Im Ruhrgebiet ärgert man sich über Düsseldorf
08.04.2011 | 08:00 Uhr 2011-04-08T08:00:00+0200Düsseldorf/Gelsenkirchen.Düsseldorfs Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU) halte nicht viel vom Ruhrgebiet, meint der SPD-Landtagsabgeordnete Markus Töns aus Gelsenkirchen. Töns macht seinem Ärger nun auch in einer Anfrage an die Landesregierung Luft.
Nicht nur bei den Kölnern sind die Düsseldorfer wenig beliebt. Auch im Ruhrgebiet mag man sie nicht. „Düsseldorf hat einen schlechten Ruf bei uns“, sagte der Gelsenkirchener Landtagsabgeordnete Markus Töns (SPD) der NRZ. Düsseldorfs Bild werde geprägt durch "Selbstgefälligkeit" und „unglaubliche Arroganz“. Vor allem Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU) präge dieses Image im Land.
Was sagen die Leser von NRZ und DerWesten?
Warum hat Düsseldorf so ein schlechtes Image? Liegt’s am Düsseldorfer Oberbürgermeister, an den Düsseldorfern selbst? Und sind Düsseldorfer wirklich hochnäsig oder in Wirklichkeit gar nicht anders als ihre Nachbarn im Ruhrgebiet oder in Köln? Schreiben Ihre Meinung: Per Mail an lok.duesseldorf@nrz.de , per Post an NRZ, Kasernenstraße 1, 40213 Düsseldorf oder in einem Kommentar hier auf DerWesten.de!
Töns nahm das zum Anlass für eine Kleine Anfrage an die Landesregierung. Darin zitiert Töns unter anderem Elbers Aussage in einem Interview: „Wir haben mit denen (also den Bewohnern des Ruhrgebiets) keine Berührungspunkte. Gelsenkirchen ist doch eine ganz andere Welt.“ Und das Elbers-Zitat „Düsseldorf braucht das Land nicht, aber das Land Düsseldorf“, soll vor offiziellen Vertretern bei der Weltausstellung in Shanghai gefallen sein. „Wenn man die Düsseldorfer reden hört, muss man ja meinen, das Paradies sei nichts dagegen“, so Töns.
Bürger statt Banken
Seine Verärgerung über die Düsseldorfer Arroganz wird auch in seinen Fragen an die Landesregierung deutlich. So will er unter anderem wissen, ob die Landesregierung die Einschätzung teilt, „dass Düsseldorf und der Rest von NRW durch Welten getrennt sind“ und ob die Landesregierung einen Umzug des Landtages ins Ruhrgebiet unter dem Motto „Weg von den Banken, hin zu den Bürgern“ begrüßen würde. Angesichts des Datums der Anfrage (1. April) sieht Töns seine Fragen weniger Ernst: „Den Anlass dazu aber schon!“
22:26
Da muss ich meinem Parteifreund Elbers aus Düsseldorf widersprechn.
Dat dat ne rheinische Pappnase is, dat liecht sicherlich nicht am Karneval alleine.
Wer so abjehoben is, der muss aufpassn, dass wenner auf de Nase fällt, sich nix weh tun tut.
Aba mal Butter bei die Fische, wat kommt denn aus Düsseldorf, dat inner Welt jebraucht wird, und wat kommt ausm Pott, dat inner Welt jebraucht wird?
Fang wa mal in New York an, da wo die den neuen Turm für die zwei umjefallenen bauen. Der Stahl kommt ausm Pott, nix Düsseldorf. Die Fahrstühle, ne nich die ausm Büro von dat Kraft, auf dem se sitzen tut inner Machtzentrale, sondern die mit den du hoch und runer fahrn kannst. Die komm auch ausm Pott, nix Düsseldorf.
und die Drahtseile, die janz wichtig sind für aufe Weltmeere zum Abschleppen vonne Bohrinsel und so, ne, die kommen auch ausm Pott, nix Düsseldorf. Die kommn soga aus Schalke vonne Weltmeistermaschine.
Aba apopo Meister, wann isse denn die Fortuna aus Düsseldorf dat letzte mal Meister jewesen? Alle Fußball-Titel der letzten 20 Jahre, die NRW-Vereine jewonnen haben, woher tun die jekommen sein? Richtig, ausm Pott, nix Düsseldorf.
