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Rockerkrieg in Duisburg – Supporter-Clubs für Polizei schwer greifbar

19.02.2013 | 16:27 Uhr
Das Archivbild zeigt einen Motorradkorso der Bandidos 2009. Eine Woche war vor der Bandidos-Kneipe „The Fat Mexikan“ Bandido Eschli von einem Hells Angel erschossen worden. Foto: Lars Froehlich / WAZ FotoPool

Duisburg.   Die Drohgebärden rivalisierender Rockerbanden in Duisburg beunruhigen viele Anwohner. Anders als Satudarah haben die Hells Angels in Duisbug offiziell keinen Charter, stattdessen nur Unterstützerklubs. Das erschwert die Ermittlungen. Die Polizei schätzt die Szene auf „weniger als 500 Personen“.

Schüsse in der Nacht auf offener Straße . Schlägereien mit Baseballschlägern und Schneeschiebern . Der in den jüngsten Tagen eskalierte Konflikt zwischen drei rivalisierenden Rocker-Vereinigungen schreibt bundesweit Schlagzeilen. Besorgte Bürger, die in der Nähe der einschlägig bekannten Treffpunkte leben, stellen offen die Frage, ob ihre Sicherheit im Alltag überhaupt noch gewährleistet sei. „Bisher hieß die Devise immer nur: Rocker gegen Rocker. Unbeteiligte waren kein einziges Mal betroffen. Deshalb brauchen sich die Bürger aus unserer Sicht keine Sorgen zu machen, ob sie sich noch vor die Türe trauen können“, erklärte Polizeisprecher Ramon van der Maat.

Für die Polizei sind die jüngsten Vorfälle eindeutig der Kategorie „Gegenseitige Drohgebärden unter verfeindeten Gruppierungen“ zuzuordnen. Dass jetzt publikumswirksam Rufe nach kollektivem Wegsperren der Rocker laut würden, sei zwar nachvollziehbar, aber nicht haltbar, so van der Maat.

Straftaten konkret nachweisen

„Wir leben in einem Rechtsstaat. Sie können nicht mal eben alle wegsperren, nur weil die eine Rockerkutte anhaben. Wir müssen Straftaten der jeweiligen Organisation konkret zuordnen und nachweisen können. Und jeder ermittelte Täter muss konkret einem der Vereine zugeordnet werden können.“ Das sei aber zunehmend schwieriger.

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In Duisburg gehen Rocker mit Granaten aufeinander los, feuern Schüsse in Wohngebieten ab. Verboten sind Hells Angels, Satudarah und Bandidos hier...

So existiere etwa in Duisburg gar keine Vereinsabteilung – in der Rockersprache: Chapter – der Hells Angels oder Bandidos. „Deshalb sprechen wir hier ja offiziell auch immer nur von Personen, die diesen Organisationen nahe stehen“, so van der Maat. Es hätten sich dafür aber zahlreiche Unterstützerklubs gegründet. Die seien oft nur schwer greifbar, weil sie sich oft nach wenigen Wochen des Bestehens schon wieder auflösen und plötzlich unter neuem Namen woanders auftauchen. „Denn allein durch ein Vereinsverbot würden ja die Mitglieder nicht von der Bildfläche verschwinden“, so der Sprecher.

Schüsse auf Kiosk

Und wie groß ist die Gruppe, mit der es die Polizei in Duisburg insgesamt zu tun hat? „Wir gehen von weniger als 500 Personen aus, wenn alle Gruppen, auch die Unterstützerklubs, zusammengezählt werden“, sagt van der Maat. Im Stadtgebiet gäbe es über ein Dutzend polizeilich bekannter Rockertreffs, hinzu komme eine gewisse Dunkelziffer.

321 Personen kontrolliert, fünf Rocker angezeigt

Die bekannten Punkte hat die Polizei seit den jüngsten Vorfällen noch stärker als bisher ins Visier genommen. Nach einer Großkontrolle am vergangenen Samstag in Rheinhausen (wir berichteten) folgte in der Nacht auf Dienstag die nächste. Ein massives Polizeiaufgebot zeigte stadtweit Präsenz, kontrollierte 20 Fahrzeuge sowie insgesamt 321 Personen. Fünf Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz wurden erstattet. So wurden Reizgas, Messer und Teleskopstöcker sichergestellt. Es gab keine Festnahmen.

Die Zahl der Rocker-Kontrollen soll konstant hoch bleiben, stellt die Polizei Duisburg klar. Sie will zeigen, „dass wir hier in unserer Stadt keine rechtsfreien Räume dulden“.

Bandidos-Mord-Prozess 2010

Hells Angels stürmen Bandidos-Kneipe...

 

Thomas Richter

Kommentare
20.02.2013
10:42
Aussage des Polizeisprechers...
von AusHamborn | #13

„...Deshalb brauchen sich die Bürger aus unserer Sicht keine Sorgen zu machen, ob sie sich noch vor die Türe trauen können...“

Das kein/e...
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Rockerkrieg in Duisburg – Supporter-Clubs für Polizei schwer greifbar
Rockerkrieg in Duisburg – Supporter-Clubs für Polizei schwer greifbar
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http://www.derwesten.de/nrz/staedte/duisburg/rockerkrieg-in-duisburg-supporter-clubs-fuer-polizei-schwer-greifbar-id7636814.html
2013-02-19 16:27
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