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Transparenzgesetz

Das verdienen die Manager der Stadt Duisburg

20.10.2012 | 04:00 Uhr Zur Zoomansicht Zum Artikel
Als Geschäftsführer des Immobilien-Managements ist Uwe Rohde der "Geringverdiener" unter den Chefs städtischer Gesellschaften.
Als Geschäftsführer des Immobilien-Managements ist Uwe Rohde der "Geringverdiener" unter den Chefs städtischer Gesellschaften.Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.  Die Stadt Duisburg hat veröffentlicht, was die Geschäftsführer ihrer Beteiligungen 2011 verdient haben. Demnach sind Hafen-Chef Erich Staake und DVV-Boss Hermann Janning die beiden bestbezahlten Manager der kommunalen Unternehmen in Duisburg.

Hafen-Chef Erich Staake und DVV-Boss Hermann Janning sind die beiden bestbezahlten Manager der kommunalen Unternehmen in Duisburg. Janning, der nach dem Vertrauensverlust im Konzern zurücktrat und über dessen Aufhebungsvertrag der Aufsichtsrat Ende des Monats beraten wird, verfügt über das höchste Grundgehalt aller städtischen Führungskräfte: 338.627 Euro kassiert er als Fixum, hinzu kam im vergangenen Jahr eine Erfolgsprämie von 177.450 Euro — obwohl die DVV ihren Jahresverlust mit 9,5 Millionen Euro mehr als verdoppelt hatte.

Hafen-Chef: 274.500 Euro Prämie

Bei Hafen-Chef Staake reicht die Erfolgsprämie sogar fast ans Fixgehalt von 301.644 Euro heran: 2011 vermeldete die Hafen AG einen Rekordgewinn von 7,7 Millionen Euro, Staake kassierte 274.500 Euro an Tantiemen. Damit verdiente er rund 45.000 Euro mehr als im Vorjahr. Zudem erhielt er 2011 noch eine „sonstige Vergütung“ von 58.400 Euro, macht unter dem Strich sogar 634.500 Euro.

Der OB ist weit abgeschlagen

Dass Spitzenkräfte entsprechend entlohnt werden, steht außer Frage. Dennoch zeigt die Gehaltsliste die ungleichen Dimensionen. Sören Link, der als Oberbürgermeister an der Spitze der Stadt und ihrer Tochter-Gesellschaften steht, kommt mit einem Monatsgehalt von 11.093 Euro auf rund 133.000 Euro im Jahr. Und selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel bleibt mit einer Vergütung von rund 220.000 Euro weit unter den üblichen Bezügen in den Chefetagen kommunaler Unternehmen.

Dass Städte überhaupt die Gehälter der Vorstände offenlegen müssen, geht auf das seit 2010 in Kraft getretene „Transparenzgesetz“ zurück. Die Landesregierung erkannte einen „besonderen Informationsanspruch bei öffentlichen Unternehmen“, weil letztlich der Steuerzahler das unternehmerische Risiko trägt. Allerdings fehlen in den Jahresabschlüssen vieler städtischer Gesellschaften in Duisburg weiterhin Angaben zu den Geschäftsführer-Gehältern.

Sparkasse verweigert Offenlage

Und immer noch gibt es Manager, die es ablehnen, freiwillig ihre Vergütungen preiszugeben. In Duisburg sind es die Sparkassen-Chefs: Das Handelsrecht als Bundesgesetz, das nicht zur Offenlage verpflichtet, sei dem NRW-Transparenzgesetz übergeordnet, lautet die Argumentation. Ohnehin sei nicht die Sparkasse, sondern die Stadt als Träger zur Offenlage verpflichtet. Die aber sieht die Rechtslage ähnlich: Nach aktueller Rechtsprechung soll für die Sparkasse keine Pflicht zur Veröffentlichung bestehen. Auch für die städtische Gebag gibt es keine Zahlen: Hier sei der Jahresabschluss noch nicht testiert, teilt die Stadt mit.

Auf Anfrage der NRZ hat die Stadt jetzt auch erstmals die Bezüge der Vorstände des DVV-Konzerns und der Stadtwerke offengelegt, die mit denen der Hafen AG zu den höchst dotierten Posten gehören.

350.000 Euro für die Altersvorsorge

Auch beim örtlichen Versorger wird nach Leistung abgerechnet. So ist mit den DVV-Vorständen David Karpathy, Marcus Wittig und dem in diesem Jahr pensionierten Stadtwerke-Technikvorstand Edmund Baer ein Fixgehalt von jeweils rund 275.000 Euro vereinbart, hinzu kamen 2011 Erfolgsprämien zwischen 70.000 und 106.000 Euro.

Johannes Gösling, der Anfang 2011 bei den Stadtwerken vom Bereichsleiter zum Vertriebsvorstand befördert wurde, erhielt mit knapp 253.000 Euro Grundgehalt und einer Tantieme von 85.300 Euro zwar etwas weniger als seine Vorstandskollegen. Dennoch hat das Unternehmen im Jahr 2011 für ihn am tiefsten in die Tasche gegriffen: Denn zu seinem Gehalt kommen 350.000 Euro, die die Stadtwerke für seine Altersvorsorge zurückgestellt haben.

Der doppelte Betrag für die Rente

Hintergrund: Die Geschäftsführer und Vorstände zahlen in der Regel nicht in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Stattdessen bilden Unternehmen Rückstellungen, die im Rentenalter ausgezahlt werden. Die hohen Summen sind nicht unüblich und variieren je nach Pensionszusage, Alter und Dauer der Tätigkeit. So hat der umstrittene Geschäftsführer der Innenstadt-Entwicklungsgesellschaft, Ralf Oehmke, im vergangenen Jahr ein Gehalt von 147.760 Euro sowie 5000 Euro Prämie erhalten, gleichzeitig ging nach Angaben der Stadt die doppelte Summe - knapp 310.000 Euro - auf sein Rentenkonto.

Die Liste wird bald länger

Ähnlich hoch sind die Beträge, die der DVV-Konzern für die Pensionsbezüge seiner Vorstände zurückstellt: Für Hermann Janning flossen 162.000 Euro in die Altersvorsorge, für David Karpathy 209.000 und für Marcus Wittig 297.000 Euro.

Im kommenden Jahr wird die Liste der Manager etwas länger: Thomas Patermann, Chef der Wirtschaftsbetriebe, bekommt mit Peter Greulich (derzeit Stadtdirektor) und Uwe Linsen (SPD-Fraktionsgeschäftsführer) zwei neue Vorstände an die Seite gestellt. Offen ist, ob der Posten von Spitzenverdiener und DVV-Boss Hermann Janning wiederbesetzt wird.

Marc Wolko, Ingo Blazejewski

Kommentare
05.11.2012
16:26
Das verdienen die Manager der Stadt Duisburg
von michalek | #22

Hierzu kann man Norbert Lammert nur beipflichten. Unsere Probleme zeigen auf, dass die Leistungen der meisten Manager nicht im Verhältnis zu ihren...
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