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"Nicht nur an die Kleinen rangehen"

23.01.2008 | 20:35 Uhr

WARNSTREIK. Uni-Klinikum gliedert Betriebsteile aus. Verdi befürchtet Gehaltseinbußen bis zu 400 Euro monatlich.

Die Zeichen bei den Uni-Kliniken stehen auf sparen, sparen, sparen. Mit derzeit 14 Millionen Euro Verbindlichkeiten im Rücken, zudem den Folgen finanzieller Misswirtschaft in zweistelliger Millionenhöhe, kostenträchtigem Langzeitstreik im Jahr 2006 und Einstellungsstopp will der Ärztliche Direktor Wolfgang Raab nun seine Ankündigungen umsetzen: Die weitere Ausgliederung von Betriebsabteilungen. Damit stehen die Zeichen auch auf Sturm: Der kündigte sich gestern mit einem Warnstreik von 200 Angestellten an.

Die Protestler, gestern lautstark auf dem Unigelände vor der Zentralsterilisation zu hören, fürchten bei der Privatisierung um massive Gehaltseinbußen. Denn der Aufsichtsrat des Klinikums entschied sich für die Ausgliederung der Zentralsterilisation mit 40 Mitarbeitern in eine Tochtergesellschaft mit privater Beteiligung und auch, die Wäscheversorgung zu vergeben. Laut Gewerkschaft Verdi sind zudem die Leistungen der Küche ausgeschrieben, sollen Bereiche der Transportdienste und der Technik folgen.

Betroffen seien 400 Beschäftigte, sagte gestern Bernd Tenbensel von Verdi: "Das sind Bereiche, in denen eh wenig verdient wird." Eine Angestellte in der Zentralsterilisation habe monatlich um die 1200 Euro netto. Bei Privatisierung drohten Einbußen bis zu 400 Euro. Diese, wie Verdi sagt "Tarifflucht", will die Gewerkschaft nicht hinnehmen, sie fordert einen Tarifsozialplan. Tenbensel: "Wer das Klinikum saniert, sollte alle Berufe, auch die Chefärzte, einbeziehen und nicht nur an die 'Kleinen' rangehen." Gespräche mit der Geschäftsleitung gab es bisher nicht. Der nächste Warnstreik ist nach Karneval zu erwarten - über die tollen Tage jedenfalls herrscht Ruhe an der Protestfront. (aly)

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