Opfer-Anwälte erwarten jahrelangen Rechtsstreit
06.08.2010 | 08:00 Uhr 2010-08-06T08:00:00+0200
Duisburg.Die Kanzlei Baum, Reiter und Collegen, die Opfer der Loverparade vertreten wird, geht nach der Katastrophe von einem Jahre langen Rechtsstreit aus - und zweifelt daran, dass die Versicherungssumme des Veranstalters reicht.
Der von der Lopavent, dem Veranstalter der Loveparade, und dessen Versicherer sowie von der Landesregierung NRW als Soforthilfe zur Verfügung gestellte Betrag von je einer Million Euro wird nach Ansicht der Anwaltskanzlei Baum, Reiter und Collegen nicht ausreichen, um die dringendsten Kosten der Opfer nur annähernd auszugleichen. Dies teilte die Düsseldorfer Kanzlei, die Betroffene in ejnem Sammelverfahren vertreten wird, mit.
Da die Soforthilfe nach Angaben der Staatskanzlei zunächst Hinterbliebenen und Verletzten zur Verfügung stehe, die stationär im Krankenhaus behandelt werden mussten, sei eine weitere Schadensregulierung erst zu erwarten, wenn die Haftungsfrage voll umfänglich geklärt sei. Als Verantwortliche kämen nach derzeitigem Erkenntnisstand sowohl der Veranstalter wie auch die Stadt als Aufsichts- und Genehmigungsbehörde sowie das Land NRW als Dienstherr der Polizei in Betracht.
Mit 7,5 Millionen versichert
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Die Versicherungssumme des Veranstalters werde mit 7,5 Millionen kaum ausreichen, alle Ansprüche und Folgebehandlungen zu bedienen, meinen die Anwälte. Während die Stadt im Falle des Nachweises einer Amtspflichtverletzung unbegrenzt mithafte, hafte der Veranstalter nur dann auch mit seinem Privatvermögen, wenn ihm ein persönliches Verschulden nachgewiesen werden könne.
Nach Einschätzung von Rechtsanwalt Gerhart Baum werden sich die Ermittlungen zur Klärung der Haftungsfragen über Jahre hinziehen. Er rät den Betroffenen, sich zur Geltendmachung von Ansprüchen zusammenzuschließen. Dazu sollten potenzielle Kläger Gedächtnisprotokolle anfertigen und körperliche oder seelische Verletzungen sowie deren Behandlung dokumentieren.
Die Kanzlei Baum, Reiter und Collegen, die Opfer und Hinterbliebene per Sammelverfahren vertreten will, sieht ihre Aufgabe zunächst in der Vermittlung geeigneter psychologischer Betreuung und Geltendmachung finanzieller Soforthilfe. Weitere Schritte würden Strafanzeigen und die Einsichtnahme in staatsanwaltliche Ermittlungen sein. Auf den sonst üblichen Honorarvorschuss wollen die Düsseldorfer Anwälte verzichten.

18:02
Sieh auf zu den Sternen.
Gib Acht auf die Gasse.
-Wilhelm Raabe-
www.loveparade2010doku.wordpress.com
23:42
Das wird vor keinem Gericht Bestand haben.
Gott sei dank.
23:20
Die Städte haben sich in der Rahmenvereinbarung von 2007 - die mir vorliegt - mit Lopavent auf eine noch geringere Versicherungssumme geeinigt. Diese lag bei etwa der Hälfte der tatsächlich für Duisburg abgeschlossenen Versicherungssumme.
Des weiteren sieht die Rahmenvereinbarung vor, dass die Städte keine über die Versicherungssumme hinausgehenden Ansprüche an Lopavent stellen.
23:16
Es wird immer schmutziger.
Was bisher feststeht, sind leider nur die Namen der Opfer.
Auf der anderen Seite: Fehlanzeige. Für Jahre?
20:48
Es ist nicht nur bezeichnend, daß selbst bei diesen eindeutigen Verantwortungen auf lange Zeiten für die Rechtsfindung sprich Entschädigung der Opfer hingewiesen wird, es zeigt genauso eindeutig was die sog. Gesetzgeber (scheinheilige Politiker im Schulterschluß mit der ach so unabhängigen Justiz) zu ihrem eigenen Schutz vorbereitet hat, um wie immer davon zu kommen.
