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Umrüsten für das digitale TV-Zeitalter

14.04.2012 | 15:00 Uhr
Umrüsten für das digitale TV-Zeitalter
Das Bild zeigt am 12. April 2012 die Satellitenschüsseln am Haus an der Kölnerstraße Düsseldorf Oberbilk. Foto: Sergej Lepke / WAZ Fotopool

Düsseldorf. Die Fernsehtechniker in Düsseldorf sind ausgelastet. Weil Ende April das analoge Satelliten-TV abgeschaltet wird, müssen jetzt viele Anlagen umgerüstet werden.

Heinz Günter Wissmann kann sich derzeit nicht über zu wenig Arbeit beklagen. „Es ist so viel zu tun, ich habe kaum Zeit“, sagt der Radio- und Fernsehtechniker aus Flingern. Jeden Tag baut er in ganz Düsseldorf Satellitenanlagen um, damit seine Kunden ab dem 30. April nicht schwarz sehen. Dann endet das Zeitalter des analogen Satellitenfernsehens. Und wer bislang noch nicht auf die neue Digital-Technik umgerüstet hat, sollte sich beeilen, wenn er nicht in die Röhre gucken will.

Keine Termine mehr frei

Wer erst jetzt feststellt, dass er noch analog schaut und Hilfe vom Fachmann braucht, hat schlechte Karten. „Die Kunden rufen mich schon seit Monaten an. Aber jetzt ist nichts mehr zu machen“, sagt Wissmann. Dieselbe Antwort gibt Jörg Sölker, der sich in seinem Derendorfer Elektro-Fachhandel vor Kundenanfragen und Aufträgen kaum noch retten kann. „Für diesen Monat haben wir keinen Termin mehr frei“, sagt er.

In den meisten Fällen ist die Umrüstung aber kinderleicht. Für den modernen Empfang braucht man einen digitalen Sat-Receiver und einen Universal-Empfangskopf – LNB genannt – an der Satellitenschüssel. Beides zusammen ist im Fachhandel schon für etwa 70 Euro zu haben, im Internet noch günstiger.

Schwieriger könnte sich die Umstellung für Mieter in Mehrfamilienhäusern gestalten, die eine gemeinsame Anlage nutzen. Einige Spezialgerät sind derzeit vergriffen, im Extremfall müssen sogar neue Kabel gelegt werden.

Fast jeder dritte Düsseldorfer, schätzt Wissmann, hat eine Satellitenschüssel auf dem Dach oder Balkon. Bis zu 15 Prozent, vermuten Experten, nutzen noch die veraltete Analogtechnik. Wer sich unsicher ist, kann im Internet (www.klardigital.de) oder auf der Videotext-Seite 198 nachschauen. Dort erfährt er, ob die Übertragung schon digital oder noch analog erfolgt.

Bessere Bildqualität

Doch auch diese Methode hat einen Haken, sagt Jörg Sölker: „Wer zwar schon eine moderne Satellitenschüssel, aber noch einen analogen Receiver hat, bekommt trotzdem angezeigt, dass er digital fernsieht.“ Doch beide Komponenten müssen dem neuen Standard entsprechen.

Im Zweifel hilft nur der Gang zum Fachmann. Der kennt auch die Vorteile des Digitalfernsehens: „Die Bildqualität ist deutlich besser“, sagt Heinz Günter Wissmann. Außerdem bietet die Digital-Technik Platz für mehr Sender, weil sie weniger Bandbreite benötigen. Damit diese Vorzüge für jeden Zuschauer sichtbar werden, legen sich Wissmann, Sölker und Co. täglich ins Zeug. Jörg Sölker ist aber sicher, dass das Telefon auch nach dem 30. April nicht still stehen wird: „Vielen ist die Umstellung immer noch nicht bewusst. Die werden uns die Bude einrennen, wenn sie nichts mehr sehen.“

Andreas Bartel


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