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HNO-Ärzte in Duisburg lehnen freitags Kassenpatienten ab

17.01.2013 | 08:00 Uhr
HNO-Ärzte in Duisburg lehnen freitags Kassenpatienten ab
Ab Februar werden in HNO-Praxen freitags keine Kassenpatienten mehr behandelt. Dabei handelt es sich um einen Protest der Ärzte.Foto: Friedhelm Geinowski

Duisburg.   Ab Februar werden HNO-Praxen in Duisburg freitags keine Kassenpatienten mehr behandeln. Damit möchten die Ärzte gegen die ihrer Meinung nach ungerechte Entlohnung protestieren. Ein Verdienst aus der kassenärztlichen Tätigkeit sei nicht mehr zu erzielen, so der Vorstandsvorsitzende des HNOnet-NRW.

Für Kassenpatienten heißt es ab Februar in den HNO-Praxen in Duisburg freitags: „Wir müssen leider draußen bleiben.“ Damit wollen die Spezialisten für Hals-Nase-Ohren gegen die ihrer Meinung nach ungerechte Entlohnung protestieren. „Unter diesen Rahmenbedingungen ist kein wirtschaftliches Arbeiten mehr möglich. Entlassungen von medizinischen Fachangestellten sowie Kürzungen von Sprechzeiten und Leistungen für Patienten sind die unvermeidbare Folge“, sagt der Duisburger Dr. Uso Walter, Vorstandsvorsitzender des HNOnet-NRW, einem Zusammenschluss von niedergelassenen HNO-Ärzten.

Während in Westfalen ein HNO-Arzt immerhin noch 29 Euro erhält, muss sich sein Kollege in Nordrhein mit 22,07 Euro abfinden. Dies entspricht einem Gehaltsgefälle von fast 30 Prozent. „Damit liegt der Kassen-Umsatz eines HNO-Arztes unter seinen durchschnittlichen Kosten für Gehälter, Miete, Fortbildungen oder Wartungen von Geräten . Ein Verdienst aus der kassenärztlichen Tätigkeit ist nicht mehr zu erzielen“, verdeutlicht Walter. Als Verantwortliche macht er die KVNo aus, die mit der Missachtung bisheriger Honorarforderungen eklatant ihren Sicherstellungsauftrag verletzen würde.

„Bei der Honorarreform ist die KV Nordrhein benachteiligt worden“

Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein weiß um das Problem, das vor allem durch die Honorarreform 2009 und die Reform der Gebührenordnung entstand. „Bei der Honorarreform ist die KV Nordrhein benachteiligt worden“, erklärt KV-Pressereferentin Karin Hamacher. Regional ließen die Verluste sich nicht kompensieren. Generell bemühe sich die KV auch in den laufenden Honorarhandlungen darum, die für die ambulante ärztliche Versorgung zur Verfügung stehenden Mittel zu erhöhen. Auf Bundesebene sei darüber hinaus 2013 eine Änderung der Gebührenordnung geplant, von der auch die Arztgruppen profitieren könnten, die jetzt Probleme haben.

Svenja Aufderheide



Kommentare
20.01.2013
10:51
HNO-Ärzte in Duisburg lehnen freitags Kassenpatienten ab
von donfernando | #25

Ausgerechnet freitags? Warum nicht montags? Hat da vielleicht jemand das Argument gebracht, dass freitags sowieso kaum Kassenpatienten kommen, weil die ja alle nur wegen dem Krankenschein kommen....und wer braucht den schon freitags?



19.01.2013
20:35
HNO-Ärzte in Duisburg lehnen freitags Kassenpatienten ab
von Overlord | #24

Ich gebe "kannengieser" recht. Ich bin seit ca. 3 Jahren Privatversichert mit Beihilfetarif. Die Private ist unglaublich teuer in den Behnadlungskosten und die Gesetztliche viel zu günstig. Die Politik sollte eine "Grundsicherung" für alle, mit gleichen Leistungen aufbauen. Der ganze Rest, sprich Einzelzimmer, Chefarzt, Zahnersatz etc. sollte man separat mit einer Versicherung abschließen können. Der einzige Grund warum dies nicht geschieht ist die Lobby der Versicherungen. Da hängen zu viele, zu gut bezahlte "unnötige" Arbeitsplätze dran.

19.01.2013
20:06
HNO-Ärzte in Duisburg lehnen freitags Kassenpatienten ab
von cekay | #23

Der Bürger muss verstehen, dass der demographische Wandel bedeutet: hohe Kassenbeiträge oder weniger Leistung. Und alle die es nicht verstehen: der Arzt verdient über Privatpatienten. 23 Euro Einnahme pro Patient... Dafür arbeitet kein Schlüsseldienst, kein Handwerker...aber ein Arzt der lange studieren musste soll das? Der Apotheker hingegen bekommt für jedes Medikament 8,30 Euro.
Also für Nixschnaller:
Oma geht zum Arzt, dreimal. Arzt kriegt 23 Euro. Oma geht sechsmal im Quartal...immer noch 23 Euro. Arzt schreibt Rezept mit 5 Medikamenten. Oma geht einmal zur Apotheke, der Apotheker verdient 41,50 €.

1 Antwort
HNO-Ärzte in Duisburg lehnen freitags Kassenpatienten ab
von 1Bonzo | #23-1

Endlich bringt es jemand auf den Punkt. Danke!

