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Strafprozess

Tödlicher Sturz vom Dach beschäftigt Justiz

11.10.2010 | 16:35 Uhr
Tödlicher Sturz vom Dach beschäftigt Justiz

Duisburg. Mit einem tragischen Fall von fahrlässiger Tötung hat es seit Montag das Amtsgericht Stadtmitte zu tun: Ein 24-Jähriger stürzte bei einer Party in Neudorf vom Dach. Drei junge Hausbewohner brachte das nun auf die Anklagebank.

Eine Party in Neudorf endete für einen 24-Jährigen im September 2009 tödlich. Er stürzte vom Flachdach eines mehrstöckigen Hauses an der Mülheimer Straße. Drei jungen Männern, die zur Tatzeit in einer Wohngemeinschaft im vierten Stock des Gebäudes lebten, brachte das jetzt eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung vor dem Amtsgericht Stadtmitte ein.

Traurige Parallele: Bereits vor fünf Jahren stürzte eine junge Frau während einer Fete im gleichen Haus zu Tode. Damals war ein nicht abgesicherter Lichtschacht die Ursache gewesen. Obwohl er danach abgedeckt wurde, hatte die Stadt verfügt, dass das Dach des Gebäudes nicht mehr genutzt werden dürfe.

Eine Anordnung, die den drei Angeklagten, die während des Studiums die Wohnung teilten, allerdings nicht bekannt gewesen sein soll. Sie hatten den nur von ihrer Wohnung aus zugängigen Speicher und eine rundum durch eine Mauer gesicherte sogenannte „Dachterrasse“ als Bestandteil ihrer Wohnung angesehen.

Einer der drei, ein 31-jähriger Referendar, hatte am Unglückstag 20 bis 30 Personen zu seiner Geburtstagsfeier eingeladen. Den Unfall hatte er nicht bemerkt. „Irgendwann hat die Polizei geklingelt und gesagt, dass jemand vom Dach gefallen war.“

Das Verfahren gegen seine Mitangeklagten endete gestern, bevor es noch richtig begonnen hatte: Beide waren nicht auf der Fete gewesen. Das Schöffengericht sprach sie von jeder Schuld  frei.

Gegen den angehenden Lehrer wird das Verfahren in einiger Zeit von vorne beginnen. Dann sollen zahlreiche Zeugen vernommen werden. Nach Ansicht der Verteidigung entbehrt die Anklage jeder Grundlage, es gebe zahlreiche Widersprüche. Bislang scheint nicht einmal zweifelsfrei festzustehen, von welchem Teil des Daches das Opfer stürzte. Die Lage der Leiche sprach jedenfalls nicht für einen  geraden Sturz.

Das Schöffengericht hatte das Verfahren wegen ungenügenden Tatverdachtes gar nicht erst eröffnen wollen. Das Landgericht ließ die Anklage schließlich zu und gab das Verfahren an das Amtsgericht ab.

Das Ermittlungsverfahren gegen die Eigentümerin des Gebäudes stellte die Staatsanwaltschaft übrigens ein, weil irgendwann nach dem ersten tödlichen Unfall einmal ein Vorhängeschloss am Dachzugang angebracht worden war.

Bodo Malsch

Kommentare
12.10.2010
21:33
Tödlicher Sturz vom Dach beschäftigt Justiz
von Zugereiste | #8

4..../.....7
Ich nehme Ihnen Ihnen die Hemmschwelle Gehirn einschalten nicht übel...ist ja nicht Jedem gegeben.
eben drum sollte sich auch topsy krets...
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Tödlicher Sturz vom Dach beschäftigt Justiz
Tödlicher Sturz vom Dach beschäftigt Justiz
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2010-10-11 16:35
Duisburg