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Viertes Todesopfer nach Unfall mit Straßenbahn

08.09.2009 | 12:35 Uhr
Viertes Todesopfer nach Unfall mit Straßenbahn

Düsseldorf. Die Unglücksserie der Rheinbahn reißt nicht ab: 68 Unfälle mit Straßenbahnen registrierte die Polizei in Düsseldorf bereits in diesem Jahr. Montag kam es zum vierten tödlichen Unfall innerhalb weniger Monate. Unfallexperten kündigen eine Untersuchung an, weil Palmen die Sicht versperren.

Von der Stresemannstraße kommend überquerte am Montag um 10.30 Uhr ein 59-jähriger Radfahrer die Fußgängerfurt und die Mittelinsel der Graf-Adolf-Straße am Stresemannplatz und wurde von einer Bahn der Linie 704 zu Boden geschleudert. Der 47-jährige Rheinbahn-Fahrer hatte noch versucht zu bremsen - aber es war zu spät. Der Radfahrer erlitt lebensgefährliche Verletzungen . Er starb wenige Stunden später in der Uni-Klinik.

Erste Ermittlungen: Fußgänger kreuzte bei Rotlicht

Nach den ersten Ermittlungen der Polizei und Aussagen eines Zeugen soll der Radfahrer die Fußgängerfurt bei Rotlicht überquert haben. Demnach hätte der Straßenbahn-Fahrer, der einen Schock erlitten hatte, wohl keine Schuld am Zusammenstoß.

Im Vorjahr gab es in Düsseldorf 148 Unfälle mit Straßenbahnen. Zwei Menschen starben, 21 wurden schwer verletzt. (Fotos: Kai Kitschenberg und Paul Walther)

Es bleibt aber die Frage, ob wirklich alles getan wurde, um den früheren Unfallbrennpunkt Stresemannplatz zu entschärfen. Es handelt sich hierbei um eine der kompliziertesten und unübersichtlichsten Straßenkreuzungen. Ein Knotenpunkt, auf den sechs Straßenzüge zulaufen.

Das städtische Verkehrsmanagement hat mit der Einrichtung eines Kreisverkehrs die Unfallrisiken verringert. Das letzte Teilstück der Graf-Adolf-Straße zum Hauptbahnhof ist zudem für den Durchgangsverkehr gesperrt. Nur die Bahnen der Linie 704, 709 und 719 haben freie Fahrt. Als Glanzstück der Umgestaltung hatte die Künstlerin Tita Giese vor zwei Jahren den Stresemannplatz in eine grüne Oase verwandelt - mit Yucca-Palmen und Präriegras auf gestapelten Reifen. Nun steht dieser Platz wieder im Blickpunkt der Unfallexperten. „Wir werden uns den Ort noch mal genau ansehen und prüfen, ob etwas verbessert werden kann”, erklärt Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher. Die städtische Unfallkommission wird sich mit diesem Thema ebenso befassen müssen.

Stadt argumentiert: Warnlichtern, nicht Ampeln beachten 

Und zwar auch deshalb: Die Straßenbahn-Fahrer der Linie 704, 709 und 719, die aus Richtung Hauptbahnhof den Stresemannplatz kreuzen, sehen von rechts kommende Fußgänger und Radfahrer, die Höhe Stresemannstraße plötzlich und unerwartet die Gleise queren, erst sehr spät. Die Sicht wird ihnen durch die Palmen genommen.

Fußgänger, Autos und Straßenbahnen kommen sich in Düsseldorf minütlich in die Quere. (Foto: Kai Kitschenberg)

Erst in dem Moment, wenn die Züge an der Haltestelle Stresemannplatz vor der Kreuzung losfahren, schaltet die Fußgängerampel (Höhe Stresemannstraße) von Grün auf Gelb. Ein sehr kurzer Zeitpuffer. In Gegenrichtung steht die Ampel manchmal gar auf Grün, wenn ein Zug kommt. Die Argumentation der Stadt: Hier sind nicht die Fußgängerampeln maßgebend, sondern die gelben Warnlichter, die blinken, sobald sich ein Zug nähert.

148 Zusammenstöße in einem Jahr

Wie Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher erklärt, gab es in den vergangenen Monaten bereits mehrere Gespräche mit der Polizei, um die Zahl der Unfälle mit Straßenbahnen im Stadtgebiet zu verringern. Die Bilanz des Vorjahres war alarmierend: 148 Zusammenstöße mit zwei Toten und 21 Schwerverletzten. Dieses Jahr fällt sie wohl noch schlechter aus. Die meisten Kollisionen ereignen sich, weil Autofahrer falsch abbiegen und Fußgänger das Rotlicht missachten.

