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Zahl der Tagesmütter soll sich verdoppeln

10.10.2007 | 19:56 Uhr

BETREUUNG. Zurzeit kümmern sich 380 Frauen um kleine Kinder. Jugendamt bietet Kurse an. Vier bis sechs Euro pro Stunde. Stadt gibt Zuschüsse.

Wo kann ich mein Kleinkind anmelden? Wann kann ich wieder arbeiten? Das sind die häufigsten Fragen von Müttern, die zum "I-Punkt Familie" kommen, dem Beratungszentrum am Hauptbahnhof. Diese Informationsbörse ist jetzt ein Jahr alt, und jeden Monat kommen mehr als 550 Mütter oder Familien, um sich in der Heinz-Schmöle-Straße 8-10 beraten und informieren zu lassen.

Zurzeit stehen Tagesmütter hoch im Kurs: Das Jugendamt trommelt, denn statt der bisherigen 380 sollen im nächsten Jahr doppelt so viele möglichst viele kleine Kinder betreuen, kündigt Jugenddezernent Burkhard Hintzsche an.

215 Eltern stehen schon auf der Warteliste für eine Tagespflege, erklärt Jugendamtsleiter Johannes Horn die wachsende Nachfrage. Die Frauen, die drei oder maximal fünf Kinder unter drei oder von drei bis sechs Jahren betreuen, müssen Führungszeugnis, Gesundheitsbescheinigung und eine Pflegeerlaubnis nachweisen, fasst die Leiterin des I-Punktes, Martina Kersting, zusammen. Dann folgen Fragebögen und Hausbesuche, und auch die Kompetenz der künftigen Pflegemütter wird geprüft.

Düsseldorf wehrt sich gegen Berlin

Bei vielen Frauen, die sich als Tagesmutter bewerben wollten, reichte bisher der Platz zu Hause nicht aus. Deshalb will die Stadt nun einige Räume etwa bei den freien Trägern zur Verfügung stellen, ergänzt Horn.

"Tagesmütter können sich", betont Horn, "auch stundenweise oder an Wochenenden engagieren." Sie bekommen vier bis sechs Euro pro Stunde, bei Bedarf zahlt das Jugendamt 2,50 Euro dazu. Macht bei vollen fünf Tagen à acht Stunden Pflege 430 Euro Zuschuss.

Die Stadt wehrt sich zurzeit mit tatkräftiger Hilfe der sozialen Verbände gegen die Pläne der Bundesregierung, solche Zuschüsse zu versteuern, berichtet Dezernent Burkhard Hintzsche. Noch sei das letzte Wort in Berlin aber nicht gesprochen. Zudem wird nur das an Zuschuss versteuert, was nach Abzug der Pflegekosten übrig bleibt. Außerdem verdienen manche Haushalte auch zu wenig, als das Steuern anfielen, betont er.

Das Jugendamt bietet zwei Informationsveranstaltungen für künftige Tagesmütter in der Willi-Becker-Allee 7 an: Dienstag, 16. Oktober, 10 bis 12 Uhr, und Montag, 29. Oktober, 17 bis 19 Uhr. Informationen zu Angeboten der Kindertagestätten und Tagespflege im Internet: http://i-punkt-familie.duesseldorf.de

JO ACHIM GESCHKE


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