Das aktuelle Wetter Düsseldorf 14°C
Kampf um den Hafen

Kollision der Konzepte

25.02.2008 | 18:50 Uhr

Mit der Vorstellung der neuen Pläne für Spedition- und Kesselstraße beginnt die Endphase des Streits um den Hafen.

Sogar der Verkehrsminister heizt die Diskussion um die Zukunft des Hafens an: Oliver Wittke (CDU) hatte am Freitag gefordert, angesichts der steigenden Warenflut aus Übersee die Binnenhäfen auszubauen. Und stärkt so die Fürsprecher einer wachsenden Hafenlogistik gegen den Wohnungsbau, den OB Joachim Erwin favorisiert. Die Diskussion entflammt heute neu in der Bezirksvertretung 3 (BV 3). Dort stellen die Planer zum ersten Mal die neuen baurechtlichen Pläne für die Wohnprojekte an der Spedition- und Kesselstraße vor. Damit kommt eine der wichtigsten planungs- und verkehrspolitischen Debatten für die Stadt auf den Punkt.

Laut Verkehrsministerium wird der Containerverkehr bis 2025 um 200 Prozent wachsen. Der Hafen verzeichnet, wie berichtet, mit einem Gesamtumschlag von über 16 Millionen Tonnen schon seit mehreren Jahren einen stetigen Zuwachs im zweistelligen Prozentbereich. Denn in den Seehäfen wie Rotterdam reißt der Strom der Riesenschiffe aus China und Südostasien nicht ab. Die Hafenwirtschaft betont ebenso wie die Handelskammer (IHK), dass die Güter mit Lastwagen in die Stadt kommen müssen, wenn die Schiffe in anderen Häfen gelöscht werden. Allerdings kann ein Frachter mehrere hundert Lkw ersetzen. Zudem argumentiert die IHK, dass sich schicke Wohnungen und auch nachts arbeitende, laute und staubige Hafenbetriebe nicht vertragen.

Die Stadtspitze will allerdings Wohnprojekte wie die Zwillingstürme an der Speditionstraße („Königskinder”) und Wohnblocks an der Kesselstraße durchsetzen.

 „Mit Verwunderung”, schreibt nun der Düsseldorfer FDP-Landtagsabgeordnete Roberth Orth (FDP) an den Verkehrsminister, habe er Wittkes Mahnung zum Ausbau der Binnenhäfen und gegen eine Wohnbebauung gelesen. Orth spricht sich eindeutig gegen den Hafen in Innenstadtnähe aus.

Auch die CDU in der BV 3 stimmt den Plänen zu, sagt Bezirksvertreter Walter Schmidt. Die SPD dagegen „wird das größtenteils ablehnen”, kündigt Vorsteher Udo Figge an: Wer teure Wohnungen kaufe, werde später leicht gegen laute oder staubige Hafenbetriebe klagen. Die Grünen überlegen noch, ob sie Beratungsbedarf anmelden und damit die Diskussion verschieben. Am 2. April tagt der Planungsausschuss zum Thema.

Bezirksvertretung 3, ab 16 Uhr, Brinckmannstraße 5

Jo Achim Geschke



Kommentare
26.02.2008
04:50
Kollision der Konzepte
von Hubert Braun | #1

Um die Bedeutung des Düsseldorfer Hafens für die Wirtschaft der Stadt einzuschätzen, braucht es keine Zahlen und Belege, da reicht ein Fahrrad.

Eine kleine Tour durch den Hafen macht überdeutlich um was es geht. Güterumschlag ist nicht sichtbar, die Zahl der Schiffe lässt sich an einer Hand abzählen. Und das Bild von florierender Industrie und pulsierendem Gewerbe ist auch nur schwer aufrecht zu halten angesichts der beschaulichen Ruhe.

Schade, mit Sicherheit. Aber da auf die Gewerbesteuereinnahmen und Arbeitsplätze der Zukunft zu hoffen, ist wohl ein gewagtes Spiel.

Aus dem Ressort
Reisende saßen drei Stunden in ICE vor Bahnhof fest
Bahn
Nur etwa 500 Meter vor dem Düsseldorfer Hauptbahnhof ist am Dienstagnachmittag ein ICE der Deutschen Bahn auf freier Strecke liegen geblieben. Die Reisenden wurden erst nach etwas mehr als drei Stunden evakuiert.
Runder Tisch im Rathaus: Jetzt bäumt sich Düsseldorf auf
Stumfolgen
Neue Bäume-Projekt: Düsseldorfs Ehrenbürger Udo van Meeteren spendete am Dienstagnachmittag beim „Runden Tisch“ im Rathaus 100 000 Euro. 60 000 Euro von der japanischen Gemeinde kommen dazu,
Versuchter Totschlag in Düsseldorfer „Sportcafé 777“
Fahndung
Mit einem internationalen Haftbefehl sucht die Düsseldorfer Polizei nach einem 34-jährigen Mann. Er soll im „Sportcafé 777“ einen 43-Jährigen niedergestoche haben. Dieser erlitt diverse Stichverletzungen am Oberkörper und liegt nun im Koma. Die Staatsanwaltschaft geht von versuchter Tötung aus.
Dreiste Einbrecher in Düsseldorf am Werk
Kriminalität
Bislang unbekannte Einbrecher gehen seit der vergangenen Woche äußerst dreist vor. Sie baldowern offensichtlich Häuser aus, knacken die Terrassentüren oder Fenster an und gelangen so zur Nachtzeit in die Räume, wo sie auf Beutezug gehen.
Düsseldorfer Schauspielhaus noch immer "in tiefen Problemen"
Theater
Das Düsseldorfer Schauspielhaus probt den Neuanfang. Interimsintendant Beelitz baut ein neues Repertoire auf. Erste Namen für den künftigen Chef machen bereits die Runde. Zum Beispiel Wilfried Schulz vom Dresdner Staatsschauspiel, der aber auch in Wien im Gespräch ist.
Fotos und Videos
Großbrand in Hilden
Bildgalerie
Feuerwehr
Rockerkrieg in NRW
Bildgalerie
Bilderchronik
Saisoneröffnung
Bildgalerie
Fortuna
NRZ Leser auf der Kirmes
Bildgalerie
Hinter den Kulissen