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Kein Geld für Öl - Mieter im Duisburger „Kalthaus" frieren

23.02.2013 | 11:00 Uhr
Kein Geld für Öl - Mieter im Duisburger „Kalthaus" frieren
Die Mieter im Mehrfamilienhaus an der Moerser Straße 92-94 in Hochheide müssen wieder frieren.Foto: Tanja Pickartz

Duisburg.  14 Mieter und Eigentümer eines Wohn- und Geschäftshauses in Duisburg-Homberg müssen sich in diesen Tagen auch in den vier Wänden warm anziehen. Weil der Hauptmieter seine Rechnung nicht bezahlt, fließt kein Geld in die Kasse der Hausverwaltung. Die Heizung ist aus - der Heizöltank leer.

Draußen rieselt der Schnee. Die 14 Mieter und Eigentümer des Wohn- und Geschäftshauses Moerser Straße 92 in Alt-Homberg frieren mal wieder, heute sind es zehn Tage. Die Heizung steht wieder still, der Heizöltank ist leer.

Die Hausverwaltung argumentiert wieder: „Wir haben Probleme mit den Zahlungen und kein gedecktes Konto. Bevor es keine neuen Zahlungseingänge gibt, können wir kein Heizöl bestellen.“ Mieter Stefan Kühn, dessen Thermometer konstant bei sieben Grad steht, kontert: „Kälte geht gar nicht!“

Zwangsversteigerung steht aus

Die Geschichte kommt den fröstelnden Mietern und Eigentümern bestens bekannt vor. Sie haben seit einer guten Woche ihr Déjà-vu-Erlebnis: Schon im Dezember war der Heizöltank leer. Damals froren die Bewohner des dreigeschossigen Flachdachbaus wie berichtet gleich 16 Tage lang – und das vor Weihnachten. Kurz vor Heiligabend wurde aufgetankt.

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Auch im Dezember begründete WEBA-Geschäftsführer Berend de Wall den Ausfall der Heizung mit mangelnder finanzieller Liquidität in der Hauskasse, in die alle Eigentümer regelmäßig einzahlen sollten: Seit Dezember hat sich diese Situation nicht verändert: „Ein Eigentümer hat seit mehr als vier Jahren nicht in die Hauskasse eingezahlt. Er hat bei uns inzwischen Außenstände von rund 52 000 Euro.“ Was die Lage noch komplizierter macht: Dem säumigen Eigentümer gehört nicht nur ein Einzelhandelsgeschäft im Erdgeschoss an der Moerser Straße, er ist mit 51 Prozent Anteil auch der größte Eigentümer.

Bis auf Eigentümer alle im Rückstand

De Wall: „Dieser Eigentümer hat von Anfang an nicht in die Hauskasse eingezahlt, keinen Euro Hausgeld überwiesen. Unsere Anschreiben wurden alle ignoriert.“ Die WEBA fand heraus, dass dieser Eigentümer seit langem insolvent ist. Sie beantragte 2012 die Zwangsversteigerung. Doch die kann erst umgesetzt werden, wenn dem Eigentümer der Bescheid auf Zwangsversteigerung zugestellt wird. Doch das gelang bisher nicht. Denn: „Der Eigentümer wohnt inzwischen in der Türkei“, so de Wall. Der neue Mieter des Ladenlokals bezahle seine Miete zwar an den Eigentümer in der Türkei, aber der überweise die Gelder nicht in die Hauskasse der WEBA: „Wir haben versucht, an diese Mieteinnahmen zu kommen, leider vergeblich.“

Ein Blick in die Abrechnung zeigt: Bis auf einen Eigentümer sind alle mit ihren Zahlungen in die Hauskasse im Rückstand. Allein für 2011/2011 summieren sich die Außenstände auf rund 60.000 Euro. Immerhin gibt es jetzt einen Lichtblick: Bei einer Notversammlung der Eigentümer am Mittwoch sagten einige Wohnungsinhaber der WEBA eine Sonderumlage in Höhe von rund 25.000 Euro zu, zahlbar zum 28. Februar. Damit könnte die WEBA wieder einige tausend Liter Heizöl bestellen und zumindest die wichtigsten Reparaturen am Haus bezahlen. Bis dahin müssen die Mieter weiter frieren.

Martin Krampitz



Kommentare
25.02.2013
16:52
Kein Geld für Öl - Mieter im Duisburger „Kalthaus
von barchettaverde2 | #12

Wieso ziehen die Mieter nicht aus? Das Problem scheint ja bekannt zu sein und die Mieter hatten ja in der heizfreien Periode genug Zeit um sich was anderes zu suchen. Ich würde keine zwei Tage im Winter in einer kalten Wohnung verbringen.

25.02.2013
09:42
Kein Geld für Öl - Mieter im Duisburger „Kalthaus
von apfeltasche | #11

Ich würde in so einer BUDE nie einziehen! Selber schuld! Wie oft denn noch eine kalte Bude?

