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Tiefensee: Düsseldorf macht einen gewaltigen Fehler im Hafen

28.08.2008 | 16:48 Uhr
Tiefensee: Düsseldorf macht einen gewaltigen Fehler im Hafen

Die Stadt hat ihre Klage gegen die abgeschmetterten Wohnungsbaupläne im Hafen eingereicht - Baudezernent Gregor Bonin bestätigte das gestern der NRZ auf Anfrage. Und Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee, als Wahlkampfhelfer für Karin Kortmann angereist, stärkte der Hafenwirtschaft den Rücken.

den Rücken.

„Wer einen Binnenhafen wie dieses nicht als wirtschaftliches Pfund betrachtet, der macht einen gewaltigen Fehler”, sagte Tiefensee bei einer Schiffsrundfahrt Richtung Containerterminal. Ohne seinem verstorbenen „Kollegen Erwin nahe treten zu wollen, aber den Unternehmen hier keine Entwicklungschancen zu geben, ist mit Blick auf die weltweite Verkehrsentwicklung nicht besonders weitsichtig. Das darf man nicht verschlafen.”

 Ulrich Groß, einer der beiden Geschäftsführer der Neuss-Düsseldorfer Hafengesellschaft, erinnerte  an sein erstes Gespräch mit Erwin. „Die Zukunft gehört dem Medienhafen, hat er mir gesagt, und stört meine große Politik nicht.” Das Unternehmen habe aber schon im ersten Jahr schwarze Zahlen geschrieben. „Und heute haben wir einen Umschlag von 8,8 Millionen Tonnen.”

 Die Unternehmer, die gemeinsam mit der Hafengesellschaft zum Kurztrip eingeladen hatten, nahmen mit Genugtuung zur Kenntnis, dass Karin Kortmann die Wohnungsbaupläne der Stadtverwaltung ablehnt: „Man kann schickes Wohnen an vielen Stellen in Düsseldorf realisieren, nur den Industriestandort Hafen, den kann man nicht einfach verlegen.” Sie sei im Gegenteil für eine Ausweitung der Betriebe. Das sei doch durchaus im Einklang mit den Vorstellungen der schwarz-gelben Landesregierung. „Nur die CDU hier sieht das anders.”

Mühlenbesitzer Ernst Lamers, der für die Hafenwirtschaft spricht, hatte zuvor moniert, dass er das Wort vom „Bestandsschutz bis 2036 langsam nicht mehr hören” könne. Denn das sei in Wirklichkeit ein Rückschritt. Es gebe seit zwei Jahren eine Veränderungssperre im Hafen, die jede Investition blockiere. Wenn aber die Unternehmen keine Chance zur Expansion bekämen, „dann sind sie tot.”

 Er wünsche sich, dass man in Zukunft „nicht mehr von oben herab mit uns spricht, so wie  es bisher war.” Er erinnerte daran, „dass der ganz Medienhafen ja nur entstehen konnte, weil die Industrie nicht auf bestehende Verträge gepocht habe.

Kortmann sagte zu, sich über die Flächennutzung im Hafen mit allen an einen Tisch zu setzen. Sofern sie am Sonntag zur Oberbürgermeisterin gewählt würde.

Frank Preuss


Kommentare
29.08.2008
13:50
Tiefensee: Düsseldorf macht einen gewaltigen Fehler im Hafen
von Robert Braun | #4

Na klar gibt es Brachflächen. Es gibt ja eine Ver-
änderungssperre d. h., selbst wenn Firmen wollen,
dürfen Sie nicht investieren.
Das war von Herrn Erwin wohl bewusst so ge-
wollt.
Herr Hubert Braun vergisst auch, dass es in
Düsseldorf noch immer viel Industrie gibt
die gerne die Verlademöglichkeiten im Hafen
nutzen, z. B. Mercedes. Ob diese Firma in
Zukunft wirklich den Duisburger-Hafen nutzt,
wie es ein Herr aus dem Planungsamt kürz-
lich so locker von sich gab? Das gäbe
ökologisch und ökonomisch keinen Sinn.

29.08.2008
00:50
Tiefensee: Düsseldorf macht einen gewaltigen Fehler im Hafen
von Paula Pink | #3

Da Dampf-plaudert unser Hubert Braun wieder mal ganz mächtig.

Er weiß anscheinend nicht (oder er blendet es bewusst aus), dass sich die Mühlenbetriebe, um die es hier geht, in unmittelbarer Nähe zu den sogenannten geplanten „Königskindern“ befinden. Bei den Mühlen geht es um Industriebetriebe, die man nicht so einfach verlagern kann. Die Königskinder hingegen sind zwei vom Künstler und Erwin-Freund Lüpertz geplante Luxuswohnklötze für etwas besser Verdienende. Diese Klientel wird mit Sicherheit nicht lange damit warten, gegen die Betriebe zu klagen, wenn die Gerüche oder der Lärm sie belästigen. Eine gute und rechtssichere Bauleitplanung darf nicht Nutzungskonflikte herbeiführen, sondern sie muss so beschaffen sein, dass die vom Gesetz geforderten Immissionsrichtwerte eingehalten werden.

