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Verein hilft Unfallopfern im Kampf gegen Versicherungen

10.12.2009 | 05:00 Uhr
Verein hilft Unfallopfern im Kampf gegen Versicherungen

Düsseldorf. Vier Jahre lang musste Stefanie Jeske nach einem Unfall um die Erstattung zusätzlicher Kosten gegen die Versicherung kämpfen. Aus leidvoller Erfahrung gründete sie den Verein "subvenio", der Unfallopfern hilft, denen die Versicherungen kein Geld zahlen.

Aus eigener bitterer Erfahrung gründete Stefanie Jeske den Verein „subvenio“, der Unfallopfern in Prozessen gegen Versicherungen hilft. Ein Hund rannte sie auf der Straße um, Ende Dezember 2004. Beim Sturz erlitt Stefanie Jeske komplizierte Brüche. Langer Krankenhausaufenthalt, Krücken, weitere Operationen. Die Selbstständige mit einer Firma zur Website-Gestaltung hatte Verdienstausfall und zusätzliche Kosten.

Auf fünfstelliger Summe sitzengeblieben

Macht nichts, zahlt ja die Versicherung des Hundehalters, dachte die 44-Jährige. Denkste. Vier Jahre lang kämpfte sie, nicht um Schmerzensgeld, sondern um Erstattung der zusätzlichen Kosten, gegen die Versicherung. „Ich bin auf einer fünfstelligen Summe sitzen geblieben”, sagt sie. Jeske gründete daraufhin den Verein „subvenio”, der Opfern von Unfällen hilft, denen die Versicherung kein Geld zahlt.

Vier Jahre lang musste Stefanie Jeske nach einem Unfall um Schmerzensgeld und um die Erstattung zusätzlicher Kosten gegen die Versicherung kämpfen. Aus leidvoller Erfahrung gründete sie den Verein "subventio", der Unfallopfern hilft, denen die Versicherungen kein Geld zahlen. Fotos: Kai Kitschenberg

„Die gegnerischen Juristen haben sich bis zum letzten Tag geweigert, zu zahlen”, schildert Jeske ihre bitteren Erfahrungen. „Die Opfer müssen jaganz genau beweisen, welche Ausgaben ihnen durch den Unfall entstanden sind.” Jeske brauchte Krücken, hatte Verdienstausfall, brauchte zeitweilig eine Haushaltshilfe... Das Landgericht gestand ihr in zweiter Instanz sogar eine kleine Rente zu, weil ihr Knie nie wieder richtig funktionieren wird. Das Oberlandesgericht entschied aber dann gegen sie.

Zehn Jahre im Rollstuhl um Entschädigung gekämpft

Recherchen im Internet zeigten: Es gab sehr viele solcher Versicherungsopfer. Jeske gründete im Februar „subvenio”, lateinisch „ich komme zu Hilfe”. Obwohl noch kaum bekannt, meldeten sich bereits 64 Mitglieder an. „Der Erfolg zeigt, wie viele Opfer es gibt.”

Ein erfolgreicher Versicherungsvertreter, schildert Jeske das Schicksal eines Mitglieds, „lebt nach einem Autounfall heute von Sozialhilfe. Gerade Selbstständige können nur schwer beweisen, welche Kosten ihnen durch einen unverschuldeten Unfall entstanden sind. Da müssen Aushilfen eingestellt werden, Helfer im Haushalt, es gibt zusätzliche Fahrten im Taxi. Die Beträge, um die es geht, reichen von 5000 Euro bis zu einer Million.”

Hartz-IV wegen Querschnittslähmung

Auch etliche Angestellte, die unverschuldet länger als sechs Wochen krank waren, leben heute von Hartz IV oder Sozialhilfe, weiß sie. Polizeioberkommissar Robert Hering sitzt als Opfer eines Unfalls querschnittsgelähmt im Rollstuhl. Zehn lange Jahre kämpfte er um Erstattung seiner Kosten, schildert Jeske, erreichte eine kleine Entschädigung.

Inzwischen hat sie einige Mitstreiter im Verein „subvenio”. Sie geben Unfallopfern Tipps, wissen, welche Rechtsanwälte auf Sozial- oder Medizinrecht spezialisiert sind. Und sie sind eine psychologische Stütze für die Opfer, die häufig verzweifelt sind, verbittert, oder ausgebrannt vom Kampf gegen gut geschulte Versicherungsjuristen aufgeben wollen.

Ehrenamtliche Arbeit - acht Stunden am Tag

Die Gerichtsmedizin an der Uni-Klinik, die eine Ambulanz für Gewaltopfer anbietet, war begeistert von „subvenio” für Unfallopfer und half. Ebenso die Opferschutzbeauftragte der Polizei. Inzwischen gibt es Helfer und Mitglieder in Hessen, und bald auch in der Schweiz. Nach nur zehn Monaten ist die Arbeit für den Verein zum Acht-Stunden Ehrenamts-Job geworden, sagt die Gründerin. Sie hofft, im Januar ein Büro für den Verein zu bekommen, „aber Möbel, Drucker, Kopierer, Telefon - das kostet alles doch sehr viel Geld.” Hilfe erhält jeder vom Verein - auch, wer kein Mitglied ist. Der Beitrag liegt bei 36 Euro im Jahr -18 Euro für Studierende oder Hartz IV-Bezieher.

