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Japantag

Schumann im Feuer

28.05.2010 | 16:40 Uhr

Düsseldorf. Was hat Schumann eigentlich mit Japan zu tun, mag man sich angesichts der Bauarbeiten auf der Oberkasseler Wiese gegenüber der Einmündung Schulstraße fragen.

Hier präparierten gestern 10 deutsche Pyrotechniker unter der Anleitung des japanischen Experten Hideki Takayasu die Raketenabschussrampen für das heutige Japanische Feuerwerk - das neunte, das das Land NRW zusammen mit der Stadt und der japanischen Gemeinde zum Japan-Tag zelebriert. Insgesamt werden 1480 Feuerwerkskörper den Zuschauern ein Zusammenspiel von Musik, Licht und Farbe bereiten - arrangiert nach den Klängen des vor 200 Jahren geborenen Komponisten Robert Schumann.

Hideki Takayasu ist in seinem Element. Zusammen mit seinem japanischen Kollegen  koordiniert der Pyrotechniker den Aufbau des 120 mal 30 Meter großen Areals. Während seine Mitarbeiter die Abschussröhren in Holzkästen sicher verstauen, blickt Takayasu immer wieder auf seinen kryptischen Bauplan. Bevor die japanischen Raketen von Tokyo aus per Schiff nach Rotterdam verladen wurden, hat er den Ablauf der Feuershow immer wieder  justiert, arrangiert. „Wir haben die gesamte Show mehrere Male geprobt, jedes Detail ist sehr wichtig“, versichert der kleine Japaner. „Wir haben selten Gelegenheit japanische Feuerwerke außerhalb unseres Landes zu zeigen. Deswegen bin ich sehr aufgeregt.“

Zwar ist es nicht sein erster Aufenthalt am Rhein - er kam in den letzten zehn Jahren neun Mal zum Feuerwerk - aber er freut sich jedes Mal. „Das Publikum ist ganz anders als in Japan. Hier applaudieren und rufen die Menschen. In Japan macht man das nicht. Deswegen finde ich es immer sehr aufregend, meine Show hier zu präsentieren.“ Nur wie er auch noch Schumanns Musik dazu in  Szene setzen sollte, war für ihn eine Herausforderung: „Es ist nicht so leicht das Klavier an den Himmel zu bringen“, lächelt er. </p><p>Aber es ist ihm gelungen und so werden die Zuschauer  heute original japanische Raketen zu deutschen „Noten“ bestaunen dürfen. Insgesamt 48 Bilder soll es geben - dazu natürlich einige besondere Feuerwerkskörper, die es sonst nur in Japan gibt.

Dort hat haben die pyrotechnischen Himmelskörper eine lange Tradition. Sie symbolisieren den Sommer, denn in dieser Jahreszeit werden auch die meisten  Feuerwerke gezündet.

Takayasu seinerseits tut auch etwas für den kulturellen Austausch. Vorgestern war er von der japanischen Gemeinde zu einem Bier in der Altstadt eingeladen. Für ihn ein persönliches Highlight seines Aufenthalts: „Das Altbier ist sehr gut“, schwärmt er und blickt dann wieder auf  seinen Bauplan. Bis zum  Abend musste gestern alles fertig werden, damit heute der Himmel leuchten kann.

Eve Sattler

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