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Strom für 17 Haushalte

18.01.2010 | 18:37 Uhr
Strom für 17 Haushalte

Erkrath. Erkraths größte Fotovoltaik-Anlage wird sich in zehn Jahren selbst finanziert haben. Der erzeugte Strom geht ins allgemeine Netz.

Scheint die Sonne, freut sich der Mensch. Das liegt nicht nur an schwülen Abenden am Baggersee und Grillfeten im Garten, sondern ist auch hormonell bedingt. Bernd Fröhlich hat seit kurzem seinen ganz eigenen Grund, warum er sich bei schönem Wetter freut. Er betreibt Erkraths größte Fotovoltaik-Anlage. Kommt der Himmelskörper hinter den Wolken hervor, klingelt bei ihm die Kasse. Wenn auch langsam und stetig.

„Ich habe mich schon immer für die Nutzung von Sonnenenergie interessiert. Und in letzter Zeit habe ich mich dann mal verstärkt schlau gemacht”, sagt der 57-jährige Chemiker, der seine Zeit jetzt hauptsächlich dem neuen Projekt widmet. Bei der Suche nach einer geeigneten Fläche fand der Haaner in Erkrath einen passenden Partner.

Jährlich 54 Tonnen CO2 eingespart

Die Firma Schreier hat in Hochdahl gegenüber vom Neanderbad rund 2000 Quadratmeter Platz auf ihrem Hallendach – ein perfekter Ort um Sonnenenergie in elektrische Energie umzuwandeln. Eigentlich lagert das Unternehmen hier ein großes Sortiment von Nicht-Eisen-Metallen. Chef Martin Schreier war schnell von der Idee überzeugt. Gemeinsam gründeten die beiden eine Gesellschaft, die sich auf Fotovoltaik-Anlagen spezialisiert.

Die Solarzellen sorgen dafür, dass jährlich rund 54 Tonnen CO2 eingespart werden. Doch ausschließlich um den Schutz der Umwelt geht es Fröhlich nicht. Er formuliert es so: „Die Ökologie ist wichtig, aber ökonomische Aspekte sollten ebenso nicht zu kurz kommen.” Der erzeugte Strom ist daher nicht dafür gedacht, dass im Großlager vor Ort die Glühbirnen leuchten, er wird ins Stromnetz eingespeist. Das bringt Fröhlich und Schreier derzeit 41 Cent pro Kilowattstunde von den Stadtwerken.

Die 670 Quadratmeter reine Solarzellen produzieren im Jahr – spielt die Sonne mit – rund 77 000 Kilowattstunden (kWh). Zur Einordnung: Das reicht für 17 Haushalte mit einem 4500 kWh-Verbrauch. In zehn Jahren wird sich die Anlage auf diese Weise selbst bezahlt haben. 270 000 Euro investierten Fröhlich und Schreier bislang in ihre Gesellschaft.

Doch dieses erste Dach soll nur der Anfang gewesen sein. Eine zweite, noch größere Fotovoltaik-Anlage soll dieses Jahr direkt nebenan entstehen. Schreier plant den Bau einer neuen Halle auf deren Dach dann bald noch mehr Strom produziert werden soll. Weitere Anlagen nicht ausgeschlossen. Fröhlich: „Am liebsten sind uns natürlich kommunale Flächen.” Schließlich brauche die Solarenergie ihre Jahre, bis sie Gewinne abwirft. Diese Zeit sollte ein Unternehmen überdauern, das sein Dach zur Verfügung stellt.

Daniel Neukirchen



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