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Das Legoland Duisburg schließt mit letzten Aktionstag

28.12.2012 | 20:07 Uhr
Das Legoland Duisburg schließt mit letzten Aktionstag
2008 wurde das Legoland eröffnet: Während Albert Einstein aus Legosteinen damals keck die Zunge herausstreckte, hängen so manchem in Duisburg jetzt die Probleme am Innenhafen zum Halse heraus.Foto: Tim Foltin

Duisburg.  Die bunten Legosteine werden ab dem Frühjahr im Oberhausener Centro zusammengesetzt. In Duisburg ist am Samstag die Geschichte mit einem letzten Aktionstag beendet worden. Das Legoland Discovery Centre verabschiedete sich aus dem Werhahn-Speicher im Duisburger Innenhafen.

Mit einer Torte verabschiedet sich das Legoland Discovery Centre heute mit einem letzten Aktionstag aus dem Werhahn-Speicher im Innenhafen.Die bunten Legosteine werden ab dem Frühjahr im Oberhausener Centro zusammengesetzt. Derweil setzen die Stadt, das Land, die städtische Wohnungstochter Gebag, das Kunstsammler-Ehepaar Ströher und der bisherige Speicher-Mieter AWC aus Köln Stein auf Stein zusammen, um einen teuren „Einsturz“ des backsteinernen Ensembles aus Speicher und Küppersmühle-Museum zu verhindern.

Zwei Problem-Denkmäler am Hafenbecken: Das Museum Küppersmühle mit der am Boden liegenden Rost-Ruine des gescheiterten Kunst-Kubus auf dem Silo-Dach und daneben Legoland, das einst bis zu seiner Pleite das Atlantis-Kindermuseum beherbergte. Beide Innenhafen-Monumente lasten schwer auf der Wohnungsbautochter Gebag. Nach dem Debakel mit dem spektakulären Erweiterungsbau für das Museum ringt die Gebag in zähen Verhandlungen mit dem Mäzen-Ehepaar Ströher und der Evonik als Hauptsponsoren um einen Ausstieg der Gebag aus dem Museumsprojekt.

Das Abenteuer kostet die Stadttochter mindestens 20 Millionen Euro

Unterm Strich wird das Abenteuer die Stadttochter mindestens 20 Millionen Euro kosten. Ein paar Millionen will die Gebag bekanntlich von den Ex-Vorständen als Schadensersatz einfordern.

Gebag-Chef Utz Brömmekamp hatte gehofft, die Lösung mit Ströhers noch in diesem Jahr unter Dach und Fach zu bringen. Wie es heißt, ist man sich mit den Kunstsammlern und Evonik weitgehend einig in der Verrechnung der Millionenforderungen, die die Gebag einst mit dem Museumserweiterungsbau eingegangen war.

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Bauarbeiten für Legoland gehen zügig voran

Die Bauarbeiten für das neue Legoland und den Ozean-Abenteuerpark am Oberhausener Centro gehen zügig voran. „Wir liegen ganz gut im Rennen“, freut sich der projektleitende Architekt Peter Sinnemann. Im Frühjahr kommenden Jahres sollen die beiden Attraktionen eröffnen.

Ein Kernstück der Vereinbarung soll sein, dass die Küppersmühle-Immobilie schon zeitnah auf Ströhers übergeht und nicht erst 2020 wie vertraglich zunächst vereinbart. Als „Zubrot“ soll auch der Werhahn-Speicher an Ströhers veräußert bzw. mit Forderungen verrechnet werden. Zugleich scheint sicher, dass Ströher trotz des Desasters mit seinen musealen Ambitionen zu Duisburg steht, es – wie und wo auch immer – an der Küppersmühle einen Bau für weitere Kunstbestände geben wird. Weitere Grundstücke am Museum hat Ströher schon erworben. Das stählerne Skelett, das wohl verschrottet wird, muss unterdessen noch etliche Monate stehen bleiben.

