Straßen NRW gibt letzten Abschnitt der B 8n am Freitag für den Verkehr frei
31.05.2012 | 18:38 Uhr 2012-05-31T18:38:00+0200
Duisburg/Düsseldorf. Am Freitagabend macht der Landesbetrieb Straßen NRW den Weg zwischen Duisburg und Düsseldorf endgültig frei: Ab etwa 20 Uhr dürfen die ersten Autos über den letzten Abschnitt der B 8n rollen, der dann direkt auf die A 59 führt. Geplant war der Lückenschluss ursprünglich für Anfang 2011.
Spatenstiche für Fotografen und offizielle Einweihungen durch Politiker gab es im Düsseldorfer Norden und im Duisburger Süden schon einige, seit das Land am Zusammenschluss beider Städte auf direktem Verkehrswege arbeitet. Zur Vollendung der Städteverbindung nach jahrelanger Bau- und Wartezeit ist am Freitag, 1. Juni 2012, nun kein Brimborium mehr geplant: Am Abend, gegen 20 Uhr, will der Landesbetrieb Straßen NRW das fünfte und letzte Teilstück der Bundesstraße 8n mit fast anderthalbjähriger Verspätung für den Verkehr freigeben. Dann sind die vierstreifige Schnellstraße und die Autobahn 59 endgültig miteinander verbunden.
Am späten Donnerstagnachmittag erst entschieden Projektleiter Roland Schmidt und Ahmed Karroum, Abteilungsleiter Bau der Straßen-NRW-Regionalniederlassung Ruhr, dass Autos und Lastwagen ab Freitag über das 1,4 Kilometer lange Teilstück der Bundesstraße rollen dürfen. Wann genau? „Wird sich im Laufe des Tages zeigen“, sagt Karroum. Die Bauarbeiter müssen noch Verkehrsschilder installieren und Markierungen auftragen – am Donnerstag verzögerte Starkregen die Arbeiten. Sicher ist: Auf dem neuen Streckenabschnitt zwischen Düsseldorf-Wittlaer und dem künftigen Autobahnkreuz Duisburg-Süd werden in beide Richtungen schon jeweils beide Streifen befahrbar sein, erst beim Übergang in die A 59 auf Duisburger Stadtgebiet wird’s eng und einspurig.
Bauschutt und Bürokratie verzögerten 62-Millionen-Euro-Projekt
Am 1. Februar 2010 gab der damalige NRW-Verkehrsminister Lutz Lienenkämper (CDU) den offiziellen Startschuss für die letzte Verlängerung der B 8n Richtung Norden und den Bau des Autobahnkreuzes DU-Süd. Darin werden in Zukunft die B8n, die A 59 und die B 288 verbunden, die weiter zur A 524 ausgebaut wird. Das neue Kreuz kostet insgesamt 62 Millionen Euro, zehn davon das letzte Teilstück der B 8n. Spätestens Anfang 2011, so der Plan beim Spatenstich, sollte die B 8n fertig sein, das neue Kreuz mit allen ausgebauten Straßen und Anschlüssen Anfang 2013.
Dann aber verzögerten Dauerfrost und -regen, 300 Tonnen Bauschutt unter der Erde und vor allem ein bürokratisches Hindernis das Projekt: Etwa ein halbes Jahr ging allein verloren, weil die Genehmigung des Großauftrages für den Weiterbau der B 8n zwischen Froschenteich (Düsseldorf-Wittlaer) und neuer Autobahnkreuz-Brücke durch das Bundesverkehrsministerium zunächst nicht erfolgte. Und Bestandteil des Auftrags ist auch die Errichtung des Autobahnkreuzes und der Ausbau der B 288...
Neue Verkehrsführung durch die Großbaustelle
Der wird die Pendler in den kommenden Monaten noch ausbremsen, genau wie die provisorische Verkehrsführung im künftigen Kreuz. Straßen NRW kündigt schon vorab Verkehrsbehinderungen an. Ein Wegweiser für das Asphalt-Geknubbel:
■ Wer aus Düsseldorf anfährt, kann also ab Freitag geradeaus – nonstop und ohne Umwege – über die B 8n nach Duisburg und Richtung Kreuz Breitscheid fahren.
■ Autofahrer, die vom Kreuz Breitscheid Richtung Duisburg-Süd unterwegs sind, können fortan über eine neue A-59-Auffahrt Richtung Duisburg fahren.
■ Für Autofahrer, die aus Richtung Krefeld, über die B 288, anrollen, wurde eine Rampe Richtung Duisburg errichtet. Die bislang genutzte Auffahrt auf die A 59 nach Duisburg wird gesperrt.
■ Daher müssen alle, die von Duisburg über die A 59 zum Kreuz Breitscheid wollen, vorerst einen Umweg fahren: Sie werden bis zur B-8n-Anschlusstelle Froschenteich nach Süden und dann über die neue Straße wieder zurück bis zur B-288-Auffahrt geschickt.
An der bestehenden Verkehrsverbindung zwischen Krefeld und Breitscheid über die B 288 ändert sich erstmal nichts.