Michael Mücke

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Kommentare
28.04.2010
02:11
Viertes Todesopfer nach Unfall mit Straßenbahn
von gullideckel | #12

die scheiss Lackierung in Strassengrau tut ihr übriges dazu.
Wink mit dem Zaunpfahl!!!

28.04.2010
02:08
Viertes Todesopfer nach Unfall mit Straßenbahn
von gullideckel | #11

höhö die Palmen versperren nicht die Sicht. Wenn irgendwas die Sicht sperrt ist das das Gestrüpp unter den Palmen. ;-)

01.12.2009
01:19
Viertes Todesopfer nach Unfall mit Straßenbahn
von Peter Genenger | #10

Es ist immer leicht über etwas zu urteilen was man nicht kennt oder versteht. Ich fahre jetzt seit 23 Jahren Straßenbahn in Düsseldorf und möchte behaupten, dass ich dies stehts mit Respekt und Verantwortung getan habe.

Solche Aussagen wie: Wir würden die Kreuzung absichtlich zufahren, oder zu schnell an manchen Stellen vorbei fahren usw. entbehren jeder Grundlage. Man kann nicht einfach Andere für die eigene Unzulänglichkeit verantwortlich machen.

Es ist natürlich richtig, dass die Straßenbahn der stärkste Verkehrsteilnehmer im Straßenverkehr ist. Dennoch wird der Verkehrsteilnehmer, insbesondere der Fußgänger, nicht seiner Verantwortung entzogen, nur weil er vielleicht ein Signal falsch interpretiert. Die Straßenverkehrsordnung (StVO) ist diesbezüglich klar geregelt.

Ebenfalls ein großes Problem ist, dass die Straßenbahn leider immer noch unterschätzt und übersehen wird, trotz dessen Größe. Ein Straßenbahnzug hat einen durchschnittlichen Bremsweg von ca. 100 Meter, ausgehend von einer Geschwindigkeit von 50 KM/H. Als Vergleich, ein Auto bei gleicher Geschwindigkeit steht bei ca. 40 Metern (!). Ich hatte leider auch schon einige Unfälle, bei denen die Autofahrer zu 90% immer das Gleiche gesagt haben, nachdem sie falsch abgebogen, oder über Rot gefahren sind: Ich habe Sie nicht gesehen. Was soll man dazu sagen ...

Was hier auch schon angesprochen wurde, ist unsere Verantwortung. Ich denke 9 Stunden am Tag bei der Arbeit immer für andere Verkehrsteilnehmer mit. Wenn ich das nicht tun würde, hätte ich 15 Unfälle jeden Tag und hätte an keinem einzigen Schuld.

Wie gesagt, wenn man etwas nicht versteht oder kennt, verurteilt man es viel leichter und einfacher. Natürlich habe ich Mitleid mit den Familien, aber auch mit den Fahrern, die oftmals auch Monate darunter leiden und manchmal auch ihren Fahrdienst nie wieder aufnehmen können.

In diesem Sinne

28.10.2009
12:45
Viertes Todesopfer nach Unfall mit Straßenbahn
von Dirk Runkel | #9

Sorry, wenn das vielleicht hart klingen mag, aber gerade an dieser Stelle fahre ich nicht ohne zu gucken über die Strassen und Gleise. Mir hat man schon damals beigebracht nach rechts und links zu schauen auch wenn die Ampel grün zeigt.

EINE GRÜNE AMPEL IST KEIN FREIBRIEF - weder für Autofahrer, Fussgänger oder andere Verkehrsteilnehmer.

Dann noch: So dicht und hoch können die Pflanzen gar nicht wachsen, dass man eine Bahn bzw. Auto nicht erkennt oder wahrnimmt.

Ich als Fussgänger und Radfahrer Sorge für meine eigene Sicherheit in der heutigen schnellen Zeit im Strassenverkehr.

09.09.2009
01:10
Viertes Todesopfer nach Unfall mit Straßenbahn
von Die_Kleine | #8

Abschließend und vor allem des lieben Friedens wegen...

Als Familienangehörige hätte ich gerne das letzte Wort bitteschön!

Ob es dann tatsächlich so war, wie die Zeugen berichteten, wird sich klären. Die Staatsanwaltschaft wird sich um die Details des Unfallhergangs kümmern.

Die Schuldfrage ist jetzt zweitrangig!

Fest steht, dass es uns nichts nutzt, ob er tatsächlich mit seinem Fahrrad über die rote Ampel ging, oder nicht - er ist nicht mehr an unserer Seite und das ist nicht nur schlimm, es ist auch ein furchtbarer Tod, den wir keinem Menschen - und vor allem keinem weiteren - wünschen.

