Mehr Auslauf für Vierbeiner
12.09.2011 | 18:47 Uhr 2011-09-12T18:47:00+0200
Düsseldorf.Mehr Leinenfreiheit für Hunde forderten die Demonstranten. Gestern trafen sie sich vor dem Rathaus. Drinnen tagte der Ausschuss für öffentliche Einrichtungen. Ein Tagesordnungspunkt: die Einbringung einer Liste mit Vorschlägen für Gebiete, in denen Hunde ohne Leine laufen dürfen.
„Schön wären gewisse Ecken in Wäldern oder Parks, in denen man 15 bis 30 Minuten ohne Leine spazieren kann“, wünscht sich Marita Vandicken, zweite Vorsitzende des Vereins „Menschen, Tiere, Werte“, der zur Demo einlud. Seit 2004 habe der Verein 10 000 Unterschriften eingereicht. „Im Rathaus tut sich seit Jahren nichts“, so Vandicken. Gestern brachte die SPD eine Liste mit 18 Bürger-Vorschlägen für Freiflächen ein. „Darunter sind etwa Gebiete im Hasseler Forst oder Nordpark“, sagt Vandicken. Die Verwaltung werde die Vorschläge der Bürger bis zur nächsten Sitzung im Oktober prüfen, so Jürgen Fischer, Referent im Umweltdezernat.
Neben den Regelungen im Landeshundegesetz schreibt die Düsseldorfer Straßenordnung die Leinenpflicht in Wäldern oder Grünanlagen vor. Frei laufen dürfen die über 19 000 registrierten Vierbeiner in den 32 umzäunten Hundeauslaufflächen in Grünanlagen und unterhalb der Deichkrone am Rhein zwischen Heerdt und Lörick sowie in Uferbereichen des Himmelgeister Rheinbogens und der Urdenbacher Kämpe, die nicht als Naturschutzgebiet ausgewiesen sind.
Die ersten Hundeauslauflächen entstanden vor 15 Jahren. Sie sind zwischen 200 und 3600 Quadratmeter groß. Die Stadt achte darauf, dass die Areale wohnortnah gelegen seien, erklärt Fischer. Für die Beseitigung des Kots seien die Besitzer verantwortlich, das Gartenamt kümmere sich um die Grundreinigung. Gerd Weber, Leiter der Düsseldorfer Tiertafel, ärgert sich über die umzäunten „Hundetoiletten“: Zu klein, nicht artgerecht. „Ich lasse meine Hunde da nicht laufen.“
„Ich finde es gut, dass es die Hundeauslaufflächen gibt, nur halten sich nicht alle Halter ans Beseitigen der Haufen“, sagt Annette Kurk (43). Sie steht mit ihren beiden Australien Shepherds auf dem Areal im Hofgarten. Damit die beiden Hütehunde artgerecht gehalten werden, fahre sie zwei Mal am Tag in den Wald.
Wer sich nicht an die Leinenpflicht hält, muss mit Bußgeldern ab 50 Euro rechnen. Von Januar bis Anfang August diesen Jahres waren es 352 Fälle. Ordnungsamts-Chef Michael Zimmermann verwehrt sich aber gegen die Vorwürfe vieler Halter, dass der OSD hinter ihnen her sei: Bei rund 1,5 Verstößen am Tag, die dem OSD auffallen, könne man diese Behauptung nicht aufrecht erhalten.
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