Das aktuelle Wetter Duisburg 14°C
Gericht

Erpresser spielte sich als Hells Angels-Chef auf

17.01.2013 | 08:30 Uhr
Erpresser spielte sich als Hells Angels-Chef auf
Als Vizepräsident der Hells Angels gab sich ein Viersener aus und erpresste einen Duisburger.

Duisburg.  Ein Viersener musste sich vor dem Duisburger Amtsgericht verantworten, weil er sich als Vizepräsident der Hells Angels ausgab und mit dieser Behauptung einen 38-jährigen Duisburger erpresste. Er forderte Sekt, Zigaretten und 160.000 Euro.

Vielleicht hätte ein 42-jähriger Mann aus Viersen seine letzte Haftentlassung nicht feiern sollen. Dann wäre er möglicherweise nicht auf die Idee gekommen, sich am 14. Juli 2012 als Oberrocker aufzuspielen. Damit hätte er sich auch die Verurteilung vor dem Amtsgericht Duisburg erspart.

Der 42-Jährige hatte bei einer Freundin in Duisburg-Hochfeld gefeiert. Aus deren Wohnung rief er spät abends einen Bekannten der Gastgeberin an und behauptete, er sei Vizepräsident der Hells Angels . „Schwing dich sofort hierher, sonst stehen acht Hell’s Angels vor deiner Tür und machen ne mexikanische Würfelbude aus deiner Hütte“, drohte er.

"Man kann ja nie wissen"

Der verdatterte 38-Jährige aus dem Duisburger Norden tat, wie ihm geheißen. Und er vergaß auch nicht, befehlsgemäß unterwegs Zigaretten und Sekt zu besorgen. In der Wohnung seiner Bekannten wurde er dann mit weiteren Forderungen des 42-Jährigen konfrontiert: Der wollte bis zu 160.000 Euro sehen. Es sei ihm zwar ein wenig seltsam vorgekommen, dass der schmächtige Angeklagte ein Rocker sein sollte, aber Angst habe er trotzdem gehabt, so der Zeuge. „Man kann ja nie wissen.“ Immerhin habe der Angeklagte Todesdrohungen ausgesprochen und alles über seine Familie gewusst.

Kein Wunder: Zuletzt hatte der Angeklagte mit einem gemeinsamen Bekannten des Opfers eine Zelle geteilt. Der Viersener entschuldigte sich: „Das war doch alles nur, weil wir so besoffen waren.“ So ganz nahm ihm das Schöffengericht diese Behauptung allerdings nicht ab. Denn unter den 16 Vorstrafen des 42-Jährigen fanden sich einschlägige Verurteilungen. Und der Angeklagte hatte Geldforderungen und Bedrohungen am Tag nach der Fete wiederholt, was den Duisburger die Polizei einschalten ließ.

Eine weitere Bewährungschance sahen die Richter für den vielfach vorbestraften Mann nicht mehr. Wegen räuberischer Erpressung muss der 42-jährige nun wieder 21 Monate lang hinter Gitter.

Rudolf Hermes



Kommentare
19.01.2013
10:18
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #7

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

18.01.2013
08:42
Erpresser spielte sich als Hells Angels-Chef auf
von Okling | #6

Es ist eher zu hoffen, dass die anderen Rockerclubs die Auflösung auch mitbekommen. Nicht dass da ein Bandido im Knast glaubt, sich den Oberengel mal so richtig vornehmen zu können ...

Es ist schon kurios, auf welche Ideen die Leute kommen. Der Erpresser hat aber noch Glück gehabt, dass der Erpresste nicht bei den Angels angerufen, und mit dem Chef gesprochen hat, was das denn solle ...

Interessant ist aber, dass das nicht mehr um Kleinigkiten geht. 160.000 Euro - das ist schon eine veritable Erpressung im gehobenen Stil.

18.01.2013
08:41
Erpresser spielte sich als Hells Angels-Chef auf
von ferdi23 | #5

und das wird gnadenlos als Amtsanmaßung bestraft...