Ich bin sehr schockiert darüber, dass es nicht der erste Unfalltod mit einer Straßenbahn auf dieser Strecke in Düsseldorf war. Wenn die Stadt Düsseldorf nicht in der Lage ist, oder wer auch immer für die Unübersichtlichkeiten mit den Palmen verantwortlich ist, zu klären, und den anderen 3 Fällen vielleicht schon eher nachgegangen wäre, dann würde der Sohn, Ehemann, Bruder, Cousin, Neffe, der er für uns alle war, vielleicht heute noch leben!!!

Für mich steht fest, dass wir es ihm schuldig sind, Klarheit ins Dunkle zu bringen, denn es soll kein weiteres Opfer geben.

Ich weiss, dass er das für uns auch getan hätte und dafür werde ich mich persönlich einsetzen.

Wir haben immer an Dich geglaubt, sind davon überzeugt, dass Du umsichtig gehandelt hast, aber können Dir leider nicht mehr sagen, dass wir Dich lieben.

Du fehlst!

Die Kleine

08.09.2009
19:23
Viertes Todesopfer nach Unfall mit Straßenbahn
von trendsetter | #7

Sollte es so sein...bei ROT, dann sollte die Diskussion hier mal ein Ende haben! Radfahrer sind als aktive Verkehrsteilnehmer an die Verkehrsregeln gebunden. Wer sie missachtet begibt sich in Gefahr!

08.09.2009
15:17
Viertes Todesopfer nach Unfall mit Straßenbahn
von Thonald | #6

Zuerst einmal ist es eine schlimme Sache für alle beteiligten.
Sobald Gesundheit und Leben gefährdet sind ist es eigentlich egal wer schuld hat, es ist einfach nur Traurig und deshalb gehört mein tiefstes Mitgefühl den Angehörigen.
@Kontra Ich denke mal das Sie überhaupt nicht wissen wo von Sie da reden. Fahrer von öffentlichen Verkehrsmitteln könnte man jedem ein Bundesverdienstkreuz verabreichen, da sie in ihrer Laufbahn tausendmal mehr Leben durch Ihre erhöhte Aufmerksamkeit retten als es sonst jemand macht. Haben Sie vielleicht auch mal darüber nachgedacht wie lang eine Bahn oder ein Bus ist und das deshalb es fast unmöglich ist das in einer Stadt wie Düsseldorf die Kreuzung mal nicht zugestellt wird? Und zu behaupten das dies absichtlich gemacht wird ist schon bald üble Nachrede. Und ich kann Ihnen versichern das jeder Fahrer der Rheinbahn eine bessere Verkehrsschulung durchläuft als ein normaler Autofahrer. Schwarze Schafe allerdings gibt es überall. Was die Altstadt betrifft, da sollten sie vielleicht einmal das ganze aus der sicht des Fahrers betrachten. Mir wurde als Kind schon beigebracht mich fern von Straßenbahnen und deren Gleisen zu halten. Sollte Ihnen das niemand beigebracht haben, so hat man da wohl was ganz wichtiges versäumt.

08.09.2009
14:02
Viertes Todesopfer nach Unfall mit Straßenbahn
von Rolf Bockstiegel | #5

Die Sekunden, um eine Bahn ungehindert passieren zu lassen, indem alle übrigen Ampeln ( für Fußgänger und Autofahrer ) auf rot stehen, mögen die Düsseldorfer Politiker den Autofahrern nicht zumuten.

Ein Unding ist auch, und wieder typisch Düsseldorf, dass Fußgänger die Fahrbahnen häufig nur in Etappen überqueren können. Das ist gefährlich, weil man eine grüne Ampel auf der anderen Straßenseite sieht, und dann häufig einfach los rennt, ohne zu merken, dass der erste Abschnitt bis zur Mittelinsel noch auf rot steht.

Unfälle wie der jetzt passierte, der mit Autos genauso wie mit Straßenbahnen geschehen kann, sind dann vorprogrammiert, wenn Fußgänger oder Radfahrer und - seit einiger Zeit in Düsseldorf gang und gäbe -auch Autofahrer, die Ampeln garnicht beachten.

Etwas Verantwortung muss man allen Verkehrsteilnehmern noch lassen.

08.09.2009
13:57
Viertes Todesopfer nach Unfall mit Straßenbahn
von SoIstEsNunMal | #4

Ne, die Palmen sind Schuld - weil der Mensch Tomaten auf den Augen hatte.

08.09.2009
10:32
Viertes Todesopfer nach Unfall mit Straßenbahn
von Sisa | #3

Fakt ist , der Mann ist bei rot gefahren ! Warum wird jetzt auf den Bus - und Bahnfahrern rumgehackt ?!?

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