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Solartechnik auf der Liegewiese

20.05.2008 | 21:06 Uhr
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ENERGIE. Stadtwerke und Bädergesellschaft haben im Rheinbad eine Photovoltaikanlage installiert. Erstes Fazit fällt positiv aus.

STOCKUM. Mit fremden Federn will sich Rüdiger Steinmetz nicht schmücken. "Wir haben nur die Fläche für die Photovoltaikanlage geliefert. Die Idee kommt von den Stadtwerken", erklärt der Geschäftsführer der Bädergesellschaft. Seit März vergangenen Jahres steht die umweltfreundliche Technik im Rheinbad und erzeugt Strom aus Sonnenlicht. Motto: Liegewiese trifft Solarenergie. Die Standortwahl erfolgte, um zu zeigen, auf welchen Wegen die Stadtwerke Energie gewinnen. "Und wir als großer Stromverbraucher sind immer daran interessiert, mit innovativen Techniken zu arbeiten", ergänzt Steinmetz.

Positive Reaktion der Besucher

Skeptisch blickte der Bäder-Chef zunächst darauf, wie die Gäste den "Fremdkörper" annehmen würden. Jetzt sei klar, dass die Besucher die Anlage akzeptieren. Auch wenn der Zaun um die drei Module ab und zu als Handtuchhalter genutzt werde. "Jeder weiß, was Photovoltaik ist. Die Bewertung ist positiv", bestätigt Rheinbad-Betriebsleiter Harald Jansen. Wie viel Strom erzeugt wird, zeigt ein Display in der Nähe der Anlage.

Die Anlage, die 50 000 Euro kostete und 35 Quadratmeter Solarfläche hat, bietet eine Neuigkeit: Neben einem starren und einem von Ost nach West schwenkenden Modul gibt ein drittes, das sich sowohl in die beiden Himmelsrichtungen dreht als auch an der Höhe der Sonne orientiert. "Wir wollten sehen, wie die Ausbeute mit beweglichen Modulen ist", erklärt Udo Damm, Leiter der Abteilung Technische Entwicklung und Erneuerbare Energien der Stadtwerke.

Seit März 2007 habe sich gezeigt, dass der zweifach schwenkbare Teil 36 Prozent mehr Effektivität gezeigt habe, als der starre. Für drei fest installierte Module war eine Produktion von 3600 Kilowattstunden pro Jahr - laut Damm der durchschnittliche Verbrauch eines Einfamilienhauses - prognostiziert. Die Anlage habe aber in neun Monaten 4200 Kilowattstunden geschafft. Sollte der Ertrag so bleiben und die Wartungskosten im Rahmen liegen, würden alle Module schwenkbar eingestellt. "Das können wir aber erst in vier bis fünf Jahren einschätzen", so Damm.

Unabhängig vom Ergebnis soll künftig in weiteren Bädern Sonnenenergie genutzt werden. Steinmetz dazu: "Wo wir es können, wollen wir das nach und nach machen."

MARKUS BÜLLES

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