A 524 soll im Mai 2013 an das Kreuz angeschlossen werden
Für den Ausbau dieser Bundesstraße zur A 524 lässt Straßen NRW demnächst zuerst die neue, zweispurige Fahrbahn Richtung Breitscheid aus der Erde stampfen. Danach wird die bisherige Fahrbahn der 288 gesperrt, um- und ausgebaut. Der Landesbetrieb will diese Ost-West-Verbindung im Mai 2013 ans Kreuz Duisburg-Süd anschließen – sofern nichts dazwischen kommt, versteht sich.
Eine Prognose für das Verkehrsaufkommen im neuen Autobahnkreuz gibt es bereits für das Jahr 2020: Dann, so schätzt Straßen NRW, werden täglich 42.000 Fahrzeuge über die A 524 und 35.000 über die B 8n rollen.
13:30
Jetzt ist es aber freigegeben (allerdings nur jeweils einspurig). Ich brauchte heute am frühen Morgen gerade mal 17 Minuten von DU-Hbf bis zum Ende des Kennedydamms in Düsseldorf. Das sieht an einem normalen Arbeitstag sicherlich anders aus.
09:12
@kikimurks
Spezialisten sind dagegen all jene Leute, solche wie Sie nämlich, die glauben, man könne im Straßenbau zaubern.
18:48
Heute um 15:30 war das Teilstück noch nicht freigegeben. Man musste wieder in Froschenteich herunter und sich in den Stau stellen. Anscheinend ist aber auf der B288 etwas geschehen. Dort war nämlich der Verkehr komplett zusammengebrochen. Ich tippe mal, dass die Schlauberger von Strassen.NRW die Zufahrt von der B288 auf die A59 freigegeben und gleichzeitig die alte gesperrt haben. Sie haben also den Verkehr, der sonst auf 3 Spuren fließt auf eine gequetscht. Da aber das Teilstück von Düsseldorf her nicht freigegeben war und damit der Verkehr von Krefeld und Düsseldorf die eine Spur nehmen musste war es vorbei mit der freien Fahrt. Zum mindest sähe dies den Spezialisten von Strassen.NRW ähnlich. Das sind nämlich echte Spezialisten! :-)
11:53
„Die bislang genutzte Auffahrt auf die A 59 nach Duisburg wird gesperrt. -
Daher müssen alle [...] einen Umweg fahren [...] bis zur B-8n-Anschlusstelle Froschenteich nach Süden und dann über die neue Straße wieder zurück bis zur B-288-Auffahrt geschickt."
Grundsätzlich eine prima Nachricht, aber:
wer hat denn diese Schnapsidee gehabt??? Für solche Umleitungen ist die Straßenführung dort ja nun gar nicht ausgelegt.
Was ist mit den Fahrzeugen, die von Duisburg aus Richtung Krefeld ansteuern wollen? Ist für sie auch die alte Abfahrt gesperrt und sie müssen über den Froschenteich???
09:58
Also ein Musterbeispiel für vermurkste Planung finde ich eher den Bau vom Großflughafen in Berlin.
Da stellt man circa eine Woche vor Eröffnung fest: "Upps, selbst wenn wir ab sofort die doppelte Anzahl von Leute hier 24 Stunden täglich durcharbeiten lassen und die sich nicht ständig auf die Füße treten, werden wir nicht rechtzeitig fertig"
Und das wo bereits ganze internationale Flugpläne auf den Flughafen abgestimmt worden sind.
Da sind die paar Kilometer zwischen Duisburg und Düsseldorf, die man - ja relativ - gut umfahren konnte, doch Peanuts gegen.
Stimmt! Wenn man mal davon absieht, dass tausende Autofahrer mehrere Monate in einem Baustellenkonstrukt im Stau standen, dass noch gar nicht benötigt wurde. Der volkswirtschaftliche Schaden durch die Fehlplanung dürfte nicht unerheblich sein. Mal von den völlig unnötig ausgestossenen Abgasen abgesehen.
09:54
Lustig war immer noch das Baustellenschild am Froschenteich: Fertigstellung Ende 2011. Zumindest am Wochenende stand es immer noch da. Ohne Terminkorrektur.
Das Schild tauchte aber er im Spätsommer auf. Bis dahin wurde noch mit der Fertigstellung Anfang 2011 geworben. Danach hat man aber kurz noch die fertige Ausfahrt abgerissen und einen Verteilerkreis gebaut. Den braucht man wahrscheinlich, weil ja jetzt der Verkehr von Duisburg Richtung Breitscheid über Froschenteich gelenkt wird.
08:01
Ist ja eine tolle Nachricht. Das gab aber auch höchste Zeit. Erst wird der Weiterbau verpennt, dann wird eine Freigabe für "nach Weihnachten" angekündigt obwohl absehbar war, dass der Termin nicht zu halten ist, dann gibt es den Termin Ende März, obwohl auch dieser absehbar nicht zu halten war. Ausreden hat Strassen.NRW genug gefunden. Tatsächlich ist das Ganze aber ein Musterbeispiel für vermurkste Planung. Also dann doch keine so tolle Nachricht sondern eine höchst überfällige!
20:16
Fein, dann kann ich das ja am Samstagmorgen direkt antesten.