17.01.2013
18:04
Erpresser spielte sich als Hells Angels-Chef auf
von Tim_Buktu | #4

Viel interressanter ist, was sagen die HA dazu?:-) Soweit ich weiß, mögen die solche "Namensrechtsverletzungen" nicht sooo sehr. Obs da im Knast oder im Anschluß daran was auf die Zahnzwitschenräume gibt?

17.01.2013
13:44
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #3

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

17.01.2013
11:47
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #2

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

17.01.2013
11:19
Erpresser spielte sich als Hell’s Angels-Chef auf
von tecxuss | #1

Und der Steuerzahler muss solche Dummköpfe auch noch am kacken halten.Nach dem Knast gibbet dann wieder ALGII .Auch wieder von uns finanziert.Man müsste ihm das in Rechnung stellen.

Aus dem Ressort
Investor plant zweiten Anlauf für Duisburger Outlet Center
Outlet-Center
Das Outlet Center im Duisburger Norden ist anscheinend doch nicht begraben. Mit einer neuen Geschäftsführung gehen die Planungen nun in die zweite Runde. Noch muss der Duisburger Rat sein Okay dafür geben - aber CDU und SPD halten weiter an dem FOC fest. Baubeginn könnte 2015 sein.
Greiwing plant ebenfalls Gefahrstofflager in Duisburg
Gefahrgut-Lager
Nach der Firma Talke plant auch der Logistiker Greiwing den Bau eines Gefahrstofflagers auf dem Rheinhauser Logport-Gelände. Hier soll giftiges Bariumchlorid umgeschlagen werden. Die Sicherheit für die Bevölkerung soll aber sogar steigen, verspricht die Firma.
Blitzmarathon - Hier kontrolliert die Polizei in Duisburg
Blitzmarathon
Fahren Sie vorsichtig - und nicht zu schnell! Von Donnerstagmorgen bis Freitagmorgen geht die Polizei in NRW wieder auf Raserjagd. Beim zweiten bundesweiten Blitzmarathon kontrollieren die Beamten wieder an zahlreichen Messstellen im ganzen Land. Hier stehen die Kontrollpunkte in Duisburg.
ISAR Germany und Action Medeor helfen Ebola-Opfern in Afrika
Hilfsaktion
Die Zahl der Ebola-Opfer steigt weiter. Fast 5000 Menschen haben sich der WHO zufolge infiziert, fast die Hälfte davon ist gestorben. Hilfe kommt nun auch vom Niederrhein. Mit zwei Isolierstationen und drei Helfern ist die Duisburger Hilfsorganisation ISAR Germany ab Mittwoch in Liberia im Einsatz.
Fußballfans prügeln im Zug vor Duisburg - Geldstrafe
Prozess
Nachdem im April 2013 Arminia Bielefeld den Halleschen FC besiegte, kam es im Regionalexpress RE1 zu Tumulten. Mehrere Fans attackierten kurz vor Einfahrt in den Duisburger Hauptbahnhof zwei Fahrgäste, nachdem diese ein ihnen angebotenes Bier ablehnten. Die Täter wurden nun verurteilt.
Umfrage
In Duisburg gibt es noch zwei große Warenhäuser. Karstadt ist seit geraumer Zeit in den Turbulenzen. Jetzt sollen es neue Sortimente und Beschäftigte in Teilzeit rausreißen. Ist Karstadt für Sie als Kaufhaus noch attraktiv?

In Duisburg gibt es noch zwei große Warenhäuser. Karstadt ist seit geraumer Zeit in den Turbulenzen. Jetzt sollen es neue Sortimente und Beschäftigte in Teilzeit rausreißen. Ist Karstadt für Sie als Kaufhaus noch attraktiv?

 
Fotos und Videos
I-Dötzchen aus Duisburg
Bildgalerie
Einschulung
Duisburg bewegt sich
Bildgalerie
Sport
Tag des offenen Denkmals
Bildgalerie
Historisches