Ein beträchtliches Problem sind allerdings weiterhin die Fördermittel: Zehn Mio Euro gab es für die Küppersmühle für den ersten Museumsumbau 2001, über vier Mio Euro 2004 für das Kindermuseum. Sie binden die öffentliche Nutzung als Museum bzw. als touristische Kinderattraktion bis 2026 bzw. 2019. Nun muss verhandelt werden, ob der Gebag und der Stadt Rückzahlungen dieser Fördermittel drohen, wenn ein Dritter Eigentümer der Immobilien wird. Und diese Verhandlungen, so heißt es, sind hochgradig schwierig.

Die Rückkehr von Atlantis?

2008 hatte Legoland eröffnet und seitdem auf 3500 qm Millionen bunter Noppensteine präsentiert. Zufrieden sei man in Duisburg gewesen. Ob tatsächlich die 300 000 Besucher pro Jahr kamen, sagt man nicht. Nun lockt den Betreiber Merlin Entertainment das Centro mit „Größer, Bunter, Schöner“.

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Zehn Dinge, die Sie noch nicht über Lego wussten

Spielekonsolen und Tablet-PC haben in deutschen Kinderzimmern längst Puppenstuben und Kaufmannsläden abgelöst. Geblieben sind allerdings die kleinen bunten Klötze, mit denen nicht nur Kinder herrlich bauen können. Die Legosteine werden am 10, August 80 Jahre alt.

Die Kölner AWC AG, die auch eng mit Merlin zusammenarbeitet, hält sich derweil wohlweislich mit Informationen dazu zurück, was die Kölner Immobilien- und Projektgesellschaft mit Schließung von Legoland im Werhahn-Speicher machen will. Ihr Mietvertrag geht noch bis 2019. Firmenchef Andreas Waschk hat konkrete Pläne, hält sie aber in der Schublade, solange die Frage, ob seine Pläne den Förderbedingungen entsprechen, nicht geklärt ist.

Nicht bestätigten will AWC die Nachricht, dass es ab März 2013 in dem Backstein-Denkmal wieder ein Atlantis-Kindermuseum mit Erlebniswelten aller Art geben wird – vor allen der Termin scheint zu früh. „AWC will investieren und wir wünschen uns eine schöne Nutzung. Wir glauben auch, dass ein Kindermuseum schwarze Zahlen schreiben kann“, so eine Sprecherin.

Oliver Schmeer



Kommentare
29.12.2012
22:29
Das Legoland Duisburg schließt mit letzten Aktionstag
von notarius | #8

Solange die Verantwortlichen nicht zur Rechenschaft gezogen werden, wird sich nie was ändern. Die werden entweder in den gutbezahlten Ruhestand geschickt, oder auf andere hochdotierte Posten geschoben.
Da werden Millionen rausgeschmissen die woanders fehlen.
Der Innenhafen ist so was von Tot und unattraktiv. Da schließt ein Laden nach dem anderen.

29.12.2012
20:18
Eine Möglichkeit
von bearny67 | #7

wäre es, das Ding einfach so zu lassen und unter dem musealen Aspekt "städtische Bauirrtümer" als Vorzeigeruinenmuseum zu eröffnen.
Würde Strom, Personal- und sonstige Kosten im ein Vielfaches reduzieren. Würde zugegebenermaßen nur nicht so schön aussehen.
Zu #5/#6 noch ein kleines Wort: altesholz hat recht, es ist Tatsache, daß zugunsten einiger "Leuchttürme" zuviel ausgegeben oder gleich in den Sand gesetzt wird. Und hierbei kommt dann die These von #6 hinzu, der ebenso recht hat- die sinkenden Einnahmen werden ignoriert, was aber kein Widerspruch ist: die Ausgaben bleiben trotzdem, ergo in mancher Stadt ein dickes Minus. Und sinnigerweise, statt die Ausgaben zu reduzieren, wird einfach an der Steuerschraube gedreht. Und diese Steuern auch noch regelrecht für fragwürdige Projekte verpulvert, anstatt sie vernünftigen Dingen zuzuführen, lästigerweise z.B. dem Schuldenabbau.

29.12.2012
13:20
Das Legoland Duisburg schließt mit einem letzten Aktionstag
von Karlot | #6

Natürlich darf der Verweis auf die Schulden nicht ausbleiben.
So wie altesholz denken viele:
Die Kommunen sind verschuldet wegen zu hoher Ausgaben.(Zu hohe Ausgaben bei den "anderen").

