Linksrutsch bei Duisburger Grünen
01.02.2010 | 07:00 Uhr 2010-02-01T07:00:00+0100Der neue Vorstand will den „grün-linken Flügel” künftig stärker einbinden und der Partei wieder ein eigenes Profil geben. Beobachter sprechen gar vom „Linksrutsch”.
Die Grünen haben am Samstag einen neuen Vorstand gewählt – und damit auch einen politischen Richtungswechsel eingeleitet. Beobachter sprechen gar vom „Linksrutsch”.
Als neuer Vorstandssprecher wurde Matthias Schneider (50) gewählt, der innerhalb der zerstrittenen Partei als „Basis-Grüner” oder „Linker” gilt und als Kritiker der bisherigen Fraktions-Chefs Dieter Kantel und Doris Janicki. Matthias Schneider, der als Systemanalytiker ein Software-Unternehmen leitet, ist seit 2005 Mitglied der Grünen. Er kandidierte bei der Bundestagswahl vergangenen Herbst im Duisburger Norden für den Bundestag und ist stellvertretender Bezirksbürgermeister für Ruhrort/Homberg/Baerl.
Als gleichberechtigte Vorstandssprecherin wurde Carmen Müller gewählt, die zusammen mit Schneider und dem neuen Kassierer Dirk Schönhagen den geschäftsführenden Vorstand der Duisburger Grünen bilden.
Während der bisherige Vorstandssprecher Reiner Neumann wie angekündigt aus persönlichen Gründen nicht mehr kandidierte, bleiben Helena Lischka und Lütfiye Dogan im Vorstand. Das nun achtköpfige Vorstands-Team vervollständigen als Neulinge Gerwin Ruske (bis Ende 2009 Sprecher der Grünen Jugend), Sait Keles (bis September Mitglied des Stadtrates) und Sina Jäger.
Vier Kandidaten wurden gewählt
Für die Landtagswahl wurden von den grünen als Kandidaten nominiert: Carmen Müller (Stadtbezirk Süd, Duissern, Neudorf, Wanheimerort), Sait Keles (Stadtbezirk Rheinhausen, Alt-Homberg, Hochhausen, Baerl), Ralf Welters (Stadtbezirke Hamborn und Walsum) und Riza Kurc (Meiderich/Beeck, Ruhrort, Altstadt, Neuenkamp, Kaßlerfeld, Dellviertel, Hochfeld).
Matthias Schneider betonte vor der Mitgliederversammlung, die Partei im Sinne des Wahlprogrammes wieder zusammenzuführen. Dies bedeute „Kompromisse für alle”. Schneider machte bereits deutlich, dass der „grün-linke Flügel” im Gegensatz zu bisher nun in alle Entscheidungen eingebunden werde. Und in Richtung Fraktion, die bisher den Kuschelkurs mit dem OB und seiner CDU gefahren ist, machte Schneider deutlich, dass es zum Duisburger Haushalt und dem Sparpaket einen Beschluss der Mitgliederversammlung geben wird: Alleingänge der Fraktion soll und wird es nicht geben.
Der neue Vorstand trifft sich bereits am Dienstag zur ersten Sitzung. „Wir wollen mit Volldampf loslegen”, versprach Schneider. Sein Ziel: Das Wahlprogramm der Partei umsetzen und der Partei in Duisburg endlich wieder ein eigenes Profil verleihen.
Kommentar zum Linksrutsch bei den Grünen am Montag, 1. Februar, in der NRZ Duisburg.

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