Auf der Hedwigstrasse gibt es auch so ein Haus.Da wurde eine Wohnung in der Mieter wohnten unter all den Eigentümern,an jemanden im Haus (Auch Eigentum in dem Haus) verkauft.Da kam es auch mal vor das er es fertig brachte und um 23 Uhr mit einem betrunkenen "Handwerker" in die WOhnung wollte um nach der Toilette zu gucken.Oder er stand in der Waschküche und fragte wieso die Frau keine Unterwäsche in der Waschküche aufhinge.Oder stand Abends vorm Balkon und spannte in die Fenster.Da ist ein kalter Hintern doch wohl lapidar.Im übrigen arbeitete die Frau vom Eigentümer im Homberger Bürgerbüro.Der Erst Eigentümer der den Mietvertrag abschloss hatte zuvor dementiert das er verkaufen würde.Die WOhnung mussten wir erst Grundsanieren.Es wohnte ein Asi vorher darin.In gemachte Nest machte isch dann Eigentümer Nr 2 im eigenen Haus Hedwigstr.Soviel zum Thema Eigentümer!! Pfuideiwel

25.02.2013
07:47
Kein Geld für Öl - Mieter im Duisburger „Kalthaus
von Wurzelputz | #10

Noch was...die Mieter des Hauses werden sich freuen, denn Außenstände von Abrechnungen aus 2011 und früher brauchen nicht gezahlt werden. Das gilt nicht für die Eigentümer.

25.02.2013
07:28
Kein Geld für Öl - Mieter im Duisburger „Kalthaus
von Wurzelputz | #9

Ja, @Jorgel | #7 so ist das eben wenn man MIETER ist!
Und im Artikel schreibt man von 14 Mieter und Eigentümer. Die Mieter können sehr wohl ihre Miete mindern. Hier scheinen es aber überwiegend EIGENTÜMER zu sein und die müssen ALLES zahlen. Oft werden Eigentumswohnungen angeschafft, kümmert sich nicht um die neue Rechtslage und wundert sich über die immensen Kosten und Rücklagen, sowas kannte man als Mieter nicht.
Was mich wundert, dass bis auf ein Eigentümer alle anderen im Rückstand sind. Diese und den Hauptschuldner hätte man lt. WEG schon längst in die Wüste schicken sollen, da hat der Verwalter, also die WEBA schlicht gesagt den Job nicht gemacht und gepennt.

1 Antwort
Kein Geld für Öl - Mieter im Duisburger „Kalthaus
von Jorgel | #9-1

In der Überschrift ist nur von Mietern die Rede. Deshalb habe ich mich darauf bezogen. Ein Eigentümer aber, der seine laufenden Unkosten nicht zahlt, hier das Hausgeld, aus dem die Heizungskosten beglichen werden, muß eben frieren.

Die WEBA ist übrigens ein Verwaltungsunternehmen, das von den Eigentümern mit der Hausverwaltung beauftragt wurde. Die können niemand in die Wüste schicken, sondern werden höchstens selbst in die Wüste geschickt. Dabei können die auch nur über die Gelder verfügen, die ihnen die Eigentümer zukommen lassen. Ob die frieren oder nicht, dürfte die WEBA kaum stören...

25.02.2013
00:53
Kein Geld für Öl - Mieter im Duisburger „Kalthaus
von Doom13 | #8

Soviel zu den Zuständen in unserem Land. Hier ist nur ein Beispiel. Alle Hilfe den anderen Euro-Ländern und hier muss man frieren. Eine Schande ! Gerade im Bereich Energie (Strom/Heizanlagen) besteht Änderungsbedarf damit eben DAS nicht passiert.

3 Antworten
Kein Geld für Öl - Mieter im Duisburger „Kalthaus
von Meckersack | #8-1

Nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich. Was hat dieser Fall von Rückständen einiger Eigentümer mit der Eurohilfe und den Energiepreisen zu tun?
Was für ein Quatsch!

Kein Geld für Öl - Mieter im Duisburger „Kalthaus
von Wickederin | #8-2

Wenn ich meine Stromrechnungen für meinen Nachtspeicher nicht zahle dreht mir die DEW auch den Strom ab. Das kann ich auch nicht auf den Steuerzahler ab wälzen.

"Bis auf einen Eigentümer sind alle mit ihren Zahlungen in die Hauskasse im Rückstand."