18:33
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17:59
Bleibt festzuhalten das von den Verantwortlichen bisher erst Schaller und die AXA Versicherung Soforthilfen zugesagt haben, und diese Information bereits seit dem 29.7.2010 vorliegt:
Cologne, 29.07.2010
AXA and Rainer Schaller set up emergency aid for victims of the Love Parade
The AXA Group, Cologne, and Rainer Schaller have set up an emergency aid for victims of the Love Parade and their families. Available is 1 million €, which provide most of the insurers, but also Rainer Schaller together from his private fortune. The money will be used to sufferers, who are advised by the tragic events of last Saturday in financial need to be able to help immediately.
Quick Help
We have been working flat out on Monday with such a solution, said Ingo Koch, spokesman for the AXA Group. Although initial discussions have led to the city of Duisburg this week still to no concrete results, AXA continues to hope to include other stakeholders such as the city of Duisburg or the state of North Rhine-Westphalia still can. The ultimate goal was for us from the beginning, helping to quickly regardless of the outcome of the public prosecutors investigations, where help is needed.
The establishment of the emergency by AXA is not intended as legal acknowledgment of debt and does not in any way prejudice the investigation. Rather, the AXA and Rainer Schaller matter in the interests of those affected now actually carry out responsibilities - completely independent of determining liability. For this reason, the insurer reserves also plan to take after determining liability for payments made after other responsible parties liable. That does not mean that those affected will have to repay the money. We are not even recover the amounts paid, said Koch. Only the inputs are taken into account later on possible damage payments.
Damage must be reported in writing
Affected, who are by the tragic events at the Love Parade in an acute financial distress should their damage as quickly as possible, indicating emergent or already subscribe and expenses incurred in writing with the reasons for AXA, which has taken over the central settlement. Each case is examined individually. We ask all concerned to make themselves only when they are actually in financial distress are, said Friedhelm Martin, head of claims at AXA. The money is to arrive there, where it is now most needed. Here we are thinking first and foremost to the survivors of the deceased. For all other parties concerned, the insurer continues to try to quickly clarify the issue of liability in order to promptly provide solutions.
The address for damage reports from the emergency is
AXA Versicherung AG
Headquarters
For third party liability claims
Keyword Emergency Love Parade
51 171 Cologne
Required information: name and date of birth of the victim, name, address and telephone number of the sender, the justification and information about the financial emergency, or an indication of the resulting costs, bank details.
More information for the press:
INGO A. KOCH
Tel: 0 22 1 / 1 48-2 11 44
Fax: 0 22 1 / 1 48-2 17 04
E-mail: ingo.koch@axa.de
AXA in Germany
17:09
Es geht hier und den Anwälten wohl eher um die Schadensersatzansprüche als um die entstehenden Kosten.
Was sich die Lopavent bei dieser geringen Versicherungssummer gedacht haben mag wird wohl ihr Geheimnis bleiben. Denn selbst wenn man von den kalkulierten 450.000 Besuchern ausgeht (es waren ja bekanntlich keine 1,4 Millionen @fatih) - und selbst wenn nichts passiert wäre wäre diese Summe ein ganz dünnes Brett gewesen...
Wahrscheinlich ist man davon ausgegangen, dass wenn etwas schief geht die Schuld von der Stadt übernommen würde, die unbegrenzt haftet...
16:08
In manchen Dingen bin ich ziemlich naiv. So war ich entsetzt, als ich zum ersten Mal las, dass der Veranstalter mit nur 7,5 Mio. versichert ist. Nach meiner Vorstellung hätte eine Genehmigung bedingt, dass eine entsprechend hohe Versicherung abgeschlossen wurde. Doch, wie gesagt, in manchen Dingen bin ich naiv.
Dennoch würde es mich interessieren, ob eine Stadt nicht eine Genehmigung von einer angemessenen Versicherung abhängig machen muss. Vielleicht weiss da jemand was.
16:00
Das schöne ist ja das alle, also die Stadt Duisburg, das Land NRW und der Veranstalter so viel Geld haben um alles heraus zu zögern bis die Hinterbliebenen keine Geld mehr haben um die Anwalts/Gerichtskosten zu tragen.