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Theater in der Manege

04.09.2009 | 19:23 Uhr
Theater in der Manege

Düsseldorf. Die Bühne ist karg - ein Kreis aus Holz, auf dessen Boden Sägespäne gestreut sind, dahinter ein Klavier und drumherum eine Handvoll Figuren. Der Schauplatz erinnert an eine Zirkusmanege.

Doch ein lustiges, circensisches Spektakel ist die neue Aufführung im Jungen Schauspielhaus nicht. Franz Molnárs „Liliom”, das am heutigen Samstag Premiere feiert, ist ein ernstes Stück, in dem es um die universellen Themen Liebe, Tod, und Erlösung geht.

„Die Bühne stellt einen zeitlosen Raum dar, man kann sie als Lebensrondell deuten”, erklärt Stefan Fischer-Fels, künstlerischer Leiter des Schauspielhauses nach der Probe. Durch das minimalistische Bild konzentriert sich der Zuschauer hauptsächlich auf Wort und Musik. Es sind die Texte, die die tragische Geschichte transportieren, in der gleich zu Beginn der junge Titelheld Liliom seinem Leben ein Ende setzt. Ein verpfuschtes Leben, gezeichnet von Schulden, Kriminalität und Gewalt, wie man im Laufe des Stückes erfährt. Nach außen der große Zampano, ist Liliom im Kern hilflos und verletzlich. Die Liebe seiner Freundin erwidert er mit Prügel. Doch seine Aggressivität ist nur Ausdruck der Ohnmacht, die durch sein Unvermögen sich mitzuteilen entsteht. Klavierklänge, atmosphärische Geräusche und Gemurmel sowie ein Chor begleiten die Handlung und dienen als innere Stimme des tragischen Helden.

Liebe und Gewalt

1909 wurde das Stück erstmals in Budapest aufgeführt. Liliom gehört zu den Parade-rollen für Schauspieler. Der brutale jugendliche Held wurde von Größen wie Paul Hörbiger, Harald Juhnke und fast 2000 Mal von Hans Albers verkörpert. Hundert Jahre nach der Uraufführung hat Christof Seeger Zurmühlen das Stück für ein junges Publikum mit Till Frühwald in der Titelrolle neu inszeniert. „Liebe, Sprachlosigkeit und Gewalt - das sind Themen, die bei Jugendlichen heute noch genau so aktuell sind”, so der Regisseur. Man könne Liliom auch als Gewalts-Präventionsstück sehen, als Appell an Jugendliche, Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen und soziale Kompetenz durch Kommunikation zu erproben, ergänzt Fischer-Fels.

„Das ist doch ein anständiges Stück, das muss man doch nicht so spielen!” dieser berühmte Zwischenruf von Klaus von Dohnanyi zur Liliom-Aufführung am Thalia Hamburg gilt in Düsseldorf schon mal nicht. Wenn die Premiere hält, was die (Kost-)Probe versprach, dann bietet Christof Seeger-Zurmühlens Liliom-Inszenierung seinem Jugendlichen Publikum ein sprachdichtes Stück, das zum Nachdenken und Diskutieren über zwischenmenschliche Kommunikation anregt. Und, so meint auch Theaterleiter Fischer-Fels, „eine tolle, mitreißende Geschichte, die Verschiedenes vereint - Theater, Lied, Chor, Zirkus - ist Liliom auch.”

„Liliom” ist für Jugendliche ab 13 geeignet. Premiere am Samstag, 5. September, 19.30 Uhr, Junges Schauspielhaus, Münsterstrasse 446. Karten/Termine unter Telefon 8523710.

Tina Adomako

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