19.01.2013
19:39
HNO-Ärzte in Duisburg lehnen freitags Kassenpatienten ab
von Schorlemme | #22

In Dortmund Zb. haben die meisten Ärzte Freitags nachmittags genauso wie Mittwochs geschlossen. dann gibt es weder für Kassen noch Privatpatienten eine Behandlung.

Gleichzeitig stöhnen die Ärzte zum Teil das sie eine 60 Stundenwoche haben

19.01.2013
17:52
HNO-Ärzte in Duisburg lehnen freitags Kassenpatienten ab
von dooplex | #21

Klar das die Ärzte nichts mehr verdienen können. Die Funktionäre der
Kassenärztlichen Vereinigung greifen vorher schon kräftig ab.

19.01.2013
17:02
HNO-Ärzte in Duisburg lehnen freitags Kassenpatienten ab
von Olli-B | #20

Nein, es zieht die Ärzte am Freitag nicht ins Wochenende; sie behandeln dann bevorzugt die Privatpatienten, die ihre Praxis dadurch am Leben halten, dass die privaten Kassen, die deutlich besser wirtschaften, auch besser bezahlen.
Wir ziehen in Deutschland viel zu viele gesetzliche Krankenkassen durch, von denen sich jede einen überdimensionalen Verwaltungsapparat und auch einen bestens verdienenden Vorstand gönnt. Reduzieren wir die Zahl der Kassen um entspannte 75 Prozent, läuft der Laden deutlich besser und die Kassenpatienten müssen weniger Beitrag zahlen.
Wenn die Politik dazu nicht in der Lage ist,sollten sich die Versicherten auf die besten Kassen einschießen, so dass alle anderen zumachen müssen.
Aber viele sind dazu einfach noch zu bequem. Das läuft erst dann, wenn sie z.B. freitags vor verschlossenen Türen stehen.

19.01.2013
15:38
HNO-Ärzte in Duisburg lehnen freitags Kassenpatienten ab
von Faxe75 | #19

Mir selber ist die Praxis von Dr Walter und seinen Kollegen sehr gut bekannt, ich hab mich dort als "Kassenpatient" immer sehr wohl gefühlt und wurde immer zu meiner vollen Zufriedenheit beraten und behandelt,ob dies nun der richtige Weg Mißstände anzuprangern kann ich nicht beurteilen, aber ich hätte es eher mit Unterschriften der Patienten und einen entsprechenden offenen Brief an die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein sowie die Landesgesundheitsministerin versucht. Dabei noch die PResse mit ins Boot und schon läuft eine vieleicht sinnvollere Diskussion. Aber dies ist nur meine Ansicht der Dinge.

19.01.2013
14:56
Was genau soll das bringen?
von Okling | #18

Ok, am Freitag gehen die Herren HNO-Ärzte also vorzeitig ins Wochenende. Und? Was genau soll das jetzt für ein Druckmittel sein?

Dann ist eben am Montag drauf mehr zu tun, und die Notpraxen sind am Samtag voller. Die Krankenkassen interessiert das doch nicht die Bohne, ob die freitags zu machen. Mehr oder weniger Kosten bedeutet das für die KK nicht, evtl. sogar weniger, weil weniger Patienten insgesamt betreut werden können.

Wenn kein Gewinn aus der kassenärztlichen Tätigkeit zu holen ist, sollen sie eben auf Privat umschwenken. Das tun sie aus gutem Grund auch nicht. Meinen die Ärzte wirklich, dass Krankenkassen und Öffentlichkeit zu blöd sind zu erkennen, dass die Gewinnberechnung schlichtweg künstlich mies gerechnet ist?

1 Antwort
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #18-1

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19.01.2013
14:42
HNO-Ärzte in Duisburg lehnen freitags Kassenpatienten ab
von AMSTERDAMNED | #17

Ich möchte mich freitags nur noch von einer jungen, blonden Ärzting mit glattgekämmten Haaren und schlanker Figur (Konfektion 32, 34 oder 36) behandeln lassen. Bezahle mit VISA.

19.01.2013
14:32
HNO-Ärzte in Duisburg lehnen freitags Kassenpatienten ab
von kannengieser | #16

Erstaunlich immer wieder, dass Ärzte nur eines im Sinn haben: Geld und noch mehr Geld.
Man kann beileibe nicht behaupten, dass Ärzte (egal ob niedergelassen oder in der Klink) zu den Geringverdienern gehören. Ich finde es skandalös, mit welchen Mitteln Ärzte glauben, ihre abenteuerlichen Forderungen durchzusetzen. Ich finde es ungeheuerlich, mit welchen Rechnungsbeträgen Privatversicherte zur Kasse gebeten werden. Und noch vel schlimmer, wie Kassenpatienten teilweise behandelt werden.
Ich selber bin LEIDER Privatpatient und kämpfe seid Jahren gegen dieses 2 Klassensytem und die Abzockerei von Ärzten (es sind nicht alle, aber leider zu viele). Nehmen wir mal eine Parodontosebehandlung: Zeitaufwand ca. 1 bis 1,5 Std. Rechnung locker 2500, Euro. Nehmen wir eine einfache Laserbehandlung (1 malige Sitzung) 5 minuten Dauer, Rechnung über 500, Euro. Wundert sich da irgendjemand noch?
Wenn die Politik nicht gewillt ist hier den Riegel vorzuschieben, dann sollten sich die Bürger wehren.

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