Polizei reicht allen Fans von Fortuna die Hand
18.05.2010 | 11:10 Uhr 2010-05-18T11:10:00+0200
Düsseldorf. Das ist neu: Die Polizei sucht den Kontakt zu allen Fans von Fortuna Düsseldorf - auch zu den Ultras, unter denen es einzelne gewaltbereite Mitglieder gibt. Die Polizei gesteht zudem Fehler beim Einsatz nach dem Spiel gegen den MSV Duisburg ein.
Um künftig Fußball-Randale zu verhindern, setzt die Polizei jetzt auch auf den Dialog mit allen Fan-Clubs - und das ohne Ausnahme. So soll möglichst bald ein Treffen mit den unabhängigen „Ultras“ organisiert werden, unter denen es auch gewaltbereite Gruppen gibt.
„Bisher wurden die Ultras in Gespräche mit uns nicht einbezogen. Und das muss sich ändern“, erklärt der für die Fußballeinsätze verantwortliche Polizeidirektor Hans-Joachim Kensbock-Rieso. Die Polizei streckt allen Fans die Hand aus und hofft für den Saisonstart im August auf Fair Play und gegenseitiges Verständnis ohne Randale und Konfrontation.
Solidarisierungseffekte bei Gewaltausbrüchen verhindern
Gerade die jetzige Saisonpause bietet die Gelegenheit, in Ruhe miteinander zu sprechen und Vorurteile abzubauen. „Wir wollen künftig Solidarisierungseffekte in der Gruppe verhindern, wenn einzelne gewalttätig werden“, betont der Polizeidirektor. Es mache, so Kensbock-Rieso, keinen Sinn, in „bestimmten Denkmustern“ zu verharren. „Was wir wollen, ist, dass es friedlich bleibt.“ Man müsse die Ultras, der etwa 150 Fans angehören, als eine „Szene“ sehen, die durchaus Anziehungskraft hat. „Wir müssen auf die verschiedensten Gruppierungen der Fortuna-Fans zugehen“, erklärte der Fußball-Polizeieinsatzleiter im NRZ-Gespräch.
Er machte aber auch klar, dass die Polizei weiter konsequent gegen Hooligans vorgehen müsse und sich dabei auf erkannte „Einzeltäter“ und „Rädelsführer“ konzentrieren werde. Nach dem Gewaltausbruch beim Aufstieg in die zweite Bundesliga vor einem Jahr hat sich die Polizei neu aufgestellt und ihr Sicherheitskonzept immer wieder erweitert, korrigiert und verfeinert. Kensbock-Rieso: „Wir haben in dieser Zeit viel dazugelernt.“
Etwa, wie schnell ein auf den ersten Blick harmloser Vorfall plötzlich eine „große Eigendynamik entwickeln kann.“ Nur weil beim Spiel gegen Paderborn am 8. August 2009 den Ultras ein Banner gestohlen wurde, „versuchten hundert Fans in der Arena in den Gästeblock einzudringen, was wir erst in letzter Sekunde verhindern konnten."
Polizeidirektor gesteht Fehler und Versäumnisse
Besonders selbstkritisch steht die Polizei inzwischen zu ihrem Einsatz nach dem Spiel Fortuna gegen MSV-Duisburg am 7. Februar dieses Jahres, wo es auf dem Freiligrathplatz zu schweren Krawallen kam . Es gab Fehleinschätzungen und Versäumnisse, sagt der Polizeidirektor heute nach gründlicher Analyse der Geschehnisse. „Die Grundaufstellung unserer Einsatzkräfte darf nie vernachlässigt werden. Auf der Achse Beckbuschstraße, Freiligrathplatz bis zum Fortuna-Treff Kastanie müssen wir unter allen Umständen präsent sein, um eingreifen zu können. Nach dem Spiel kam es aber zu hoch gefährlichen Zwischenfällen, als die Beckbuschstraße eine Zeit lang ohne Polizeiaufsicht war.
Auch dürfe man bei „Problemspielen“ die gegnerischen Fans nicht mit der Stadtbahn zur Arena fahren lassen. „Die müssen wir richtig trennen.“ Bestes Beispiel dafür sei das letzte Spiel gegen Hansa-Rostock am 9. Mai gewesen .
Fans konsequent voneinander abschirmen
Nur weil die Fans von Fortuna und Hansa Rostock konsequent voneinander abgeschirmt wurden, konnten weitere Ausschreitungen verhindert werden. Während die Fortuna-Anhänger in den Stadtbahnen der Linie U78 fuhren, wurden die Rostocker Fans in zehn großen Gelenkbussen der Rheinbahn direkt über die A44 zum Fernbahnhof gebracht. „Die Rostocker und die Düsseldorfer konnten überhaupt nicht aufeinander treffen“, so Kensbock-Rieso, der die Logistik und Koordination der Rheinbahn ausdrücklich lobte. Es gab keine lange Wartezeiten. Alles ging flott. „Das Bus-Konzept war eines der größten Erfolge der Saison.“
Der Fernbahnhof am Flughafen hat sich aus Polizeisicht als bester Umsteigeplatz erwiesen. Am zentralen unübersichtlichen Hauptbahnhof besteht dagegen immer das Risiko, dass gegnerische Fans aufeinander los gehen. „Die Gefährdung Unbeteiligter ist am Fernbahnhof um ein Vielfaches geringer“, weiß Kensbock-Rieso. Deshalb werden bei den nächsten „Problem-Spielen“ auch die Sonderzüge nur noch am Fernbahnhof halten.
15:49
Warum geht man nicht auf den schockierenden Einsazt der Polizei gegen über Fans beim Spiel gegen Union ein?
15:44
Lügen Presse, kollektives verurteilen von Gruppen!
21:55
Wir können froh sein, dass es die Ultras gibt.
Wer sorgt sonst für die Stimmung?
Fußball ohne Ultras ist doch langweilig.
Wer dies nicht einsieht, kann zum Rochus-Club gehen. Dort Schicki-Micki-Tennis gucken ...
16:35
Und weil die Ultras so gewalttätig sind, dürfen sie den Stehplatzblock nächste Saison alleine verwalten? Ich glaub diese ganzen anti-Ultra Reflexe entstehen nur aus Missgunst und Neid.
16:04
scheiss Fortuna
14:19
Na da kann man mal gespannt sein, ob die friedlichen Ultras, die nie selbst gewaltbereit sind sondern nur auf Provokationen der Polizei, wie zum Beispiel ihre bloße Existenz oder das Tragen von Schutzhelmen reagieren, die ausgestreckte Hand ergreifen. Aber vermutlich passt das nicht ins Feindkonzept und ausserdem ist die Randale doch das Salz in der Suppe, oder??? Ach ne, das Salz in der Suppe war ja Fußball. Ach Quatsch, wer will das schon sehen?