Tipps für Unfallopfer: „Alles genau dokumentieren!“

Unfallopfer müssen alles gerichtsverwertbar und genau beweisen können, mahnt „subvenio”-Gründerin Stefanie Jeske. Deshalb bei einem Unfall immer die Polizei hinzuziehen. Zeugen suchen und deren Adresse aufschreiben.

Sofort Fotos machen, auch von Verletzungen! Bei Ärzten und im Krankenhaus für eine lückenlose medizinische Dokumentation sorgen. Auch später alles mit Quittungen dokumentieren. Belege nur als Kopie herausgeben.

Jo Achim Geschke

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Kommentare
10.12.2009
22:32
Blockierter Kommentar.
von Al | #7

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10.12.2009
17:34
Verein hilft Unfallopfern im Kampf gegen Versicherungen
von Nataly Brombach | #6

@urgesteinfred: Natürlich können sie das. Wer sich selbst als schwaches und chancenloses Opfer betrachtet und (sich) lieber aufgibt, hat an allen Fronten verloren. Wenn sich die Schwachen und Betroffenen jedoch alliieren, können sie was bewegen. Bloß müssen da eben alle (oder viele) mit anpacken und die Stimme erheben, um so laut zu werden, dass es selbst der Gesetzgeber hört. Es liegt an jedem Einzelnen, dafür zu sorgen, dass Recht und Gerechtigkeit irgendwann einmal deckungsgleich sind. Das mag eine Utopie sein - aber so, wie es augenblicklich ist, kann es auch unmöglich bleiben, und nur nach Veränderungen zu verlangen, ohne aktiv was dafür zu tun, und zu erwarten, dass sie dennoch von Zauberhand geschehen, ist noch utopischer.

10.12.2009
16:54
Verein hilft Unfallopfern im Kampf gegen Versicherungen
von urgesteinfred | #5

Versicherer sind eine verlogene und brutale Bande. Die Macht des vielen Geldes animiert, Geschädigte hinzuhalten und zu zermürben. Nur der Gesetzgeber tut nichts dafür. Eine Mindesterledigung für den betroffenen Bürger müsste auf höchstens 1 Jahr festgeschrieben werden. Der Versicherer muss die Terminverantwortung haben, sonst drohen Millionenstrafen. Das wäre bürgergerecht. Die Betroffenen und Schwachen können nicht gegen die Reichen kämpfen.

10.12.2009
16:17
Verein hilft Unfallopfern im Kampf gegen Versicherungen
von Nataly Brombach | #4

Eigentlich ist es ja weniger die Anzahl der Vereine als der Mitglieder, die hier ins Gewicht fällt. Insofern freuen wir uns bei subvenio über jeden, der sich mit einbringt: als passives Mitglied, das unserer Stimme mehr Gewicht und Tragweite gibt, als aktives Mitglied, das sich nach Fähigkeit und Möglichkeit für den Verein oder Betroffene einsetzt, oder als Förderer/Unterstützer/Koop-Partner aus Wirtschaft, Handel und Medien. Schließlich ist der Kampf gegen fiese Versicherer im Einzelfall nur ein Teilziel; unser eigentliches Ziel ist es, auf juristischer und politischer Ebene nachhaltige Veränderungen herbeizuführen, die es Versicherern per se unmöglich macht, sich durch gesetzlich abgesegnete Hintertürchen aus der Verantwortung zu stehlen. Je mehr Hände da mit anpacken, je mehr Köpfe mitdenken, je mehr Mitmenschen ihre Stimme erheben, desto stärker und schneller können wir dieses Ziel erreichen, von dem alle – Betroffene und Angehörige, Mitglieder und Nicht-Mitglieder – profitieren können. Schon jetzt können wir auch Nicht-Mitgliedern mit Rat, Tat und Vermittlung helfen. Die Position unserer Mitglieder können wir sogar noch auf andere, ganz konkrete Weise stärken: mit einem ARAG-Rechtsschutz, der im Mitgliedsbeitrag enthalten ist und im Falle eines Unfalls/einer Schädigung durch Fremdverschulden greift.

10.12.2009
14:30
Verein hilft Unfallopfern im Kampf gegen Versicherungen
von schaumalan | #3

Es müßte mehr solcher Vereine geben, die intensiv gegen nicht zahlen wollende Versicherungen vorgehen!

10.12.2009
13:33
Verein hilft Unfallopfern im Kampf gegen Versicherungen
von Christian123456 | #2

@ Exossi:
Gemeint ist subvenio e. V.

10.12.2009
08:19
Verein hilft Unfallopfern im Kampf gegen Versicherungen
von Exossi | #1

Herzlich Willkommen bei der Subvenio GmbH



Die Subvenio GmbH hat sich auf die Betreuung von KMU ´s (kleine und mittlere Unternehmen), Wirtschaftsprüfungs-, Steuer- oder Rechtsanwaltskanzleien spezialisiert. In diesen Unternehmen lohnt es oft nicht, für die EDV-Betreuung einen eigenen Spezialisten anzustellen bzw. einen Mitarbeiter dafür abzustellen.

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