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Scherben statt Schulmilch

14.06.2012 | 16:37 Uhr
Scherben statt Schulmilch
Am Donnerstag demonstrieren Eltern und Schüler der Vennbruchschule in Duisburg - Walsum und zeigen dem Immobilien Management Duisburg ( IMD ) die rote Karte.Foto: Stephan Eickershoff/WAZFotoPool

Duisburg-Walsum.   Eltern und Kinder an der Vennbruchschule un der Theißelmann-Grundschule wollen endlich wieder „eigene“ Schulhausmeiter. Sie geben dem Immobilienmanagement der Stadt die Schuld an unhaltbaren Zuiständen.

„Ich möchte an einer Schule sein, wo ich immer Schulmilch kriege und wo keine Glasscherben auf dem Schulhof liegen“, sagt die kleine Bianca. Dann kullern ihre Tränen über die rosigen Wangen. Die Mutter drückt das Kind fest an sich, selbst den Tränen nahe.

Keine Inszenierung sondern Walsumer Schulrealität, was sich da am Donnerstag auf dem Schulhof der Grundschule Vennbruchstraße abspielte: Das Herbstlaub, das hier nie geräumt wurde, stinkt und verrottet. Müll und Scherben liegen darin herum.

Ein Schulhausmeister, der für Ordnung sorgen könnte, ist nicht in Sicht, weil das Immobilienmanagement der Stadt (IMD) der Schule nur einen halben Hausmeister aus dem Pool der Subunternehmens „Octeo Services“ zugestanden hat. Dort arbeiten keine ausgebildeten Schulhausmeister sondern schlecht bezahlte, fachfremde Hilfskräfte, sagen die wütenden Eltern, die für ihre Kinder ultimativ einen „echten“ Schulhausmeister fordern.

Neben Eltern und Kindern, die an diesem Tag der Kommune symbolisch die rote Karte zeigen, sind auch Schulleiter Peter Steuwer und seine Kollegin Barbara Bader von der Theißelmannschule hier.

Sie sprechen von unhaltbaren Zuständen: „Gestern hat sich ein Kind auf der Schultoilette übergeben“, sagt Steuwer, „niemand reinigte den Bereich anschließend.“ Dies käme häufig vor, sei nur ein kleines Puzzlestück im katastrophalen Großen und Ganzen: „16 Minuten am Morgen werden dem ,halben’ Hausmeister zugestanden. So kann es nicht weiter gehen“, sagt Steuwer und erntet Applaus. Dem Fass den Boden ausgeschlagen hat aus Sicht der Eltern, dass das städtische Immobilienmanagement (IMD) den ,halben’ Hausmeister abgezogen habe. Erst am Montag solle eine neue Teilzeitkraft kommen, was für die Kinder bedeute, dass sie am Wochenanfang auch auf ihre Schulmilch verzichten müssen. „Es kann doch nicht sein, dass sich die IMD als Verwaltungsorgan über die politischen Gremien stellt“, ärgert sich ein Vater, „die Ratsmehrheit hat sich für einen Hausmeister pro Schule ausgesprochen, und das IMD ignoriert es.“

Sauberkeit, Sicherheit, akzeptables Lernumfeld: Dies alles, sagen die Eltern, sei für ihre Kinder nicht gewährleistet. Eine Mutter bringt die Stimmung auf den Punkt: „Ich denke darüber nach, mein Kind unter diesen Umständen nicht mehr in die Schule zu lassen.“

Christian Balke

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