Frau Kortmann tut gut daran, wenn sie erklärt, sich mit allen Betroffenen an einen Tisch zu setzen. Das ist die richtige Einstellung einer Oberbürgermeisterin, wenn sie ihre Aufgabe ernst nimmt.
Die hochnäsige Art des Joachim Erwin oder seines Zöglings Dezernent Bonin, Gespräche zu verweigern und Stadtentwicklung mit der Brechstange zu betreiben, war und ist nicht Erfolg versprechend.

29.08.2008
00:15
Tiefensee: Düsseldorf macht einen gewaltigen Fehler im Hafen
von Wolfgang Hoffmann | #2

Meine Güte, Herr Tiefensee, ausgerechnet OB Erwin vozuwerfen, er hätte die Interessen der Wirtschaft nicht beachtet, ist an Unwissenheit kaum zu überbeiten. Auch im Wahlkampf sollte man mal fragen, wo man gerade Wahlkampf macht.
Armes Deutschland...

28.08.2008
22:10
Tiefensee: Düsseldorf macht einen gewaltigen Fehler im Hafen
von Hubert Braun | #1

Und da habe ich schon gedacht es ist nicht zu toppen, wenn in Düsseldorf eine Kandidatin für den Sessel des Oberbürgermeisters der Stadt herumschwirrt, die bei jeder passenden Gelegenheit erkennen lässt, dass sie die Verhältnisse in der Stadt nicht kennt und somit blanken Unsinn von sich gibt.

Aber nun ist noch einer draufgelegt. Ein leibhaftiger Bundesminister lässt hier ohne die geringste Kenntnis des Sachverhaltes Töne hören, die bei näherer Betrachtung der Gegebenheiten so nicht erklungen wären.

Frau Kortmann und auch nun Herr Tiefensee reden vom Hafen Düsseldorf. Wissen gar nicht dass es den schon lange gar nicht mehr gibt. Dass es nur noch die Gesellschaft Hafen Düsseldorf - Neuss gibt, die als Einheit geschaffen und somit betrachtet werden muss. Die nun mittlerweile über eine Beteiligung auch noch den Hafen Krefeld mit eingebunden hat.

Eine Konstruktion die der Grundforderung nach regionaler Zusammenarbeit entspricht. Nur noch Dummköpfe begrenzen heute ihren Blick noch an der Stadtgrenze.

Und dieser, auf mehrere nahe beieinander liegende Teilhäfen verteilte, Hafen hat ein Problem. Trotz bedeutend gestiegenem Aufkommen an Bedarf nach Frachtumschlag liegen zunehmend mehr Flächen brach. Wird damit die wirtschaftliche Situation des Hafens immer schlechter. Beinahe ein Drittel der Fläche ist ungenutzt. Vor allem Flächen für die keine neue Nutzung in Aussicht steht.

Nun gibt es aber eine Ausnahme. In einem der Teilhäfen bietet sich für Brachflächen eine andere Nutzung an, ein Geschenk des Himmels. Und nun wird genau diese Entwicklung verworfen, verworfen mit dem Argument dass dann nicht mehr genug Flächen für die weitere Entwicklung der Industrie und für den Ausbau von Umschlagkapazität vorhanden wären. Eine Behauptung, wie sie unsinniger nicht sein kann. Wenige Kilometer vom Standort der nun in unbequemer Lage befindlichen Mühlen stehen Flächen bereit, die zwanzig dieser Betriebe von doppelter Größe aufnehmen könnten. Nämlich im Teilhafen Neuss.

Gerade erst ist für den Güterumschlag in der Region die optimale Lösung in Angriff genommen worden. Im Teilhafen Krefeld wird dafür eine Fläche genutzt, die auf Grund ihrer Lage eine geradezu als Optimum bezeichnet werden muss. Dort kann eine Anbindung an Wasser, Straße und Schiene verwirklicht werden, die weder in Düsseldorf noch in Neuss möglich ist. Kein Transportunternehmen wird nach deren Fertigstellung noch die mühsam zu erreichenden Teilhäfen Düsseldorf und Neuss bevorzugen. Dort entsteht zudem durch die günstigen Gegebenheiten eine Umschlagskapazität, die den Bedarf der gesamten Region abdeckt.

Also eine Situation in der alle Faktoren gründlich bedacht werden müssen und die Entscheidung für eine Wohnbebauung in Teilen des Düsseldorfer Teilhafens nun wirklich gut zu begründen ist. Und beileibe keine kalte Kampfansage an die Industrie im Hafen.

In einer solchen Lage ist aber jede Dampfplauderei, so wie jetzt zu hören, völlig unangebracht.

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