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Schwarzfahrer sollen mehr Strafe zahlen

11.06.2012 | 19:01 Uhr
Schwarzfahrer sollen mehr Strafe zahlen
Ertappte Schwarzfahrer sollen künftig mehr Geld zahlen, fordern die öffentlichen Verkehrsunternehmen. Foto: Ingo Otto

Düsseldorf.   Wenn es nach dem Willen deutscher Verkehrsunternehmen geht, müssen Schwarzfahrer bald mehr zahlen. Das bisher geltende Bußgeld von 40 Euro reiche nicht einmal, um die Kontrolleure zu bezahlen, heißt es. Deshalb fordern sie, das Bußgeld auf 60 Euro heraufzusetzen.

Rheinbahnchef Dirk Biesenbach ist sich mit seinen Kollegen vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen einig: Schwarzfahrer müssen stärker als bisher zur Kasse gebeten werden. Dies war eine zentrale Forderung auf der Jahrestagung in der Messe am Montag..

Allein in Düsseldorf entgehen der Rheinbahn jährlich Einnahmen von vier Millionen Euro durch Schwarzfahrer. Wer ertappt wird, muss 40 Euro zahlen. Doch nur eine Million Euro bekommt die Rheinbahn zurück. Diese Summe deckt noch nicht einmal die Personalkosten für die insgesamt 80 Kontrolleure.

„40 Euro sind zu wenig“

Deshalb drängt der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen, in dem Biesenbach NRW-Landesgruppenvorsitzender ist, das sogenannte „erhöhte Beförderungsentgelt“ für ertappte Schwarzfahrer von 40 auf 60 Euro anzuheben. Bisher kommen Schwarzfahrer „zu günstig davon“, klagt Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff.

Von der Politik fordert Landesgruppenvorsitzender Biesenbach eine Vereinbarung oder Gesetzesänderung, damit der Sanierungsstau bei U- und Straßenbahnen beseitigt werden kann. Allein bei den elf größten NRW-Nahverkehrsunternehmen, darunter die Rheinbahn, müssen bis 2016 über 1,1 Milliarden Euro in Tunnel, Gleise Bahnhöfe und Technik investiert werden. Bisher werden Sanierungen vom Bund und Land nicht gefördert. Wenn sich das nicht bald ändert, „dann drohen in der nächsten Dekade weitere Streckenstilllegungen“, so Biesenbach.

Die wichtigste Verbindung zwischen Düsseldorf und Duisburg ist aber nicht gefährdet. Für die Stadtbahnlinie U 79 ist eine neue Zugsicherung im Tunnelsystem nötig. Düsseldorf muss dafür 60 Millionen, die klamme Stadt Duisburg 30 Millionen Euro aufbringen. Immerhin. „Die Finanzierung für die Planung ist jetzt gesichert. Die Aufträge dafür sind ausgeschrieben“, betont der Sprecher der Duisburger Verkehrsgesellschaft, Herbert Schoofs. Insofern ist alles im Zeitplan. Beide Städte hoffen nun, durch eine Neuregelung Zuschussgelder für dieses wichtige Projekt zu bekommen.

Kein Geld für Rücklagen

Biesenbach macht darauf aufmerksam, dass öffentliche Verkehrsbetriebe keine Gewinne machen dürfen und somit keine ausreichenden Rücklagen für Instandhaltungen und Neubeschaffungen bilden können. „Wir können das nicht zu hundert Prozent refinanzieren“,betont er.

Allein die Rheinbahn musste in den letzten fünf Jahren ihren Schuldenstand von hundert auf 300 Millionen Euro erhöhen, weil sie vor allem dringend Geld für neue Schienenfahrzeuge benötigte. Düsseldorf hat deutschlandweit eines der dichtesten Netze mit 310 Fahrzeugen und einer Gleislänge von über 343 Kilometern.

Michael Mücke

Kommentare
17.06.2012
18:55
Schwarzfahrer sollen mehr Strafe zahlen
von cavador | #15

Habe ein 60+ABO zuhause liegengelassen..Klar...Kontrolle...40.-Euro-Ticket bekommen.
Bei der Fahrpreiserhebungsstelle meine ABO-Karte vorgezeigt....
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2012-06-11 19:01
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