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Bildung

Armut darf Lerneifer nicht bremsen

20.01.2010 | 18:00 Uhr

Homberg. Caritas und Diakonie informieren heute um 19.30 Uhr in Essenberg alle Bürger über ihr gemeinsames Projekt „Schulmaterialkammer”. Immer mehr Kinder ohne Schulsachen.

Unter dem Motto „Homberg macht Schule" starten heute die evangelischen und katholischen Kirchengemeinden (Homberg, Gemeinde Hochheide-Essenberg, St. Peter, Liebfrauen und St. Johannes) in das Projekt „Schulmaterialkammer". Schulpflichtige Kinder aus Familien mit geringem Einkommen können dort Hefte, Stifte, Patronen, Schnellhefter usw. gegen geringe Selbstbeteiligung erhalten. Das ehrenamtliche Projekt entstand in Gemeinschaft von Caritas und Diakonie.

Ähnliche Einrichtungen wurden in Duisburg schon mit Unterstützung der Caritas an verschiedenen Stellen eingerichtet. So wurden im vergangenen Jahr 1500 Kinder mit Hilfen versorgt. Lehrer bestätigen: Die Zahl der Kinder, denen Materialien für den Unterricht fehlen, ist in den letzten Jahren enorm gestiegen. Für schulische Sachen fehlen die finanziellen Mittel - Armut, die manchmal erst auf den zweiten Blick auffällt.

„Die Kinder sind die Leid-tragenden der Lebensumstände ihrer Eltern. Hier will das Projekt ansetzen und die Chance auf Bildung unterstützen. Ausbildung darf nicht an den beschränkten finanziellen Mitteln der Eltern scheitern," sagt Stefan Ricken vom Caritasverband Duisburg e.V..

Das ehrgeizige Projekt lebt ausschließlich von Geld- Sach- und Zeitspenden. Jeder kann eine kleine Spende leisten, Schulmaterial zur Verfügung stellen oder dem Projekt Zeit schenken. Für Ausgabe, Verwaltung, Einkauf oder Öffentlichkeitsarbeit wird jede Hand gebraucht. Daher laden die Organisatoren heute um 19.30 Uhr zu einem Informationsabend in das Gemeindehaus an der Essenberger Kaiserstraße 6 ein. Bei dem Treffen wird das Projekt vorgestellt, eine Lehrerin berichtet über ihre alltäglichen Erfahrungen, die Aufgaben werden umrissen.

Zeit, Material, Geld sind willkommen

Spendenbereite Bürger regt Ricken an: „Vielleicht steht ein Geburtstag an, an dem man auf Geschenke verzichtet und um eine Spende bittet - oder der Verein plant ein Fest, dessen Erlös zur Verfügung gestellt werden kann. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, es profitieren die Kinder in unserer Nachbarschaft."

Startschuss und Öffnungszeiten werden mit dem ehrenamtlichen Team besprochen und dann bekanntgegeben. Wer zuvor Fragen hat oder seine Mitarbeit anbieten möchte, kann sich gerne bei Stefan Ricken unter 02065 988023 melden. Auch in Rheinhausen planen die Kirchengemeinden übrigens die Einrichtung einer Schulmaterialkammer. Hier laufen die Planungen für den nächsten Schuljahreswechsel gerade an.

Martin Ziecke

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