Chipkarten-Kunden, bitte links
19.01.2010 | 08:05 Uhr 2010-01-19T08:05:00+0100
Die Duisburger Verkehrsgesellschaft setzt ab 1. Februar Lesegeräte in Linienbussen ein. Das soll potenzielle Schwarzfahrer abschrecken und die Fahrerinnen und Fahrer entlasten. Ein kleines Lesegerät nimmt ihnen die Prüfung der Plastikfahrkarten ab.
Die Kästchen sind eher unscheinbar, vielleicht 30 cm hoch. Und sie hängen direkt links im Vordereinstieg der DVG-Busse und der Busse, die im DVG-Auftrag fahren. Am 1. Februar werden die Geräte „scharf” geschaltet, sollen fortan die Kontrolle der Schoko- und Bärentickets, der Tickets 1000 und 2000 übernehmen.
Die Duisburger Verkehrsgesellschaft im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) voran mit dem „elektronischen Fahrkarten-Kontrollsystem”. Seit Anfang 2009 wurden die Geräte ausgiebig getestet.
Alles okay? Grüner Pfeil
Statt ihre Plastikfahrkarten dem Fahrer oder der Fahrerin vor die Nase zu halten, sollen Dauerkartenkunden künftig die Lesegeräte ansteuern. Das Auslesen der Daten soll sogar funktionieren, wenn die Karte im Portemonnaie steckt.
Bislang können die Busfahrer nur schwerlich prüfen, ob ein Plastikticket gültig ist, ob es sich in Händen des rechtmäßigen Besitzers befindet und ob es zur Fahrt im Tarifgebiet berechtigt. Die Lesegeräte schaffen dies binnen einer, zwei Sekunden, so DVG-Sprecher Thomas Nordiek. Damit sind sie um einiges schneller als die mobilen Geräte der Straßenbahn-Kontrolleure. Schlangen sollten also nicht entstehen.
Ist alles in Ordnung, leuchtet ein grüner Pfeil auf. Ansonsten heißt es: Fahrer, übernehmen Sie. Zum Start werden verstärkt DVG-Begleiter in Bussen und an zentralen Haltestellen bereitstehen.
Ziel der Übung ist ganz klar, die Schwarzfahrerquote zu senken, also mehr Gerechtigkeit für die ehrlichen Kunden. Es scheint zu klappen, bezieht sich Nordiek auf die Testerfahrungen. Er spricht von einem „Abschreckfaktor”. Will meinen: Wer sich vor dem Bezahlen drücken wolle, überlege sich das zweimal, „weil er befürchten muss, erwischt zu werden”.
Die DVG hat rund 600 000 Euro in die elektronischen Fahrkartenleser investiert. Das rechnet sich laut Thomas Nordiek, da allein bei der DVG 80000 ungültige Chipkarten-Tickets im Umlauf sind. Sie kommen den Kontrolleuren immer wieder unter.
Mit der DVG setzen die Wuppertaler Stadtwerke die Ticketlesegeräte im Bus ein. Andere VRR-Unternehmen sind interessiert oder planen konkrete Tests. Mittelfristig soll das Kontrollsystem VRR-weit eingeführt werden.
Auch wenn die Lesegeräte auf die neuen, mit RFID-Technologie spezialisiert sind, können sie auch die Tickets mit dem „goldenen Chip” lesen. Denn auch darin ist ein RFID-Chip. Die alten, anfälligen „Gold”-Tickets sollen schrittweise, die oft wegen "Abnutzung" unleserlichen Schokotickets sogar gezielt ausgetauscht werden.

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