Das aktuelle Wetter Duisburg 16°C
Brauchtum

Karnevalisten in der Krise

17.07.2012 | 17:44 Uhr
Karnevalisten in der Krise
Auch an Weiberfastnacht gastierte die KG in der Gesamtschul-Aula. Doch die Kosten für die Sitzungen und die Auflagen sind nun so hoch, dass die Gesellschaft künftig keine eigenen Veranstaltungen mehr durchführen will.Foto: Hayrettin Özcan

Großenbaum.   Der Verein „Op de Hippe Höh“ kann keine eigenen Veranstaltungen mehr durchführen. Das Vorstands-Ehepaar will kein Privat-Geld mehr dazubuttern. Schuld seien die Veranstaltungsauflagen. Nur noch 200 Besucher dürfen in die Schulaule - zu wenig um die Ausgaben wieder ‘reinzuholen.

Den Rüsters reicht’s. „Wir haben privat eine fünfstellige Summe in den Verein investiert. Das wäre locker ein Mittelklassewagen“, sagt Ulrike Rüster. Die Schatzmeisterin und ihr Präsidenten-Gatte Reinhard wollen nicht länger Geld dazubuttern, um Löcher bei „Op de Hippe Höh“ zu stopfen. Die Traditions-Jecken stecken in der Krise. Der Verein will künftig keine eigenen Veranstaltungen mehr auf die Beine stellen.

Gut 6000 € koste die jährliche Prunksitzung in der Gesamtschule Süd, rechnet Ulrike Rüster vor. O-Ton: „Aufgrund der Auflagen der Stadt sind wir nicht mehr in der Lage, die Veranstaltung durchzuführen“, sagt die Schatzmeisterin. Die Einnahmen durch maximal 200 erlaubte Gäste in der Gesamtschul-Aula seien längst nicht ausreichend, um die Ausgaben wieder einzuspielen. Die Sicherheitsauflagen treiben Ulrike Rüster zur Weißglut: „Ich frage mich, wie die das mit 1200 Schülern machen, wenn es mal brennt.“

Sorgen bereiten dem Verein auch die Pläne der Gema. „Wenn das alles so umgesetzt wird, müssen wir künftig statt 1000 € etwa 5000 € im Jahr zahlen.“ Die Gesellschaft für Verwertungsrechte bittet die Karnevalisten für jegliche Art von Musik, die aus dem Lautsprecher erklingt, zur Kasse. Rüster: „Das fängt bei jedem Lied für die Funkenmariechen an.“

Böse Gerüchte von der Auflösung des Vereins machten in den vergangenen Tagen im Süden die Runde. „Es existiert ein neuer Vorstand“, sagt Ulrike Rüster. Sie und Reinhard bleiben in alter Funktion. Geschäftsführer Holger Sandten verließ den Verein Richtung „Rote Funken“, angeblich ohne Streit. „Wir haben angedroht, nicht weiter zu machen, wenn es weiter Veranstaltungen gegeben hätte. Es ist fraglich, ob sich dann jemand anders gefunden hätte.“

Verabschiedet hat sich auch die Showtanzgruppe „The New Sensation“. Die Parkett-Sportler sind jetzt wie der Geschäftsführer bei den Roten Funken aktiv. „Was man ihnen nicht übelnehmen kann“, betont Ulrike Rüster. Eine Tanzgruppe brauche nun mal Auftritte. Und die gebe es ja bei „Op de Hippe Höh“ nicht mehr.

Die Krise im Karneval habe sich schon länger abgezeichnet, sagt Ulrike Rüster. „Mit der Loveparade fing es an.“ Besonders schwer sei der Verein ja von den Veranstaltungsauflagen getroffen.

Was bleibt dann überhaupt noch, bei einem Karnevalsverein so ganz ohne eigene Veranstaltung? „Wir werden uns gerne an anderen Veranstaltungen beteiligen“, sagt Ulrike Rüster. Getreu dem Motto, mit dem die Jecken Besucher auf ihrer Internetseite begrüßen: „Auch ohne Moos zieh’n wir Narren los!“

Arne Poll



Kommentare
19.07.2012
23:46
Karnevalisten in der Krise - Muss nicht sein
von GutesGewissen | #1

Ein Tipp gerade an die Großenbaumer Jecken! Tut euch doch zusammen mit den anderen tollen Vereinen hier im Ort und feiert gemeinsam m d Schützen und der Kameradschaftlichen Vereinigung Karneval wie er einmal war. Ein wunderbarer Ort hierfür wäre beispielsweise der Saal im Vereinsheim des ESV am Bahnhof!

Aus dem Ressort
Flut in Bosnien: Caritas hat spontan geholten
Hilfsaktion
Ausgerechnet das Armenhaus Europas, Bosnien-Herzegowina, wurde im Mai von einer Flutkatastrophe heimgesucht. Grund genug für die Bosnienhilfe der Caritas, umzusteuern und statt der laufenden Hilfsprojekte Mittel für die Opfer zur Verfügung zu stellen. Heribert Hölz zieht Bilanz.
Deichbau in Mündelheim: Drei Kilometer Baustraße
Hochwasserschutz
Einmal mehr kündigt die Stadt den Beginn der Bauarbeiten an. Bis Ende August sollen die Baustraßen und Lagerplätze angelegt sein. Bis Ende Oktober soll dann schon mit ersten Erdarbeiten für den neuen Deich begonnen werden. Dann setzt die Hochwasserperiode ein. Nach früheren Plänen müsste der erste...
Wanheimer Kanu-Gilde lädt zum Sommerfest ein
Unterhaltung
Für diejenigen, die bereits aus den Ferien zurück sind, und jene, die im Sommer lieber in Duisburg bleiben, ist das Sommerfest der Kanu-Gilde gedacht. Auftakt ist am Samstag um 18 Uhr auf dem Gelände des Vereins am Honnenpfad. Mit dabei ist Sänger und Komödiant Dagmar Albert Horn.
Fluglärm-Messung in Serm ist angelaufen
Fluglärm
Station im Garten eines Wohnhauses erfasst den Lärmpegel jedes Überflugs ab 60 Dezibel (A)
Pfeife im Mund, alles im Griff
Schiedsrichter
Durchsetzungsvermögen, Kondition und ein gutes Auge. Schiedsrichter müssen topfit sein, wenn sie auf dem Fußballplatz bestehen wollen. Auch in Großenbaum trainieren Unparteiische der Schiedsrichtervereinigung Duisburg-Süd akribisch, um in Form zu bleiben – und das schon seit 100 Jahren. Am heutigen...
Duisburg und die A59-Sperrung
Fast drei Monate ist die A59 nun schon gesperrt, noch einmal drei Monate werden sehr wahrscheinlich folgen. Wie hat sich die Sperrung der Nord-Süd-Achse auf Sie persönlich ausgewirkt?

Fast drei Monate ist die A59 nun schon gesperrt, noch einmal drei Monate werden sehr wahrscheinlich folgen. Wie hat sich die Sperrung der Nord-Süd-Achse auf Sie persönlich ausgewirkt?

 
Fotos und Videos
WAZ Sommer am See
Bildgalerie
Fotostrecke
So feierte Duisburg den WM-Sieg
Bildgalerie
Jubel und Autokorsos
Die besten Orte am Niederrhein
Bildgalerie
Ferien
Beach-Soccer
Bildgalerie
Fotostrecke