Man muss sich einfahc nur mal die Einnahmen und Ausgaben anschauen und mit früheren Jahren vergleichen. Und was sieht man da: wir haben ein Einnahmeproblem.

Aber die meisten meinen ja, dass die grassierende Arbeitslosigkeit und Arbeitsplatzabbau keinerlei Auswirkungen auf die Einnahmen hätten.
Es sind immer nur die Ausgaben.
Ein Ergebnis neoliberaler Gehirnwäsche.

29.12.2012
12:23
Das Legoland Duisburg schließt mit einem letzten Aktionstag
von altesholz | #5

es ist in duisburg wie in hagen (emil schumachermuseum, stadttheater), bochum (orchester), dortmund (u) und im großen hamburg (elbphilamonie), überall nur schulden und platt gesparte "volkskultur". nur für die kunst und das theater werden weiterhin millionen und abermillionen verjubelt und für ein paar leute in den sand gesetzt. der mittelstand wird dagegen wie in duisburg und hagen durch städtische wirtschafts"förderung" vergrätzt.

29.12.2012
11:07
Wie tief muss man eigentlich sinken, um Politiker zu werden?
von Tritt_Brettfahrer | #4

Hat Sören Link – der Nachfolger Adolf Sauerlands im Rathaus – sich mittlerweile dafür eingesetzt, dass die Bewohner der Reinerstraße 21 wieder fließend Wasser haben?
Oder sorgt Sören Link – der Nachfolger Adolf Sauerlands bei der SWDU – dafür, dass den Bewohner der Reinerstraße 21 das fließende Wasser jetzt erst recht verwehrt wird?
http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/nord/notversorgung-in-duisburg-bruckhausen-mit-wasser-am-tankwagen-id7421166.html

1 Antwort
Was hat ihr Kommentar mit dem Thema zu tun?
von cui.bono | #4-1

Thema verfehlt! Setzen 6 minus!

29.12.2012
10:00
Das Legoland Duisburg schließt mit einem letzten Aktionstag
von Angelinola | #3

Dort könnte man doch das 5. Einkaufscenter bauen. Wie wäre eine Kaisergalerie?

28.12.2012
22:44
Das Legoland Duisburg schließt mit einem letzten Aktionstag
von Shinji-Chibi | #2

Was den Innenhafen auch unattraktiv macht sind die wenigen (bezahlbaren) Parkplätze. Und die Erreichbarkeit per Bus könnte auch besser sein.

2 Antworten
Das Legoland Duisburg schließt mit einem letzten Aktionstag
von ulrics | #2-1

Parkplätze sollten bei der Lage kostenlos sein. Wenn zum Beispiel die Freitreppe verfüllt würde, könnte man da prima einen Parkplatz hin machen und das Gelände sinnvoll nutzen.

Das Legoland Duisburg schließt mit einem letzten Aktionstag
von NorbertOertgen | #2-2

Das ist ja die favorisierte Geldbeschaffungsmethode der Stadtverwaltung: Parkplätze künstlich knapp halten und dann die Kontrollettis und die Abschleppmafia vorbeischicken und zusätzlich noch Anwohnerparken einführen und da nochmal abkassieren. Es gäbe tausende Möglichkeiten ausreichend Parkplätze in Duisburg zu schaffen, aber das will man offenbar nicht. (Siehe zB. Südabschnitt des Bahnhofsvorplatz u.a.)

28.12.2012
21:02
Es gibt dafür ...
von AxelKrause | #1

... Verursacher.
Wann endlich werden die in Duisburg zur Verantwortung gezogen.
Die verballern zig-Millionen jedes Jahr und kassieren dafür noch astronomische Gehälter.
Dem muss ein Riegel vorgeschoben werden.
Und solchen Milliardären wie den Ströhers auch noch Zucker in den ***** blasen, das geht zu weit. Sollen die doch ihre Sammlung in einem Museum präsentieren, dass sie selbst bezahlt haben.

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