Also mehr als die Klappe aufreissn tun die Düsseldorfer doch gar nich. Die versprechen der Welt dat, wat wir ausm Pott halten.
Aba da habe ich noch mal ne Frage, Parteifreund Elbers:
Sach ma, is der Töns nich heimlich ausm Rheinland? Der tut auch nur bei uns in Gelsenkirchen ankündigen tun...
01:00
Man merkt dioch immer wieder, daß die NRZ ein Ruhrgebietsblatt ist, was sich irgendwie an den Rhein verirrt hat. Da hat Herr Middeldorf einen Primitivartikel angefertigt, der noch unter Bild Niveau liegt und faktisch nichts zu bieten hat. So auf dem Level von Hartz IV Fernsehen. Was meinen Sie was Düsseldorf für ein tolles Image hätte, wenn man hier auch einen Stadtsender wie den WDR Köln hätte, der das Image von Köln seit Jahrzehnten wie eine Werbeagentur aufpoliert. Zu Zeiten von Ruhr 2010 ist das Ruhrgebiet ja aufgrund Pleitgens Gnaden zu einer kostenlosen Imagekampagne gekommen. Vielleicht ist einigen Ruhries das zu Kopfe gestiegen. Man kann ja auch dieses Rhuri Gehabe arrogant finden. Sachlich hat sich hier aber kaum jemand mit Düsseldorf auseinandergesetzt, sonst wüssten diese Leute, daß Düsseldorf schon sehr lange eine Residenzstadt ist. Jemand schrieb auch, Düsseldorf produziere fast nichts. Sagen Sie das mal den Henkel Beschäftigten in Reisholz :)
Na ja, Mitleid bekommt man geschenkt, Neid muss man sich erarbeiten. Arroganz ist aber nicht angesagt, nirgendwo. Man sollte aber das zu schätzen wissen, was man hat. In Düsseldorf wie im Ruhrgebiet. Und jetzt schaue ich mal, ob ich von diesem Sozen Töns ein Foto finde. Möchte mal sehen wie so ein ..... aussieht:)
18:52
Wenn Elbers sowas gesagt hat ist das natürlich überheblich, arrogant und vor allem auch unnötig. Das jetzt wieder kübelweise Klischees über Düsseldorf ausgeschüttet werden ist aufgrund der unterschiedlichen wirtschaftlichen Entwicklung schade aber auch irgendwie verständlich. Da wird die durch Ruhris, Touristen und das Umland bevölkerte Kö gerne auf ganz Düsseldorf projiziert und Dekaden Düsseldorfer Industriegeschichte einfach beiseite geschoben. Quintessenz: der Erfolg Düsseldorfs wird auf Kosten des Kohlenpotts erzielt.
In erster Linie schafft die Konjunkturlokomotive Düsseldorf eine Menge Jobs, direkt und indirekt, für ganz NRW. Die heutige wirtschaftliche Potenz und Strahlkraft der ehemaligen Residenzstadt Düsseldorf wäre so in keiner der Ruhrgebietsstädte erreicht worden. Viele Jobs wären nicht hier sondern in in Frankfurt, Stuttgart oder Hannover entstanden. Die anderen Regionen Deutschlands schlafen nicht und freuen sich unter wettbewerblichen Gesichtspunkten über jede Million € aus dem Landesetat die nach wie vor in der Kohleförderung anstatt Bildung, Forschung und Entwicklung versackt.
Etwas gutes schafft der Artikel zumindest: er schafft so etwas wie einen gemeinsamen Nenner aller Ruhris - gemeinsam gegen Düsseldorf ;-)
18:27
Das schönste an Düsseldorf?Die Autobahnauffahrt zur A3 Richtung Oberhausen! ;o)
#25 von TausOB , am 09.04.2011 um 08:22
Wer auf Asphalt und Verkehrslärm steht, kann natürlich gerne auf bzw. neben die genannten Auffahrt zur A3 ziehen. Bevor es zu Verwechselungen mit dem Makler kommt: Besagte Auffahrt befindet sich in Ratingen, Kreis Mettman - nicht in Düsseldorf.
