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Kein Vertrauen verspielen!

24.10.2009 | 06:00 Uhr

Auch wenn der wohl bisher schwerste Zwischenfall beim Bau der Wehrhahnlinie glimpflich verlief und kein Anlass für Panikmache besteht, weil hier eben nicht das eingetreten ist, was die Katastrophe von Köln möglich machte, so bleiben Fragen und die Ängste der Anwohner.

Die kann man ihnen nicht einfach nehmen, in denen man die Evakuierten zu einer Tasse Kaffee und zu einem Mittagessen einlädt - und gegenüber der Öffentlichkeit zu beschwichtigen versucht. Es sei doch die „wichtigste Botschaft”, so formuliert es die städtische Verkehrsmanagerin Andrea Blome, dass „sehr behutsam” und „sehr besonnen” vorgegangen sei. Keiner sei gefährdet gewesen. Fast könnte man den Einruck gewinnen, dass da ein Bauleiter mit der Evakuierung vorschnell gewesen sei. Das sei eine „reine Vorsichtsvorkehrung” gewesen. Man habe die Bewohner „gebeten”, die Häuser zu verlassen.

Tatsächlich wurde die Räumung angeordnet, weil zu diesem Zeitpunkt die Sicherheit eben nicht gewährleistet war und erst später ein Sachverständiger (und nur der!) Entwarnung geben konnte. Da muss man nicht drumherum reden. Sonst verliert man Vertrauen bei den Bewohnern. Die wollen Antworten. Damit sich solche Pannen nicht wiederholen. Deshalb muss geklärt werden, warum zu tief gegraben wurde und warum die Evakuierung erst zweieinhalb Stunden später erfolgte.

Michael Mücke



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