische Staatsangehörige hatten Ende Mai 2005 in diesem Bezirk ein Gewerbe angemeldet.

In ganz Duisburg sind es 618 beziehungsweise 147. Laut Karl-August Schwarthans von der Awo-Integrations gGmbH ist die Zuwanderung aus diesen Ländern nach Duisburg dieses Jahr erstmals seit langem rückläufig.

Matthias Oelkrug



Kommentare
13.09.2012
12:56
Elendsquartier in Bergheim
von nangie | #16


Am besten bei Merkel & Co. einquartieren!

Damit die da mal wach werden!!!!!

12.09.2012
17:12
Elendsquartier in Bergheim
von Punktezebra | #15

zurück to the roots !

wir haben selber genug probleme

12.07.2012
08:57
Elendsquartier in Bergheim
von Rheinhauser | #14

@ konkret

Bis jetzt hat der Sören sich noch nicht sehen lassen!
Bürger haben ihn vor der Wahl schon auf dieses Problem aufmerksam gemacht, aber der neue OB scheint noch nichts machen zu wollen!

Ich finde es auch als skandalös, wenn der neu OB wissend, dass die Menschen da unter menschenunwürdigen Bedingungen leben, das so akzeptiert!

Gute Idee den Vermieter mal anzugehen, aber da hat die Stadt ja bestimmt Angst ;-)
Ich finde auch Kontrollen, wie viele Menschen dort gemeldet sind und wie viele dort wohnen nicht schlecht! Wenn ich mich nicht anmelde bekomme ich doch auch Ärger, aber das sind ja wieder die normalen Bürger, die kann man ja abziehen! Nur mit Geldstrafen kommt man dort weiter, wäre ja auch eine weitere Einnahmequelle für die Stadt ;-)

11.07.2012
18:33
Elendsquartier in Bergheim
von konkret | #13

Wie wäre es, in dieser schönen "freien Marktwirtschaft" mal ordentlich gegen den Vermieter vorzugehen? Überbelegung, Kosten für Müllentsorgung, Mietwucher etc. Hier ist der Vermieter - im Gegensatz zu Hochheide - ja bekannt.

Aber nein, hier kann ja jeder mit Geld machen, was er will.

Und die Parteien (SPD/GRÜNE/CDU/FDP), die für diese Gesetze (Bolkestein-Richtlinie) verantwortlich sind, werden immer schön wieder gewählt.

1 Antwort
Elendsquartier in Bergheim
von kabelerich | #13-1

bald ist der kosovo auch in der eu und dann werden die albaner über diese hintertür
ihre problemfälle auch noch nach duisburg schicken.
wir leben doch schon heute in einem von der mafia oder ähnlichen vereinen regierten deutschland.

11.07.2012
12:13
Elendsquartier in Bergheim
von Rheinhauser | #12

Gestern in der Lokalzeit Duisburg

http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/2012/07/10/lokalzeit-duisburg-rumaenen-rheinhausen.xml

1 Antwort
Elendsquartier in Bergheim
von Rakllo | #12-1

mein Gott geht das da ab,Danke Rheinhausener für diesen Link,das war mal ein sehr schönes Haus,als Kinder durften wir da nicht mit den Schlitten den Berg runterfahren,das war reserviert für die Kinder im Haus.

10.07.2012
13:17
Elendsquartier in Bergheim
von Rheinhauser | #11

Der WDR war heute da!
Jetzt bin ich mal gespannt, ob Herr Link langsam den Ernst der Lage erkennt?!
Schöne negative Werbung für Duisburg, zur besten Sendezeit!

1 Antwort
Elendsquartier in Bergheim
von Rakllo | #11-1

wann soll das kommen,heute abend ??

06.07.2012
13:26
Elendsquartier in Bergheim
von Rakllo | #10

wie wir in den 70er dort einziehen wollten ,ging es nicht,(Zechenwohnungen),später wollte meine Schwester dort rein,da sagte man,ihr müsst Verheiratet sein.Gott sei dank das dass alles nicht ging.

1 Antwort
Elendsquartier in Bergheim
von nangie | #10-1

#10Raklio

siehst du, alles ist für irgendwas gut...das nennt man " Schicksal"...

06.07.2012
09:16
Elendsquartier in Bergheim
von Rheinhauser | #9

Das Geld aus Brüssel können wir uns später holen!

In Dortmund sind diese Leute doch weggezogen, weil die Polizei dort durchgegriffen hat! Warum nicht hier auch?! Hier ruft man dreimal die Polizei und die machen nichts?! Kein Wunder das die hier machen was die wollen!

