Prominente setzen sich für die Gaslaternen ein
13.10.2009 | 15:12 Uhr 2009-10-13T15:12:00+0200
Düsseldorf. Tony Cragg, der neue Rektor der Kunstakademie, Künstler Nemo, Komödchen-Chef Kay Lorentz, Uerige-Wirt Michael Schnitzler oder Ex-Fußballmoderator Manni Breuckmann – sie alle setzen sich dafür ein, dass die Gaslaternen in der Stadt stehen bleiben. Die Protestbewegung wird immer größer.
Die Zahl der Prominenten, die sich für die fast 17 000 Düsseldorfer Gaslaternen stark machen, wird immer größer. Wenn Gabriele Henkel am 26. Oktober Oberbürgermeister Dirk Elbers die Petition übergibt, dann stehen auf der Unterschriftenliste auch bekannte Namen wie Tony Cragg, der neue Rektor der Kunstakademie, Künstler Nemo, Komödchen-Chef Kay Lorentz, die Altstadt-Familie Oxenfort, Uerige-Wirt Michael Schnitzler, Pianist Thomas Beckmann und Ex-Fußballmoderator Manni Breuckmann. Selbst unter den Grünen, die sparsame Leuchtdioden als Straßenbeleuchtung bevorzugen, finden sich Unterstützer wie Ratsherr Wolfgang Scheffler.
Politik lenkt ein
Obwohl die Politik seit einigen Tagen einlenkt, sich eine Mehrheit von CDU und FDP anbahnt, die die Gasbeleuchtung in der Altstadt und in den Gründerzeitvierteln so lässt wie sie ist und die anderen Laternen lediglich umrüsten will, erfährt die Protestbewegung immer mehr Zulauf. Die Initiative und die Unterzeichner der Petition wollen mehr, viel mehr: Sie wollen das gesamte Düsseldorfer Gaslaternen-Netz mit allem drum und dran auf die Liste für das Weltkulturerbe gesetzt haben, auf der rund um Düsseldorf bisher lediglich der Kölner und Aachener Dom sowie die Zeche Zollverein Essen stehen.
„Unsere Chancen stehen gut, wirklich gut”, meinte gestern Georg Schumacher, der Sprecher der Initiative. Denn Deutschland sei auf der Unesco-Welterbeliste mit Beispielen für die Industriekultur „weit unterrepräsentiert”. In keiner anderen Stadt gebe es weltweit ein derart intaktes und flächendeckendes Netz von Gas-Laternen. Hier werden 40 Prozent des Stadtgebietes abgedeckt.
Aufnahme in die Unesco-Liste
Bei der Aufnahme in die Unesco-Liste gelten die „Einzigartigkeit” und die Authenzität” als entscheidende Kriterien. „Und die werden erfüllt”, ist sich Schumacher sicher. Er weiß aber auch: „Wir werden dafür einen langen Atem brauchen.” Aus dem NRW-Bauministerium heißt es lediglich, dass hier die Liste „derzeit geschlossen” ist und daher „keine Möglichkeit bestehe, neue Normierungen vorzubringen.”
Es wird gehen - wenn auch nicht gleich, glaubt die Initiative Pro Gaslicht und will die Politik ganz auf ihre Seite ziehen. Als ersten Schritt soll der Rat prüfen, wie gut die Chancen für die Aufnahme in die Weltkulturerbe-Liste stehen.
Die Umrüstung der Gasbeleuchtung auf Leuchtdioden ist zwar erklärtes städtisches Ziel, würde aber nach Auffassung der Gaslaternen-Befürworter nur unwesentlich zum Klimaschutz beitragen. Die Gasbeleuchtung in den Straßen mache gerade mal 0,2 Prozent der klimaschädlichen Kohlendioxide aus, die in der Stadt ausgestoßen werden.
15:31
Die Diskussion um LED-Beleuchtung ist ziemlich unsachlich. Nach wie vor brauchen diese Leuchtmittel mehr Strom als die herkömmlichen Natriumdampfhochdrucklampen (mit dem gelben Licht). Düsseldorf setzt inzwischen oft Halogen-Metalldampflampen ein, deren Licht etwas angenehmer ist. Das geht allerdings wieder zu Lasten der Energieeffizienz.
Sinnvoll wäre der Einsatz von Natriumdampf-Niederdrucklampen auf Hauptstraßen ohne Wohnbebauung. Das gab es mal in Ddf, wird aber sukzessive ersetzt.
14:10
Bevor die Tausendfüßlergegner Cappucinos Vorschlag als Scherz abtun. Ich stimme zu! Zumal er vor allem in seiner ästhetischen Qualität (wenn man ihn denn etwas pflegen würde) für seine Art von Bauwerken einmalig ist.
Zu den umgerüsteten Gaslaternen: Ich war immer für deren Erhalt bei einfühlsamer Umrüstung. Auchich würde mir gerne einmal entsprechende Beispiele ansehen. Schließlich müßte es doch reichen, ein mattes Glas über die LED zu stülpen, um ein warmes Licht zu erzeugen.
20:10
0,2 Prozent des CO2 Ausstoß, das ist viel gemessen an der Anzahl und Einsatzdauer der Gaslaternen.
Vielleicht sollte die nrz auch mal über bereits umgerüstete Lampen und deren Standorte berichten, damit sich der geneigte Leser selbst ein Bild vom Leuchtverhalten machen kann.
18:24
In Düsseldorf scheint es von potenteillem Weltkulturerbe zu wimmeln: Der historische Ortskern und die Kaiserpfalz von Kaiserswerth, Schloss und Park Benrath und die Gaslaternen gelten als Kandidaten.
Ich wäre für die Aufnahme des Tausendfüßlers. Der ist weltweit einmalig und doch typisch für seine Epoche.