10 000 wählten neuen Integrationsrat
07.02.2010 | 19:58 Uhr 2010-02-07T19:58:00+0100
Über 8000 Stimmberechtigte entschieden sich für die Briefwahl, nur rund 2000 gingen in die Wahllokale. Damit ist die Wahlbeteiligung leicht gestiegen. Die Muslimische Türken Union (MTB) gewinnt deutlich.
Der kleine Raum im Rathaus, in dem gestern Abend der interessierten Öffentlichkeit das Wahlrergebnis für den neuen Integrationsrat vorgestellt werden sollte, entpuppte sich schon bevor es richtig losgehen konnte als viel zu klein. In den Raum, in dem vielleicht 70 Menschen Platz finden, wollten weit über 100 Menschen hinein. Wer drin war musste sich gedulden. Aufgrund technischer Probleme verzögerte sich die Ergebnispräsentation. Wer sich die Ergbnisse zuhause anschauen wollte, blieb oft uninformiert. Die Seiten der Stadt Duisburg und des Rechenzentrums ließen sich gestern Abend nicht aufrufen. So kamen etliche Leute mehr ins Rathaus, um das Ergebnis live zu verfolgen, andere wurden per Telefon auf dem Laufenden gehalten.
Doch auch, als die ersten Ergebnisse der „kleinen Kommunalwahl”, wie Wahlamtsleiter German Bensch die Wahl zum Integrationsrat taufte, auf der Leinwand erschienen blieb es ruhig. Keine Jubelschreie, keine Durchhalteparolen. Das überwiegend türkischstämmige Publikum nahm die Zwischenergebnisse interessiert, aber gelassen auf.
Wahlbeteiligung leicht gestiegen
Allerdings war schon zuvor so gut wie klar, dass die MTB als klarer Sieger aus der Abstimmung hervorgehen wird. Mit rund 28,5 Prozent (alle Ergebnisse sind vorläufig) entschieden sich die meisten der 60 516 Wahlberechtigten für die Muslimische Türken Union. Es folgen DL mit 13,9 % und Milli Görüs (IGMG) mit 11,1 %. Die SPD, bei der letzten Wahl noch drittstärkste Kraft verlor über zehn Prozent. Für den neuen Integrationsrat hatten sich deutlich mehr Listen und Einzelpersonen aufstellen lassen, als vor sechs Jahren für den Beirat für Zuwanderung und Integration. Gleich 14 Gruppierungen und Personen warben um die Gunst der Wähler
Die Wahlbeteiligung blieb hinter den Erwartungen zurück. Rund 16,8 % der Stimmberechtigten nutzten die Chance abzustimmen. Bensch hatte auf eine Beteiligung von knapp unter 20 % gewettet. Damit lag die Wahlbeteiligung jedoch höher als 2004, wo nur knapp 14 % zur Wahl gingen. Stolze 8009 Wähler nutzten die Möglichkeit der Briefwahl. In die 51 Wahlbüros in den Stimmbezirken verloren sich im Laufe des Sonntags nur noch rund 2000 Wähler.

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