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Nichtschwimmer stirbt nach Badeunfall

29.05.2012 | 17:47 Uhr
Nichtschwimmer stirbt nach Badeunfall
Der Elbsee ist ein durch Auskiesung entstandener Baggersee im Südosten von Düsseldorf im Stadtteil Unterbach an der Stadtgrenze zu Hilden. Foto: Sergej Lepke / WAZ FotoPool

Düsseldorf. Tödlicher Leichtsinn: Das Abtauchen ins kühle Nass an einem sommerlich-warmen Abend kostete einem 36-Jährigen das Leben. Obwohl der Leiharbeiter aus Polen Nichtschwimmer war, sprang er am Sonntag gegen 19.20 Uhr in den Elbsee. Dabei hatte der Mann offensichtlich unterschätzt, dass es hier schon am Ufer gleich fünf Meter in die Tiefe geht. Er geriet unter die Wasseroberfläche. Ein couragierter Passant zog ihn zwar nach etlichen Minuten wieder an Land. Doch in der Nacht zu Montag erlag der 36-Jährige auf der Intensivstation des Uniklinikums seinen schweren Verletzungen.

Der Mann, der für eine Firma in Hilden arbeitete, war mit einem 25-jährigen Kollegen am Abend am Elbsee unterwegs. In Höhe des Weges „Schalbruch“ kampierten sie auf Handtüchern und tranken laut Zeugenaussagen auch Alkohol. Dann ging der 36-Jährige ans Ufer. Das ist an dieser Stelle im Landschaftsschutzgebiet zwar eingezäunt, doch er zwängte sich durch ein Loch im Drahtgeflecht. Nach dem Sprung in den See, der an einigen Stellen bis zu 22 Meter tief ist, geriet der Leiharbeiter unter die Wasseroberfläche und tauchte nicht mehr auf.

Einige Spaziergänger hatten das Geschehen beobachtet. Einer alarmierte sofort per Handy die Feuerwehr. Die Leitstelle ließ jetzt Rettungswagen, Notarzt und Feuerwehrtaucher ausrücken und forderte zusätzlich den Rettungshubschrauber „Christopher 9“ aus Duisburg an. Zu diesem Zeitpunkt hatte bereits ein 27-jähriger Hildener einen Rettungsversuch gestartet, war in den See gesprungen und tauchte nach dem Vermissten. Nach einiger Zeit entdeckte er ihn, nur wenige Meter vom Ufer entfernt. Es gelang dem Hildener, den Mann zu bergen und mit Unterstützung weiterer Passanten ans Ufer zu hieven, die auch sofort Erste Hilfe leisteten.

Der Rettungsdienst versorgte den 36-Jährigen weiter, ehe er im Notarztwagen ins Uniklinikum gebracht wurde. Dort starb der Mann wenige Stunden später. Eine Obduktion soll die genaue Todesursache klären. Der Leiharbeiter hinterlässt eine Ehefrau und ein kleines Kind. Einige Passanten, die das Unglück hautnah miterlebt hatten, waren schwer geschockt und wurden von Unfallseelsorgern betreut.

In diesem Zusammenhang weisen DLRG, Feuerwehr und Polizei nochmals eindringlich daraufhin: In Düsseldorf ist das Schwimmen nur in den Freibädern und in den Strandbädern am Unterbacher See erlaubt. Zwar ist auch das Schwimmen in Teilen des Rheins gestattet, „doch wir raten dringend davon ab. Schon in Ufernähe kann die Strömung, die oft gar nicht sichtbar ist, selbst für erfahrene Schwimmer zur tödlichen Gefahr werden“, betont Feuerwehrsprecher Hans-Jochen Hermes.

„Es klingt zwar abgedroschen, aber es stimmt: Wasser hat keine Balken“, ergänzt Polizeisprecher André Hartwich.

Rüdiger Hoff


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