14:05
@kikimurks: Sie haben völlig richtig erkannt, dass die Arbeitsplatzversorgung in Düsseldorf einen hohen Wert erreicht. Sie erkennen weiterhin ebenfalls richtigerweise, dass viele Ruhrgebietler in Düsseldorf arbeiten. Umso katastrophaler müßte Ihr Urteil über das Ruhrgebiet ausfallen, denn jenes ist ganz offensichtlich nicht in der Lage eine hohe Arbeitsplatzversorgung für dessen Einwohner zu schaffen (hier reicht ein Blick auf die Arbeitslosenzahlen in Kombination mit der Arbeitsplatzversorgung). Sie erkennen richtig an dieser Stelle, dass Düsseldorf legitimer Weise die Gewerbesteuern einzieht für die Ansiedlung von Unternehmen. Sie vergessen aber gleichzeitig, dass jeder Einwohner einer Stadt, der erwerbstätig ist, Einkommenssteuer zahlt. Die Einkommenssteuer ist zwar charakteristisch eine Steuer des Landes, jedoch erhält der Wohnort des Mitarbeiters über eine Umlage einen erheblichen Anteil der gezahlten Einkommenssteuer und das, obwohl der Wohnort des Mitarbeiters nichts mit dessen Arbeitskraft zu tun hat. Die Forderungen einiger Städte (die eben den Arbeitsplatz durch eine gute Wirtschaftspolitik zur Verfügung stellen z.B. Frankfurt oder Düsseldorf) gehen sogar noch weiter und fordern die Umlage der Einkommenssteuer an den Arbeits- und nicht eben an den Wohnort zu zahlen. Wäre diese Variante Praxis stünde das Ruhrgebiet noch schlechter da als es das ohnehin schon macht.
Ihre Argumentation ist daher schon schlichtweg falsch. Ihnen steht es frei einen Arbeitsplatz im Ruhrgebiet zu wählen.
Sie argumentieren weiter fraglich. Düsseldorf setzt nicht auf den Sekundärfaktor und hat schon früh erkannt sich auf den tertiären Faktor zu spezialisieren mit erheblichem Erfolg, wie Sie sehen. Düsseldorf produziert wenig Greifbares, das muss es aber auch nicht, denn die Bereitstellung einer Dienstleistung (Handel, Logistik, Verkehr, Mode, Versicherungen, Unternehmensberatung) ist ebenfalls ein gutes Standbein für eine gute Wirtschaftsstruktur.
Ihrer Argumentation ist zu entnehmen, dass Sie sich offensichtlich schwer tun Ihren Wohn-, Geburts- oder Heimatort (der wohl im Ruhrgebiet liegt) kritisch zu sehen. Dieses Problem ist häufig im Ruhrgebiet zu beobachten. Zukünftig sollten Sie sich mehr an Daten und Fakten orientieren anstatt Ihre Heimat subjektiv verteidigen zu wollen.
@dr.einnstein: Die strukturellen Unterschiede sind zwischen einem Gelsenkirchen und einem Düsseldorf sind sehr wohl auf eine gute Wirtschafts- und Einwohnerpolitik (aber auch durch eine einen guten Standort) zurückzuführen.
Die Mittel, die Düsseldorf aufgrund der Landeshauptstadt erhält, sind relativ gering. Sie sind erst recht nicht in der Lage einen Haushalt zu sanieren. Sie haben Zahlen?
Es fällt den Ruhrgebietlern tendenziell schwer Ihre schlechte Struktur zu akzeptieren. Noch viel weniger sind Sie in der Lage diesen Zustand durch eine vernünftige Haushalts- und Wirtschaftspolitik, durch attraktive Rahmenbedingungen für Wirtschaft und Einwohner (Infrastruktur, Nahversorgung, Wohnraum, Bildung) zu beseitigen. Das Ruhrgebiet an sich gönnt den Nachbarn schon nichts, ganz zu schweigen, dass die Städte schon innerhalb teilweise zerstritten sind (z.B. Wattenscheid und Bochum).
Die Einwohnerzahlen sprechen Ihr Übriges. Die Vergreisung nimmt weiter zu, die schwache Infrastruktur wird weiter zurück gefahren und die Arbeitslosigkeit bleib hoch und die Arbeitsplatzversorgung niedrig. Der niedrige Wohn- und Lebensstandard tut sein Übriges.
08:22
Das schönste an Düsseldorf?Die Autobahnauffahrt zur A3 Richtung Oberhausen! ;o)
22:44
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