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"Hier geht bald gar nichts mehr"

20.01.2010 | 23:00 Uhr

Düsseldorf. Die Bürgerinitiative FBI warnt: Wird an der Aachener Straße wie vorgesehen noch ein Supermarkt gebaut, bricht dort der Verkehr zusammen.

Der Sprecher der Fleher Bürgerinitiative (FBI) ist sauer: „Hier geht samstags bald gar nichts mehr!” klagt Jürgen Bormann. Schon jetzt sei die Kreuzung Aachener Straße/ Südring überlastet, „und wenn der Trödelmarkt samstags läuft, bricht das Chaos aus, hier muss jetzt was passieren”, fordert Bormann für die FBI mit Nachdruck. Denn Aldi wird auf dem Eckgrundstück, auf dem ein Baumarkt firmierte, einen vierstöckigen Neubau mitsamt 1000 Quadratmeter großer Filiale errichten. Das Baurecht („B-Plan”) ist im Frühjahr spruchreif.

60 000 Autos täglich

Nach einer Bürgeranhörung vergangene Woche ist Bormann von der FBI sicher: Aldi werde für die neue Filiale seinen Laden an der Suitbertus-/ Ecke Aachener Straße aufgeben. Denn der Billiganbieter nutze den Südring mit 60 000 Autos täglich als „Schaufenster, um die Pendler vom Linksrheinischen als Kunden zu gewinnen.” Zudem gilt am Südring - im Gegensatz zur Suitbertusstraße - keine Umweltzone, auch Autos ohne grüne Plakette dürfen also dorthin.

Aber schon jetzt haben sich zwischen Südring und Aachener Platz zwei große Lebensmittel-Discounter mit ihren Parkplätzen angesiedelt, mahnt die FBI. Flehe oder Volmerswerth seien daher keineswegs „unterversorgt”, wie es die Verwaltung behaupte. Aber der Autoverkehr der Kunden verstopfe die schmale Straße. „Auch der neue Supermarkt wird eine Zufahrt von der Aachener Straße bekommen, da stauen sich also noch mehr Autos”, so Bormann. Zusätzlich fährt die Linie 712 dort entlang. „Wenn die Bahn künftig vor dem Eckgrundstück hält, kommt kein Wagen mehr auf den Parkplatz. Dann staut sich auch der Verkehr Richtung Innenstadt”, macht er ein weiteres Hindernis deutlich. Schon vor vier Jahren hätten die Bürger vor dem drohenden Verkehrskollaps an dieser Kreuzung gewarnt.

Einwände werden jetzt geprüft

Die Einwände bei der Bürgeranhörung, so Planungsamtschef Richard Erben, „werden jetzt gemeinsam mit dem Verkehrsmanagement geprüft.” Mit der neuen vierstöckigen Bebauung, gleich hoch wie die Häuser gegenüber, wollen die Planer die Kreuzung attraktiver und „markant gestalten”, so Erben.

Der Grüne Dietmar Wolf, Vize-Vorsteher in der Bezirksvertretung 3, bedauert: „Wir können den Supermarkt nicht mehr verhindern, die Entscheidung ist schon vor Jahren gefallen. Aber wir werden die Verkehrssituation entschärfen müssen.”

Jo Achim Geschke

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