Gleichzeitig bekomme ich von einem Polizisten (ja, keine Politesse) ein Ticket, weil mein Auto falsch herum geparkt wurde! Und ich wohne übrigens neben dem besagten Haus, ja die normalen Bürger bekommen die ganze Härte des Gesetzes zu spüren!

Wenn das alles nicht so traurig wäre, könnte man fast lachen :-(

4 Antworten
Elendsquartier in Bergheim
von Rakllo | #9-1

von Dortmund nach RH-Bergheim gezogen,lach mich

Elendsquartier in Bergheim
von Rheinhauser | #9-2

Ja, von Dortmund nach Duisburg.
Bitte mal mit dem Thema beschäftigen, dann lachst du dich auch nicht mehr so! ;-)

Elendsquartier in Bergheim
von Rakllo | #9-3

ich kann doch nicht falsch Parken und meckern,unsere Ausländischenmitbürger kennen unsere Gesetze noch nicht,aber die parken auch nicht falsch

Elendsquartier in Bergheim
von Rheinhauser | #9-4

"ich kann doch nicht falsch Parken und meckern"
Können Sie mir das erklären?

05.07.2012
18:12
Elendsquartier in Bergheim
von hansreiner | #8

Es kann nicht darum gehen, den sog. Zuwanderern aus Bulgarien und Rumänien das Leben in Duisburg so angenehm wie möglich zu machen. Ihnen muss vielmehr unter Ausnutzung aller rechtlich zulässigen Mittel unmissverständlich klargemacht werden, dass sie in Duisburg a) keiner will und b) keiner braucht. Die Stadt kann und darf sich nicht auch noch die Lösung dieses Problem aufhalsen.
Das Problem muss an den Bund weitergereicht werden. Denn schließlich hat er es durch seine unverantwortliche Europapolitik zu verantworten.

1 Antwort
#8 hansreiner
von taosnm | #8-1

a) und b) übernehmen dann bitte Sie. Es sieht so aus, als ob sie über die erforderliche Kompetenz verfügen.

05.07.2012
17:32
Elendsquartier in Bergheim
von Bumsfallera | #7

Und wenn ich nicht mehr weiter weiß, gründe ich einen Arbeitskreis.
Die Probleme fangen erst an. Und Sören wird nichts dagegen tun können.
So long Leute.....ich werde auch hier bald abhauen. Vielleicht nach Bulgarien, da ist ja bald keiner mehr und ich werde viel Platz für mich haben.
Ein solches Europa brauche ich nicht.

Aus dem Ressort
Bürger wehrt sich gegen doppelte Preiserhöhung
Trinkwasser
Stadtwerke erhöhen Grundpreis für Rheinhauser Hauseigentümer zweimal in zwölf Monaten. Versorger begründet doppelte Erhöhung mit hohen Fixkosten
Freibad in Homberg bleibt 2015 erhalten
Haushalt
Stadtrat kassiert zwar die meisten Punkte der Sparliste. Damit werden auch viele andere bürgernahe Leistungen im Duisburger Westen nicht gestrichen. Und die Doppel-Sporthalle für das Krupp-Gymnasium kommt nach Verzögerungen ab 2017. Aber dafür erhöht Rot-Rot-Grün die Grundsteuer stark.
Einfach da sein und zuhören
Grüne Damen
Ökumenische Krankenhaushilfe am Johanniter in Rheinhausen bestehtseit 40 Jahren. 50 Ehrenamtler kümmern sich täglich um Patienten
Musical Kids singen sich warm
Konzert
Rheinhauser Kinder - und Jugendchor gibt am vierten Advent sein 15. Weihnachtskonzert. Proben in der Friedenskirche laufen auf Hochtouren
Brand in der Fröbel-Schule in Rheinhausen
Feuerwehreinsatz
Am Montagmittag hat es in der Toilette der Friedrich-Fröbel-Schule in Rheinhausen gebrannt. Als die Feuerwehr gegen 14 Uhr eintraf, hatten bereits alle Schüler das Gebäude verlassen. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.
Die Grundsteuer in Duisburg soll erhöht werden
Duisburg ist ganz schön pleite. Um die Schließung von Hallenbädern, Stadtteilbüchereien und Jugendzentren zu verhindern, dreht die Stadt an der Steuerschraube. Ist das ein legitimer Weg?

Duisburg ist ganz schön pleite. Um die Schließung von Hallenbädern, Stadtteilbüchereien und Jugendzentren zu verhindern, dreht die Stadt an der Steuerschraube. Ist das ein legitimer Weg?

 
Fotos und Videos
Bellydancer-WM in Duisburg
Bildgalerie
Bauchtanz
Die hohe Kunst des Bauchtanzes
Video
Bauchtanz-Festival