Kein Geld für Öl - Mieter im Duisburger „Kalthaus
von Doom13 | #8-3

In Frankreich z.B. ist sowas anders geregelt, da wird keinem der Strom abgedreht aufgrund finanziellem Mangel. Warum ich das so verglichen habe? Es werden Unmengen an Geldern nach aussen gepumpt, dazu alljährliche Steuerverschwenderei. Das sind Beträge, die man zum Teil anders einsetzen kann und nicht ein Mensch gleich frieren muss. Geld ist wichtiger, zur Not kann auch mal jemand erfrieren oder wie? Findet ihr jetzt sowas richtig? Wer wenig Geld zur Verfügung hat, wird die Energieschraube deutlich spüren, wie sie stetig anzieht. Heizölpreissteigerung bis 2020 vermutlich 50% rauf. Wo red ich jetzt Quatsch? Solche Fälle werden noch zunehmen. Hoffentlich trifft es keinen von euch...

24.02.2013
19:37
Kein Geld für Öl - Mieter im Duisburger „Kalthaus
von Jorgel | #7

Als Mieter gibt es die Möglichkeit der Mietminderung bei Ausfall der Heizung im Winter. Die liegt bei unter 14 Grad bis zu 100 %. Natürlich anteilmäßig pro Tag an dem die Heizung nicht funktioniert. Fällt sie also einen ganzen Monat aus, bekommt der Eigentümer überhaupt keine Miete.

"Kalt bedeutet laut dem Mieterbund ein Temperatur von 17/18 Grad. Fällt das Thermometer unter 14 Grad gilt die Bleibe als unbewohnbar. Gekürzt werden darf die Kaltmiete nur anteilig für die Tage, an denen der Ofen aus ist. Die Höhe hängt davon ab, wie kalt es wurde - die Spanne reicht von 50 Prozent bis 100 Prozent bei unter 14 Grad."
http://www.wiwo.de/finanzen/mietrecht-die-heizung-faellt-aus-ab-wann-gilt-mietminderung/5229122.html

Wenn das alle betroffenen Mieter machen, wird der Hausbesitzer wohl kaum die zusätzlichen Einnahmeverluste in kauf nehmen können...

24.02.2013
18:48
Kein Geld für Öl - Mieter im Duisburger „Kalthaus
von akaz | #6

Eine kleine Möglichkeit wäre, die Heizkörper in den betreffenden Wohnungen abhängen. Ich kann mich entsinnen, dass Bleiplättchen eingelegt wurden, dann war erstmal Schluss mit Heizen.

24.02.2013
18:31
Kein Geld für Öl - Mieter im Duisburger „Kalthaus
von DerMerkerNRW1 | #5

Warum wird hier weiter Kommentiert, der Eigentümer wohnt in der Türkei, sagt doch alles!

24.02.2013
05:34
Das Duisburger „Kalthaus“ hat wieder kein Öl
von Pyrexx | #4

Es liegt ja nicht nur am Eigentümer, der sich vom Acker gemacht hat sondern scheint dort mit den Eigentümern grundsätzlich was im Argen zu liegen:

"Ein Blick in die Abrechnung zeigt: Bis auf einen Eigentümer sind alle mit ihren Zahlungen in die Hauskasse im Rückstand. Allein für 2011/2011 summieren sich die Außenstände auf rund 60.000 Euro."

Wieviel Eigentümer gibt es denn da? Evtl. wäre da seitens der Mieter eine sehr hohe Mietkürzung von Vorteil.
Dazu mal prüfen lassen, ob seitens der Eigentümer nicht ein Straftatbestand vorliegt und nebenbei noch schnell eine neue Wohnung suchen.

3 Antworten
Kein Geld für Öl - Mieter im Duisburger „Kalthaus
von tom009 | #4-1

wenn es zum beispiel eigentumswohnungen sind gibt es soviele eigentümer wie mieter.

und wenn ich bessitzer einer eigentumswohnung bin habe ich praktisch die selben kosten wie der normale mieter.

nur das kapieren ja besitzer von eignentumswohnungen fast nie.

Kein Geld für Öl - Mieter im Duisburger „Kalthaus
von gatagorda | #4-2

@tom so ganz stimmt das nicht was, Sie da schreiben, ich zahle als EWohnungseigentümer keine Miete, sondern über das Hausgeld die Nebenkosten. Was uch bei der gaqnzen Sache nicht verstehe,warum arbeitet diese Hausverwaltung nicht mit Einzugsermächtigungen? Dann kann keiner die Überweisung "vergessen".

tom009
von Erbeck1 | #4-3

Bei Ihren Kommentaren mangelt es oftmals an "Qualität" , was auch hier der Fall ist .

Ich lasse mal Details weg und nehme stellvertretend nur den ersten Absatz :

Einer Person gehören nicht selten mehrere Objekte im Haus u.s.w. ....... !

Gott sei Dank "KAPIEREN" Sie die Sachlagen immer Punktgenau , was Sie immer wieder zeigen !

23.02.2013
23:30
Das Duisburger „Kalthaus“ hat wieder kein Öl
von xxyz | #3

Hier muss der Gesetzgeber handeln!
Solche Faelle mussen einfacher umsetzbar sein.

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